Das Zimmermädchen Lynn: Presseheft (Auszüge)

 
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Ein Film von Ingo Haeb

Deutschland 2014

KINOSTART: 28.05.2015
Laufzeit: 90 Minuten

Verleih:
Movienet Film
Rosenheimerstr. 52
81669 München
Tel: 089-489530-51
Fax: 089-489530-56

info@movienetfilm.de

Pressekontakt:
AD PR
Ariane Donhauser
Schleißheimer Str. 75
80797 München
Tel +49 (0)89 120 212 60
presse@ad-pr.de
www.ad-pr.de

 

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Stab

Buch & Regie

  Ingo Haeb
Bildgestaltung
  Sophie Maintigneux
Montage
  Nicole Kortlüke
Szenenbild
 

Petra Klimek

Kostümbild
  Ulrike Scharfschwerdt
Maske
  René Jordan
Musik
  Jakob Ilja
Casting
  Susanne Ritter
Produzenten
  Ingmar Trost
  Olaf Hirschberg
Koproduzenten
  Christoph Friedel
  Stephan Colli
Redaktion
  Lucia Keuter (WDR)
   
Auszeichnungen
  Förderpreis Neues Deutsches Kino (Kategorie Schauspiel für Vicky Krieps) I
    Preis für den besten künstlerischen Beitrag und FIPRESCI-Preis der
internationalen Filmkritik (Montréal World Film Festival)

Das Zimmermädchen Lynn ist eine Produktion der Sutor Kolonko & 58FILME in Koproduktion mit WDR/Pandora Film & Torus GmbH in Zusammenarbeit mit IMOK.
Vorbereitung gefördert durch MEDIA Programm der europäischen Gemeinschaft Produktion gefördert durch Film- und Medienstiftung NRW | nordmedia.
Nach dem Roman „Das Zimmermädchen“ von Markus Orths, erschienen im Schöffling Verlag.

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Synopsis / Pressenotiz

Synopsis
„Das Schöne am Putzen ist, dass es immer wieder schmutzig wird.“
Lynn putzt gerne. Ihr entgeht keine noch so kleine Nische, kein Fältchen und kein Staubkorn – weder in ihrem kleinen Apartment, noch an ihrem Arbeitsplatz im Hotel. Wie es sich für ein Zimmermädchen gehört, erledigt Lynn ihren Job stets still und gründlich, bewegt sich fast unsichtbar von Zimmer zu Zimmer, und hinterlässt jedem Gast nichts als makellose Reinheit. Doch Lynn hat ein Geheimnis: Jeden Mittwoch legt sie sich unter ein anderes Hotelbett, lauscht Gesprächen und Geräuschen, oder schlummert, beglückt von der bloßen Existenz eines anderen Menschen. Eines Tages liegt sie unter dem Bett eines Hotelgastes, der die Dienste des Callgirls Chiara in Anspruch nimmt. Lynn ist so fasziniert von dieser Frau, dass sie sich zum ersten Mal aus ihrem Versteck traut...

Pressenotiz
In Ingo Haebs Romanverfilmung DAS ZIMMERMÄDCHEN LYNN sehen wir einer jungen Frau beim Zusehen zu. Dass die Geschichte dabei trotzdem keineswegs karg und distanziert, sondern – im Gegenteil – zutiefst faszinierend, emotional und auch komisch ist, verdankt Das Zimmermädchen Lynn nicht zuletzt seiner Hauptdarstellerin Vicky Krieps, die für den Film als beste Schauspielerin mit dem Förderpreis Neues deutsches Kino ausgezeichnet wurde. „Vicky Krieps hat unzählig viele Farben Frau. Mal erscheint sie wie eine Göttin, dann wieder wirkt sie bemitleidenswert armselig. Und all dies in ein- und derselben Rolle. Die sie mit bedingungsloser Hingabe spielt. Nein, nicht spielt: IST“, so die Begründung der Jury. Außerdem wurde der Film für den besten künstlerischen Beitrag und dem FIPRESCI PREIS der internationalen Filmkritik während des Montreal World Film Festivals ausgezeichnet.

