Sommer der Gaukler: Presseheft

 

Presseheft PDF acrobat

Presseheft: Inhalt

Ein Film von Marcus H. Rosenmüller

Deutschland 2011

KINOSTART: 22.12.2011
Laufzeit 110 min., 35 mm, 1 : 1,85, Farbe, Dolby 5.1

Verleih:
Movienet Film
Rosenheimerstr. 52
81669 München
Tel: 089-489 530 51
Fax: 089-489 530 56
info@movienetfilm.de

Pressekontakt:
ana radica! Presse / Organisation
Ana Radica / Ulrike Körner
Herzog-Wilhelm-Straße 27
80331 München
Tel: 089- 23 66 120
Fax: 089-23 66 12 20
kontakt@ana-radica-presse.com

 

top
Stab
Regie
  Marcus H. Rosenmüller
Drehbuch
  Robert Hültner
  Klaus Wolfertstetter
Produktion
  Hans W. Geißendörfer
  Ernst Geyer
Redaktion
  Elmar Jaeger (BR)
  Sabine Weber (ORF)
Herstellungsleitung
  Andreas Habermaier
Produktionsleitung
  Thomas Blieninger
Kamera
  Stefan Biebl
Schnitt
  Georg Söring
Szenenbild
  Josef Sanktjohanser
Kostüme
  Walter Schwarzmeier
Maske
  Anette Keiser
  Waldemar Pokromski
Ton
  Michael Vetter
Musik
  Gerd Baumann
Casting
  Franziska Aigner
Besetzung
 
Emanuel Schikaneder
  Max von Thun
Eleonore Schikaneder
  Lisa Maria Potthoff
Wallerschenk
  Nicholas Ofczarek
Alfons
  Michael Kranz
Franz Paccoli
  Erwin Steinhauer
Georg Vester
  Maxi Schafroth
Richter
  Butz Ulrich Buse
Maria (Magd)
  Anna Brüggemann
Vorarbeiter
  Christian Lerch
Bergmann Hassl
  Rainer Haustein
Wolgang Amadeus Mozart
  Florian Teichtmeister
  u.v.a.

SOMMER DER GAUKLER ist eine Produktion der gff geißendörfer film- & fernsehproduktion sued GmbH in Ko-produktion mit Moviepool GmbH,
dem Bayerischen Rundfunk und dem Österreichi-schen Rundfunk. Der Film wurde gefördert mit Mitteln des FFF Bayern, des DFFF und der Business Location Südtirol – Alto Adige (BLS).

Das Drehbuch ist nach der Romanvorlage „Der Sommer der Gaukler“ von Robert Hültner, erschienen 2006 im btb Verlag, entstanden.

top
Inhalt

Das Trauerspiel über Agnes Bernauer, die Geliebte des bayerischen Herzogs Alb-recht III., ist der große Erfolg der Schauspielertruppe rund um das Ehepaar Emanuel (MAX VON THUN) und Eleonore Schikaneder (LISA MARIA POTTHOFF). Mit dem Theaterstück touren die Darsteller durch die Lande, immer kurz vor dem Bankrott, immer in der Hoffnung auf den großen Durchbruch. Der ständige Geldmangel, die kargen Lebensumstände und spärlichen finanziellen Mittel begünstigen den Zwist innerhalb des Ensembles. Wallerschenk (NICHOLAS OFCZAREK) will sich endgültig von der Truppe trennen. Doch dem charismatischen Schikaneder und seiner charmanten Gattin gelingt ein ums andere Mal mit einem Trick den wichtigen Kollegen zu halten. Schließlich hofft auch er auf den großen Durchbruch, den sich alle von einem Auftritt in Salzburg und vor den Augen Mozarts erhoffen. Wallerschenk verspricht, die Truppe nicht zu verlassen, bis Mozart ihn auf der Bühne gesehen hat.

Voller Erwartung machen sich im Sommer 1780 alle auf nach Salzburg. Doch nach-dem man ihnen die Einreise in die Bischofsstadt verweigert, schlagen Schikaneder und seine Leute ihr Lager vorerst nahe der österreichischen Grenze in einem heruntergekommenen kleinen Bergdorf auf. Hier will man auf die Spielerlaubnis in Salz-burg warten. Doch das dauert. In der Zwischenzeit geraten sich die Schauspieler immer mehr in die Haare. Die Lage eskaliert, als die letzten Finanzpolster aufgezehrt sind. Schikaneder fehlt die Inspiration zum Schreiben.

