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Kinostart20. Januar 2005 Pressekontakt: DarstellerGiorgio Colangeli Rolando Ravello und, als sie selbst sowie
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Die digitalen visuellen Effekte des Films wurden von PROXIMA ausgeführt, einer auf digitale Produktion und Postproduktion für Film und Fernsehen spezialisierten italienischen Firma mit Sitz in den Cinecittà Studios. Unter der Leitung von Fabrizio Storaro erfolgte bei Proxima die Endbearbeitung und die Farbkorrektur des gesamten Films - basierend auf den künstlerischen Vorgaben des Kameramanns und des Regisseurs. GENTE DI ROMA wurde ausschließlich mit digitaler Technologie produziert.
Regisseur Ettore Scola entschied sich für sein Rom-Porträt für
das Sony Cinealta HD 24P-System, das gleiche, das George Lucas für die
letzte Episode von Star Wars benutzte. Inhalt„Die „ewige“ Stadt als Schauplatz
der Gegenwart. Ettore Scola folgt einem Bus, der kreuz und quer durch Rom
fährt und die seltsamsten Gestalten transportiert. Die Momentaufnahme
einer Stadt im Wandel wird zur Liebeserklärung an die Metropole, die
sich hier nicht touristisch grell geschminkt gibt, sondern ihr vom Alltag
gefärbtes und zerfurchtes Gesicht zeigt.
Was ist Rom, Italiens Hauptstadt, heute? Was ist aus ihr geworden? Wer lebt in ihr, träumt von ihr und durchmisst sie mit seinen Schritten oder betrachtet ihren chaotischen Verkehr durch die Fenster von Autos und Bussen – wer sind die Tausende von Gesichtern, die jeden Tag die U-Bahnen und Straßenbahnen bevölkern? Worüber denken sie nach, die Leute, die in den Cafés und auf den Plätzen der Stadt verweilen, diese älteren Männer mit den matten Augen? Welche TV-Soap-Opera hat das Herz des Mädchens erobert, das gegenüber der Straße in der Küche des Appartements Artischocken „alla Romana“ kocht? Normale Menschen jeden Alters und jeder sozialen Klasse, vom Arbeitslosen bis zum Angehörigen des Adels: der rassistische Barmann hinter dem Tresen des Cafés; der durchgeknallte Intellektuelle, der im Bus die Haltung der Römer zu nicht-europäischen Immigranten erfragt; die ängstliche Seele, die auf dem Friedhof die Stimmen der Verstorbenen hört; der alte Mann in dem Seniorenheim, der bald vergessen sein wird von seinem Sohn; das schlechte Gedächtnis von Leuten, die an Alzheimer leiden; der junge Mann, der den Bus nimmt und den Wahnsinn der Welt entdeckt; die erhabene Schönheit der antiken Ruinen und die Vagabunden, die sie noch bevölkern. GENTE DI ROMA, Ettore Scolas jüngster Film, digital gedreht und auf Film übertragen, ist die humorvoll-melancholische Hommage des Regie-Altmeisters an eine Metropole, die – in einer Mischung aus Wärme und gewissenloser Gleichgültigkeit - denen Zuflucht gewährt, die in der Stadt geboren wurden, wie jenen, die sie als ihr angenommenes Heim auserwählt haben. GENTE DI ROMA: die Menschen, die in der schönsten, quirligsten und grausamsten Stadt der Welt leben. Ettore Scola über Gente di RomaFür Alberto Früher oder später hat jeder das Bedürfnis, über sein Dorf zu sprechen. Nimm ein Fotoalbum, ein Tagebuch, ein Sammelalbum und klebe die Bilder hinein, die Menschen und die Geschichten dieser Welt, die ständig in Bewegung ist. Mein Familienalbum ist Rom und seinen Menschen gewidmet. Denen, die schon immer dort waren und denen, die gerade erst von weit entfernten Orten angekommen sind. Bilder der Stadt, die man in der ganzen Welt kennt, dazu nie zuvor gesehene Einblicke und Ansichten, die durch das visuelle Chaos, das sie umgibt, außergewöhnlich interpretiert werden. Eine Fahrt durch Rom, aus den weit außerhalb liegenden Bezirken bis in ihren historischen Kern, in einem Bus, gelenkt von einer jungen, weiblichen Angestellten der städtischen Verkehrsbetriebe: das Abenteuer, an einer roten Ampel zu halten, an der eine elektronische Anzeige die Autofahrer mit den aktuellen Börsenkursen versorgt, während darunter ein schmächtiges Zigeunermädchen ein „Ich habe Hunger“-Schild hochhält; oder ein Autoscheiben-Waschmann, der mit seinem Gummischrubber nur auf den nächsten intoleranten Autofahrer wartet, um mit ihm seine Kräfte zu messen. Auf seiner abwechslungsreichen Strecke passiert der Bus Stationen, die uns intime Einblicke ins alltägliche Leben der Metropole erlauben: eine Bingohalle, in der ein verlorener