Kofelgschroa: Presseheft

 
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Ein Film von von Barbara Weber

Deutschland 2014

KINOSTART: 07.08.2014
Laufzeit: 91 Minuten

Verleih:
Movienet Film
Rosenheimerstr. 52
81669 München
Tel: 089-489530-51
Fax: 089-489530-56

info@movienetfilm.de

Pressekontakt:
ana radica! Presse Organisation
Ulrike Körner / Katharina Schulz
Herzog-Wilhelm-Str. 27
80331 München
Tel.: 089-23 66 120
Fax: 089-23 66 12 20
UlrikeKoerner@ana-radica-presse.com
KatharinaSchulz@ ana-radica-presse.com

 

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Mitwirkende

Kofelgschroa

   
Tenorhorn
  Matthias Meichelböck
Helikontuba
  Martin von Mücke
Flügelhorn & Gitarre
  Michael von Mücke
Akkordeon
  Maxi Pongratz
   
Stab
   
Buch & Regie
  Barbara Weber
Kamera
  Johannes Kaltenhauser
Schnitt
  Peter König
Ton
  Tom Leitl
  Toni Felixberger
  Fred Bastos
  Stefan Jütte
Musik
  Kofelgschroa
Produzent
  Johannes Kaltenhauser
  Patrick Lange
Koproduzenz
  BR

Eine Produktion der Südkino Filmproduktion GmbH in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk.

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Inhalt & Pressenotiz

Inhalt
Über sechs Jahre begleitet die Regisseurin Barbara Weber eine junge Band aus Bayern durch alle menschlichen und musikalischen Höhen und Tiefen. Von der Anfangszeit, dem Ringen um Stil und Ausrichtung der Band, den ersten Konzerten bis hin zum langersehnten Debütalbum „Kofelgschroa“, mit dem sie seitdem durch Deutschland tourt. Weber bleibt auch dabei, als die Band in einer tiefen Krise steckt, sich wieder zusammenrauft um dann endgültig durchzustarten.

Mit ihrem Dokumentarfilm KOFELGSCHROA. FREI. SEIN. WOLLEN. gelingt der Münchner Regisseurin Barbara Weber ein vielschichtiges und feinsinniges Langzeit-Portrait über vier Freunde, ihre Band und deren Geschichte: ein „Coming-of-Age-Film der besonderen Art“ (SZ).

KOFELGSCHROA. FREI. SEIN. WOLLEN handelt von der Suche nach Wahrhaftigkeit und Schönheit, Freundschaft und tiefen Gefühlen, Musik und Heimat. Der Film ist ein Lockruf der Freiheit, eine Vision von der Verlangsamung des Lebens und eine Verführung zur subtilen Anarchie!.

Pressenotiz
Kofelgschroa aus Oberammergau, das sind Matthias Meichelböck – Tenorhorn, Martin von Mücke – Helikontuba, Michael von Mücke – Flügelhorn und Gitarre, Maxi Pongratz – Akkordeon. Irgendwann im Jahr 2007 als „Kofelmusik“ gegründet und nach dem Oberammergauer Hausberg, dem Kofel, benannt, spielten die vier mittlerweile Mittzwanziger eher traditionelle Volksmusik. Zu ihrem Vergnügen, für sich selbst und auf Festen und Feiern. Erst nach und nach wurde ihre Musik immer eigensinniger und so kam das „Gschroa“ in den Namen der Band. 2012 veröffentlichte Trikont ihr Debütalbum „Kofelgschroa“. Micha Acher, der Bassist von Notwist produzierte diese CD. Das zweite Album erscheint beim gleichen Label im Herbst 2014 (VÖ 7.11.). Letztes Jahr erhielten Kofelgschroa den „Förderpreis für Musik 2013 der Stadt München“. Die eigenwillige wie zurückhaltende Band aus Oberbayern begeistert mittlerweile Land auf und Land ab in bundesweiten Konzerten mit ihrer "handgemachten" Musik zwischen verträumtem Moll und verspieltem Dur. Poetisch und wild.

Produziert wurde KOFELGSCHROA. FREI. SEIN. WOLLEN. von der Münchner Südkino Filmproduktion, Johannes Kaltenhauser und Patrick Lange, in Koproduktion mit dem BR. Auf dem DOK.fest München 2014 feierte der Film seine Uraufführung und wurde bei Presse- und Publikum zu einem der Festivallieblinge.

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Die Regisseurin Barbara Weber über ihren Film

Sehr früh habe ich bei Kofelgschroa etwas gehört, das vielleicht andere so früh noch nicht hören konnten. Das hat mit meiner Herkunft zu tun. Ich komme aus einer Innsbrucker Musikerfamilie, mein Großvater war Soloposaunist am Landestheater Innsbruck, mein Onkel spielte die zweite Posaune und auch mein Vater war dort in seinen Anfangsjahren als junger Hornist tätig. 1967 bekam er die begehrte Stelle als zweiter Hornist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, 1968 zog die Familie nach München nach. Blechinstrumente haben mich also von klein auf geprägt und vermutlich schon im Mutterleib, als mein Vater täglich viele Stunden für sein Vorspiel in München übte. Der weiche Klang des Horns hat mich immer fasziniert und tief im Inneren berührt.