Derweil entfacht im Dorf eine Revolte der Bergleute gegen den ausbeuterischen Bergwerksbesitzer Franz Paccoli (ERWIN STEINHAUER). Der Allgäuer Georg Ves-ter (MAXI SCHAFROTH) wird zum Anführer stilisiert, als er versehentlich den Vorarbeiter (CHRISTIAN LERCH) im Affekt k.o. schlägt. Schikaneder wird zusehends Zeuge der Entwicklungen. Begeistert vom echten Drama, das sich vor seinen Augen entfaltet, wittert er einen kreativen Input für seine Arbeit. Vor dieser Kulisse beginnt Schikaneder endlich an seinem "Weltentheater" zu schreiben. Held seines neuen Stückes ist – wie könnte es anders sein – Vester.

Schon bald überstürzen sich die Ereignisse im Dorf. Die Arbeiter fürchten angesichts der morschen Tunnelbauten um ihr Leben unter Tage und planen einen Streik. Ihr Anführer Vester reißt überdies auch Paccolis Tochter Babette (ANNA MARIA STURM) zu romantischen Schwärmereien hin. Eleonore scheint wiederum dem Liebeswerben Wallerschenks nicht mehr ganz so abgeneigt zu sein und Kutscher Alfons (MICHAEL KRANZ) bezaubert nachts Maria (ANNA BRÜGGEMANN), die Magd des Gasthofes, mit seinen Shakespeare-Zitaten. Die Realität schlägt größere Kapriolen, als es sich Schikaneder jemals ausdenken könnte.

Doch dann lässt Paccoli Vester verhaften, Schikaneders Dramenstoff gerät ins Stocken und der Wirt (MARTIN WEINEK) der Kneipe will sein Geld. Trotz der Finanznöte lehnt der Impresario ein Auftragsstück für Paccoli ab, dass dieser seiner Tochter zur bevorstehenden Hochzeit mit dem Richter (BUTZ ULRICH BUSE) schenken möchte. Schikaneder bleibt nur die Flucht.

Währenddessen ist Mozart auf dem Weg nach Salzburg. Am Wegesrand erkennt er den fliehenden Schikaneder und bietet ihm Platz in seiner Kutsche. Gemeinsam in bester Damengesellschaft fahren sie zu Baron von Playen (FRITZ KARL). Der schöngeistige Baron ist fasziniert von der Idee eines "Welttheaters" und verspricht Schikaneder eine schöne Summe für die Inszenierung zu zahlen. Damit ist die Zu-kunft der Theatertruppe gesichert, Schikaneder kann in das Dorf zurückkehren. Allerdings muss er feststellen, dass das Ensemble sich davon gemacht hat bis auf seine Frau, Wallerschenk und Alfons. Die Pläne zerbersten, als der Richter den Baron verhaften lässt, um seinem zukünftigen Schwiegervater willfährig zu sein. Schikaneder kann seine Schulden nicht bezahlen und landet ebenfalls im Gefängnis.

Babett schmachtet derweil an der Gefängnistür, aber Vester ist nicht in der Lage der romantischen Babette zu erwidern. Schikaneder, der es gewohnt ist, den Frauen zu schmeicheln, erkennt die Lage und übernimmt Vesters Part. Von so vielen schönen Worten eingefangen, ist Babette zu allem bereit und so kann Schikaneder, als ver-meintlicher Vester, Babette von seinem Plan überzeugen, die Flucht aus dem Gefängnis könne nur gelingen, wenn sie in die Hochzeit mit dem Richter einwilligt und die Inszenierung des Theaterstücks bei ihrem Vater einfordert.

Schikaneder, Eleonore und sehr widerwillig auch Wallerschenk bereiten die Auffüh-rung der "Bernauerin" vor. Selbst der Kutscher wird nun noch als Schauspieler benö-tigt. Das Dorf ist versammelt, die Aufführung beginnt, die Spannungen hinter der Bühne lassen sich vor der Bühne nicht verheimlichen. Als dann noch die Bergwerksleute auftauchen, gerät die Szenerie außer Kontrolle.