Spieler bereit zu sein scheint für jede Art von Wette; ein Heim für Alzheimer-Patienten, in der eine fürsorgliche Enkelin ihre Großmutter besucht und erfolglos versucht, ihr ein, zwei Erinnerungen zu entlocken, indem sie der alten Dame Fotos aus ihrer Jugend zeigt; eine Grundschule, in der ein unbeholfenes, unsicheres kleines Mädchen von den Spielen ihrer Mitschüler ausgeschlossen wird; ein Appartement in der Mostacciano-Gegend, draußen am Rande der Stadt, in dem ein älterer Arbeiter, der gerade seinen Job verloren hat und seine Einsamkeit nicht mehr ertragen kann, seiner Ex-Frau, die jetzt mit einem jungen Arbeiter zusammenlebt, einen Besuch abstattet; ein Zeitungsstand, an dem zwei pubertierende Jungen – die Nacktmagazine direkt vor ihrer Nase komplett ignorierend – wie gebannt ein Fenster auf der gegenüberliegenden Straßenseite beobachten, in dem ein junges Mädchen die Fensterscheiben putzt und dabei so auf einer Trittleiter steht, dass über kurz oder lang ein wenig von ihrem Oberschenkel sichtbar werden könnte; das Lokal einer örtlichen Partei, in dem Leidenschaft und Engagement erst richtig aufflammen, als es darum geht, die lokale Fußballmannschaft anzufeuern... Und da ist das neue Rom mit den Chinesen, die ihr Tai-Chi in der Piazza Vittorio üben; der demokratisch gesinnte Snack-Bar Kellner, dessen Vater nach Belgien emigrierte und im Grubenunglück von Marcinelle seinen Tod fand, der aber den nigerianischen Flüchtling von seiner Bar verjagt aus Angst vor dem, was seine angestammten Kunden denken könnten; der durchgeknallte Intellektuelle, der das Verhalten der Römer - Ablehnung, Toleranz oder Gleichgültigkeit – gegenüber nicht-europäischen Einwanderern zu untersuchen vorgibt. Und die Menschenmassen, die Straßen, das Tanzen auf den Plätzen, die Demonstrationen ganz nah an der Basilika St. Johannes auf dem Lateran: der Lärm von Rom, die nächtliche Stille und das leise Rauschen der Springbrunnen ...
Das gleichgültige Rom von heute ...
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„Rom ist eine Stadt, die zu Zeiten ein Defizit an Leidenschaft ausstrahlt, oder an dem, was man positive Einstellung nennt. Aber in Wahrheit sind die Römer ein intelligentes Völkchen. Und ich weiß, wovon ich spreche, denn zur Zeit der faschistischen Rassegesetze habe ich mich davon überzeugen können, wenn sogar der Polizist, der eingeteilt war, mich zu verhören, mit mir in die Bar ging, um ein Bier zu trinken.
Die Römer haben eine angeborene Freundlichkeit, und das ist ein wahrhaft außergewöhnliches Geschenk inmitten einer Welt, die mich ängstigt mit all ihren dramatischen und schrecklichen Problemen.“
(aus: REPUBBLICA vom 20.09.2003)
Maestro. Warum Rom?
„ Weil man im Lauf der Zeit mutiger wird. Man ist bereiter, Risiken einzugehen. Früher hätte ich Angst gehabt wegen Fellini und der unvermeidlichen Vergleiche mit seinem ’Roma’. Heute kalkuliere ich weniger.
Aber die Hauptstadt ist immer noch eine harte Nuss, voller Fallen und ziemlich gefährlich für die, die sie präsentieren wollen: der Exhibitionismus und Stolz des römischen Lebensgefühls, seine besserwisserische ’Trastevere’-Haltung zieht den Hass des Rests des Landes an.
Neben aller Fröhlichkeit und Frechheit kann Rom auch eine Stadt der Traurigkeit und Reflexion sein. Ich hoffe, dass die Leute im Publikum, wenn sie das Kino verlassen, mindestens eines ihrer Urteile oder Vorurteile über Rom in Frage stellen. Und vielleicht verlieben sie sich in etwas, von dem sie nicht einmal wussten, dass es existiert. “
Aber was denkt Ettore Scola über Rom?
„ Ich stimme Giulio Carlo Argan zu. ’Rom ist eine Schale voll Haferflocken mit Milch, die über den Tisch verschüttet ist.’ Das sagte er einmal zu mir mit einem deprimierten Ton in der Stimme, als er noch Bürgermeister der Stadt war. Rom ist schön, quirlig und grausam. Aber am meisten interessierte es mich, Rom aus einem ’anthropologischen’ Blickwinkel zu zeigen, eine Übung, umso komplexer und vielfarbiger durch den Zustrom von Tausenden von Einwanderern – Chinesen, Nordafrikaner, Schwarzafrikaner, Polen und Rumänen – die in der Hauptstadt ankommen und versuchen, sich zu integrieren.“
Der Film zeigt eine Toleranz von Seiten der Römer gegenüber Einwanderern. Etwas, das sich vollkommen von dem unterscheidet, was in anderen St ädten Italiens vor sich geht.