Als ich Kofelgschroa das erste Mal hörte, war es ein bisschen wie „heimkommen“. Und obwohl der Klang von Blech in der klassischen Musik so anders ist als in der Volksmusik, hörte ich die Sensibilität und Fragilität dieser vier jungen Musiker sofort. Das zog mich magisch an, diesem Klang wollte ich nachgehen. Mein Vater, der in späten Jahren wieder die Volksmusik für sich entdeckte, hat mir mit auf den Weg gegeben: „Ein richtig guter Musiker muss ein Musikant sein.“ Eben das hörte ich bei Kofelgschroa, nicht technische Brillanz steht da im Vordergrund, sondern eine Spielfreude, die einen mitreißt. Ein Sog, der mich nicht mehr losgelassen hat.

Beim ersten Treffen mit der Band staunte ich über diese eigentümliche Mischung aus Melancholie, bayerischer Lakonie und einer rührenden Unschuld. Vier schräge Vögel irgendwie aus der Zeit gefallen – das musste ich erkunden! Mit ihrer kulturellen Verwurzelung im tiefsten Oberbayern hat man den Eindruck Kofelgschroa kommen aus einer „alten Welt“, sie verweigern in ihrer stoischen Art viele Werte unserer materialistischen und globalen Welt. Damit sind sie für mich Trendsetter, denn sie verweigern die starren Regeln des Musikmarktes und leben ein entschleunigtes Leben. Das kommt an bei den Jungen, die den Leistungsdruck und Zwang zum Konformismus langsam satt haben. Was andere Downshifting nennen, leben sie ganz selbstverständlich. Der eigene Großvater wollte nichts wegwerfen, warum sollen sie es tun? Dem Sog ihres wachsenden musikalischen Erfolges entziehen sie sich durch ihr Alltagsleben in der Dorfschmiede, beim Ziegenhüten und beim Herrgott-einen-guten-Mann-sein-lassen.

Wenn man das Schweigen der vier Musiker als Wesenszug akzeptiert und noch dazu viel Zeit mitbringt, kann man in ihre „Welten“ eintauchen und verstehen. Aber mit dem Schweigen hatte ich sowieso nie Probleme. Schwieriger war es hingegen, mit dem etwas anderen Zeitgefühl der Jungs und ihrer Unverbindlichkeit umzugehen. Wir standen oft mit unserer kargen Drehzeit ohne Finanzierung vor der Schmiede und warteten, manchmal fragten wir uns, auf wen eigentlich? Irgendwann habe ich begriffen, dass ich einen Film über mäandernde Charaktere mache und dass eben das Zaudern und Zögern im Zentrum dieser Geschichte steht, inhaltlich und dramaturgisch. Oder anders ausgedrückt: Die Wesensart dieser vier Burschen hat natürlich auch vor uns nicht Halt gemacht. Das zu begreifen war sehr wichtig für den Entstehungsprozess dieses Filmes. Vermutlich geht es vielen Mittzwanzigern so. Sie wissen, dass jeder Schritt in dieser komplexen und globalen Welt gefährlich sein kann und entziehen sich lieber dem Zwang verbindliche Entscheidungen treffen zu müssen. Von daher war die Zusammenarbeit mit Kofelgschroa mitunter anstrengend und unvorhersehbar, aber immer bereichernd und vor allem absolut faszinierend!

Für mich wurde das Filmprojekt aber auch zu einem Selbsterfahrungstrip. Es genügte nicht, den Jungs auf ihrem eigenwilligen Weg ins Erwachsenwerden zu folgen und zu staunen, wie einfach es eigentlich ist, sich den Systemen zu entziehen. Ich musste mich selbst hinterfragen, mich an den Systemen meiner Welt reiben und wäre dabei fast gescheitert. Aber nur so konnte ich in jenen Zustand kommen, der nötig war, diesen Film zu erzählen. Erst als ich meine Wurzeln und meine eigenen Wahrheiten aufgespürt hatte, konnte ich die Geschichte dieser vier hinreißend komischen, traurig schönen „Burschen vom Kofelgschroa“ erzählen.

KOFELGSCHROA. FREI. SEIN. WOLLEN. ist für mich über die Musik hinaus ein Generationenportrait der Mittzwanziger geworden. Junge Erwachsene, denen die Vorbilder fehlen. Sie misstrauen den Systemen und beziehen sich auf das, was noch bleibt: Sie selbst, der beste Freund, und daheim. Daheim ist in unserem Fall Musik, Volksmusik, die etwas andere – sie trägt vom Gestern ins Morgen und stillt unsere Sehnsucht nach einer besseren Zeit, in der wir wieder sein können, was wir sind und sein wollen: frei

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