Und genau in dieser Situation taucht, wie versprochen, Mozart auf, um der Aufführung beizuwohnen. Fasziniert von Schikaneders Theater sitzt er im Publikum und spricht am Ende die Worte: "Sein Theater ist famos! Es ist famos, aber ... Weißt Du was Dir fehlt? .. Musik, Emanuel! Meine Musik! Ich muss weiter nach Wien, aber er weiß ja, wo er mich findet. Ja?"

top
Pressenotiz

Mit seinem aktuellen Spielfilm SOMMER DER GAUKLER erfindet sich der bayerische Erfolgsregisseur Marcus H. Rosenmüller (WER FRÜHER STIRBT IST LÄNGER TOT, RÄUBER KNEISSL, SOMMER IN ORANGE) ganz neu. Es gelingt ihm, seinen besonderen, höchst charmanten "Rosenmüller-Kosmos" kongenial in ein einzigartiges historisches Theater-Kino-Spiel voller Kraft, Opulenz und Lebensfreude umzusetzen.

Mit gewohnt leichter Hand und doch ganz präzise und einfühlsam verbindet Rosenmüller in SOMMER DER GAUKLER lebendiges, modernes Kino mit barockem Büh-nenspektakel sowie deftigen Humor mit feiner Ironie und liebevoller Ernsthaftigkeit. Wer glaubt, die Regie-Handschrift des Marcus H. Rosenmüller bereits zu kennen, wird hier eines Besseren belehrt werden und kann viele neue Facetten entdecken.

SOMMER DER GAUKLER basiert auf einer historischen Begegnung: Der Schauspieler, Sänger, Theaterdichter, Bühnenregisseur und Ensembledirektor Emanuel Schikaneder lernte 1780 in Salzburg Leopold Mozart und seinen Sohn Wolfgang Amadeus kennen. Es entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit. Schikaneder schrieb unter anderem das Libretto zu Mozarts "Zauberflöte" und es ist überliefert, dass er in der Uraufführung sogar selbst den Part des "Papageno" übernahm. 1801 eröffnete das von Schikaneder gegründete "Theater an der Wien", das er mehrere Jahre lang leitete.

In den Hauptrollen brillieren Max von Thun, Lisa Maria Potthoff, Nicholas Ofczarek, Anna Maria Sturm und Maxi Schafroth, aber auch die Nebenrollen sind exzellent besetzt. Und wieder einmal zeigt Gerd Baumann sein musikalisches Können in dem sorgfältig zusammengestellten Soundtrack mit Anleihen aus der Barockmusik und Wolfgang Amadeus Mozarts Kompositionen.

Produziert wurde SOMMER DER GAUKLER von Hans W. Geißendörfer, gff sued GmbH in Koproduktion mit Moviepool, dem BR und dem ORF. Gefördert wurde die Produktion vom FilmFernsehFonds Bayern, dem Deutschen Filmförderfonds und BLS Südtirol. SOMMER DER GAUKLER startet am 22. Dezember 2011 im Verleih von Movienet.

top
Das Rosenmüller-Universum oder Heimatfilm 2.0

Marcus H. Rosenmüller ist der deutsche Regisseur, dessen Filme jeder zu kennen glaubt, auch wenn er sie gar nicht gesehen hat. Rosenmüller, das ist in den Augen vieler Kritiker und Cineasten dieser hemdsärmelige Film-Rabauke aus dem Oberland, der Heimatfilme dreht. Dem es innerhalb weniger Jahre gelungen ist, ein eigenes Genre zu begründen – den Rosenmüller-Film – und der gefühlt mindestens ein halbes Dutzend Filme jährlich ins Kino bringt.