„ Es gibt tatsächlich mehr Integration zwischen Immigranten und Einwohnern in Rom, als im Rest Italiens. Vielleicht weil die Geschichte diese Stadt immer wieder Invasionen, Okkupationen und Befreiungen ausgesetzt hat. Rom hat sich eine spezielle Kultur von Gastfreundschaft erarbeitet, die den Geist ihrer Einwohner erfüllt, die sich selbst als Ausl änder unter Ausländern sehen.“
Also sind die Römer toleranter?
„Man könnte sagen, dass ihre Jahrhunderte alte Lässigkeit zu einem positiven Charakterzug werden kann, der sich als eine kluge Form von Toleranz erweist.
Anstatt einen Dialog mit Ausländern zu beginnen, ’romanisieren’ die Römer sie bis zu einem gewissen Punkt, an dem die Fremden manchmal die gleichen Haltungen und Charakteristika annehmen wie ihre Gastgeber. “
Stimmt es, dass Alberto Sordi in dem Film mitspielen sollte?
„Ja, wir hatten begonnen, darüber zu sprechen. Alberto hätte eine größere Rolle bekommen sollen, nicht nur einen Auftritt, wie in Fellinis ’Roma’. Leider hat die Zeit nicht gereicht. “
Unter den Tausenden von unterschiedlichen Schauplätzen in der Stadt haben sie das schwule Viertel mit ausgewählt. Ist das die Geschichte des modernen Rom, das sich bedeutend verändert hat?
„ Die unterschiedlichen Orte an denen man Liebe, Tränen, Naivität, Freude und Eifersucht findet, die Gefühle, die das Einzigartige der menschlichen Spezies ausmachen, sind unendlich. “
Der Film wurde digital gedreht.
„Und danach wurde er auf Film übertragen. Die digitale Technik ist ein großer Schritt vorwärts, aber sie sollte weder mythologisiert, noch dämonisiert werden. Sie ist wie ein Werkzeug, das man zum Schreiben braucht, aber sie kann weder Ideen noch Inspirationen ersetzen. Und ganz wichtig: Sie ist kein Dogma. “
Ettore Scola, Jahrgang 1931, hat sich als einer der produktivsten und provokativsten Autoren und Regisseure des italienischen und europäischen Kinos mit großem Erfolg in die Nachfolge seiner Vorbilder, der Neorealisten Vittorio De Sica und Roberto Rosselini gestellt. Nach einem Jura-Studium wandte er sich schon 1954 dem Filmgeschäft zu und begann Drehbücher zu schreiben. Sein Regiedebüt hatte Scola 1964 mit der Sexkomödie SE PERMETTETE PARLIAMO DI DONNE („Frivole Spiele“).
Scolas beste Filme sind bittersüße Geschichten, die vor dem Hintergrund italienischer und europäischer Politik und Geschichte – ähnlich den Nachkriegsfilmen De Sicas und Rosselinis – untersuchen, wie es Individuen gelingt, in einer feindlichen und unsozialen Gesellschaft zu überleben. Das umfangreiche Werk des langjährigen Mitglieds der Kommunistischen Partei Italiens ist geprägt von seinem Humanismus und seinem Engagement für das Schicksal gesellschaftlicher Randgruppen.
Im Laufe seiner Filmkarriere schrieb Scola als Autor oder Koautor mehr als 80 Treatments und Drehbücher und als Regisseur inszenierte er 39 Filme – fast ausschließlich für das Kino
| Filmografie | |
|---|---|
2003 |
GENTE DI ROMA (Buch und Regie) |
2002 |
LETTERE DALLA PALESTINA (Ko-Regie) |
1998 |
LA CENA (Buch und Regie) |
1993 |
MARIO, MARIA E MARIO (Buch und Regie) |
1991 |
IL VIAGGIO DI CAPITAN FRACASSA |
1989 |
CHE ORA E? |
1987 |
LA FAMIGLIA |
1984 |
LE BAL |
1982 |
LA NUIT DE VARENNES |
1980 |
LA TERRAZZA |
1979 |
UNA GIORNATA PARTICOLARE |
1976 |
BRUTTI SPORCHI E CATTIVI |
1974 |
C’ERAVAMO TANTO AMATI |
1972 |
LA PIU BELLA SERATA DELLA MIA VITA |
1970 |
DRAMMA DELA GELOSIA – TUTTI E PARTICOLARI INCRONACA |
1954 |
UNA PARIGINA A ROMA |
1953 |
DUE NOTTI CON CLEOPATRA |