Es ist natürlich wahr: Rosenmüller arbeitet mit einer verblüffenden Effizienz. Seit seinem spektakulärem Spielfilmdebüt "Wer früher stirbt, ist länger tot" im Jahr 2006 hat er sieben Filme ins Kino gebracht und daran mag es liegen, dass viele sich oft nicht die Zeit genommen haben, genau hinzusehen. Das könnte sich mit dem achten Film SOMMER DER GAUKLER ändern, denn der lässt sich nun nicht mehr als heitere Folklore abtun. Rosenmüller ist sich in seiner unbändigen Fabulierlust, den atmosphärischen Bildern und dem Kolorit des Bodenständigen treu geblieben, aber er hat sich unverkennbar weiter entwickelt. Er ist noch freier und dabei sicherer darin geworden, bestechende Bilder zu finden.
Rosenmüller taucht mit ansteckender Leidenschaft in die Welt des 18. Jahrhunderts ein. Das Leben der einfachen Menschen und das Schicksal eines hochbegabten, aber schwierigen Künstlers werden beleuchtet. Die raue Landschaft des Voralpenlandes bildet die Kulisse für die Moritat um den Windbeutel Emanuel Schikaneder, der mit seinem Libretto für Mozarts populärste Oper "Die Zauberflöte" weltberühmt werden sollte, und den aufrechten Bergarbeiter Georg Vester, der eher aus Versehen einen Aufstand anzettelt und die große Liebe seines Lebens findet.
Rosenmüller rekonstruiert hier eine längst vergangene Welt, erzählt liebevoll dabei nicht einfach nur eine Geschichte, sondern macht gleichzeitig Geschichte lebendig. Rosenmüller will unterhalten, im besten Sinne. Dabei inszeniert er unangestrengt, souverän, nicht im Geringsten gefällig oder volkstümelnd seine Filme. Es geht ihm trotz des leichten, manchmal ausgelassenen Tons meistens auch um ernste Dinge, wie auch um die Kunst und ihre Bedeutung für das Leben der Menschen.

Keineswegs zufällig ist das Paradestück "Agnes Bernauer", jenes Drama, das von Standesunterschieden, Ungerechtigkeit und staatlicher Willkür handelt, in SOMMER DER GAUKLER Ausgangspunkt seiner filmischen Handlung. Die Welt befindet sich im Umbruch. Die Zeit absolutistischer Allein-Herrscher geht zu Ende, die Moderne kündigt sich an, die gesellschaftliche Ordnung wankt. Es sind die Jahre, in denen die Idee aufkommt, dass alle Menschen gleich sind und frei. Was heute vielen als hohle Phrase gilt, hat damals revolutionäre Sprengkraft.

Rosenmüller zeigt das in seinem neuen Film historisch einerseits akkurat, bricht aber auch lustvoll Erwartungshaltungen und Sehgewohnheiten des herkömmlichen Historienfilms. Die surrealen Einschübe, die er schon im Erstling "Wer früher stirbt, ist länger tot" virtuos einsetzte, erinnern eher an Fellini oder Monty Python denn an herkömmliche Heimatfilminszenierungen. SOMMER DER GAUKLER ist ein "Märchen" – mit historischen Bezügen und verbürgten Personen. Doch ein Märchen muss trotz aller Phantasie in seiner Erzählung assoziativ sein und reale Bezüge herstellen können, um seine Wirkung zu entfalten. Alles, was in SOMMER DER GAUKLER zu se-hen ist, hat es gegeben: die fahrenden Gaukler, keineswegs als „Künstler“ aner-kannt, sondern misstrauisch beäugt, die sozialen Konflikte, die bittere Armut, Ignoranz, Bigotterie und selbst die unwahrscheinliche Romanze zwischen einem kernigen Bergarbeiter und einer Tochter aus reichem Hause.

Aus solchen Spannungen speist sich sein opulentes, packendes Komödien-Drama ohne dabei wie Ausstattungskino zu wirken. Dafür sorgt – wie immer bei Rosenmüller – nicht zuletzt das Gespür für die Sprache. Eine Kunstfertigkeit, die bemerkenswert oft unterschätzt wird im Kino, auch und vor allem im deutschen Film. Dass Ro-senmüller neben seinem Talent, visuell berückende Ideen umsetzen zu können, auch stets die richtige Sprachmelodie findet macht ihn zu einem Ausnahmeregisseur im deutschen Kino.

top
Diese Seite als Text drucken...
... können Sie mit den meisten gängigen Internetbrowsern.
Wenn Sie die Anweisung "Drucken..." ausführen, erhalten Sie automatisch eine reine Textversion des Presseheftes.
top
 

Movienet Film GmbH • Rosenheimer Straße 52 • D-81669 München
Falls Sie Fragen zu dieser Seite haben sollten, schreiben Sie uns.