Ingo Haeb hat sowohl Regie geführt als auch das Drehbuch geschrieben. Er inszeniert Markus Orths’ Roman als ein modernes Kammerspiel in dem er das Thema der Entfremdung durch ein verzerrtes Nähe-Distanz-Konzept darstellt. Die Figur Lynn kann sich ihren Mitmenschen nicht öffnen, eine Fähigkeit die aber in der heutigen Zeit von fast jedem verlangt wird. Aufgeben kommt für sie nicht in Frage. Immer wieder erkämpft sie sich Räume, in denen sie Nähe erlernen kann. Die in der Romanvorlage direkt kommunizierten Gedanken von Lynn werden im Film durch eine Ästhetik vermittelt, die ihre Empfindungen ohne Worte zu vermitteln vermag.

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Langinhalt

DAS ZIMMERMÄDCHEN LYNN ist die Geschichte der entfremdet und isoliert lebenden Lynn und ihrem ungewöhnlichen Weg zu etwas zwischenmenschlicher Nähe. Eine tragikomische Fabel über Intimität und deren Verzerrung in unserer Zeit.

Lynn ist etwa 30 und leidet unter Zwängen. Ihren Job als Zimmermädchen im „Hotel Eden“ hat sie verloren, weil sie die Gäste bestohlen hat. Dabei wollte sie sich nicht bereichern, nie hat sie etwas von Wert oder Bedeutung eingesteckt. Nun hat Lynn eine Therapie hinter sich und kehrt nach Hause zurück. Dort aber erwarten sie nur unendliche Leere, die versteckten Botschaften der übergriffigen Mutter und die Frage nach der eigenen Identität.

Lynn muss zurück an die Arbeit – Putzen! Nach einer frustrierenden Bewerbung, in der sie ihre Kleptomanie offen zugegeben hat, überwindet sich Lynn und frischt ihre alte, rein körperliche Affäre zum „Eden“-Personalmanager Heinz wieder auf, um an ihre frühere Arbeitsstätte zurück kehren zu können. Im „Hotel Eden“ blüht Lynn kurzzeitig auf. Sie schafft es, den Impuls des Stehlens zu unterdrücken, und findet ihr Glück im akribischen Reinemachen. Sie strukturiert ihren Alltag neu und berichtet ihrem Psychiater, den sie noch einmal in der Woche sieht, von ihren Fortschritten.

Doch die Neugier auf das Leben der Anderen ist noch immer tief in Lynn verankert. Wer sind all die Leute, die im Hotel ein- und auschecken? Was ist es, das aus Alltag dieser Menschen ein Leben macht? Lynn überschreitet eine Grenze als sie beginnt, im persönlichen Hab und Gut der Menschen zu stöbern. Sie zieht sich auch deren Kleider über, um für einen Augenblick in ihre Rollen zu schlüpfen. Als sie dabei fast erwischt wird, kann sie sich gerade noch unter das Bett flüchten. Und hier beginnt ein neues Kapitel in Lynns Forschungsreihe. Die Möglichkeit, einem Menschen ganz nah zu sein und für diesen doch unsichtbar, berauscht Lynn, und aus dem zufälligen Versteckspiel wird ein Ritual. Einmal die Woche legt sie sich von nun an bei einem Hotelgast unter das Bett.

Doch die Einblicke, die ihr gewährt werden, enttäuschen sie zunehmend. Das Leben der Hotelgäste scheint kaum spannender zu sein als ihres. Die meisten Menschen wirken genauso so einsam zu sein wie sie und selbst das junge Paar, das sie eines Nachts belauscht, lebt offenbar aneinander vorbei. Gerade als Lynn mit dieser Erkenntnis hadert, entdeckt sie Chiara, ein Callgirl, das in der Hotellobby auf einen Kunden wartet. Lynn schleicht sich auch hier unter das Bett und verfolgt den heftigen Liebesakt, bei dem sich der Hotelgast von Chiara peinigen lässt – eine unmittelbare, enthemmte Form der Intimität, wie Lynn sie noch nie erlebt hat.

Lynn sucht Kontakt zu Chiara und holt sie sich für ihre Sexdienste nach Hause. Anfangs noch scheu und verklemmt, wird Lynn bald süchtig nach Chiaras körperlicher Nähe. Sie investiert ihren ganzen Lohn und all ihre Energie in die letztlich ungleiche Beziehung. Denn so sehr sich Lynn auch wünscht, Chiara könnte in ihr mehr als nur eine Kundin sehen – am Ende bleibt sie auf den Tickets sitzen, die sie für eine gemeinsame Reise besorgt hat. Ein Gedanke, der Lynn schon als Kind beschlich, scheint sich zu manifestieren: Alles im Leben ist nur Lug und Trug. Doch Lynn gibt nicht auf. Zum einen bleibt ihr ja das Putzen. Denn „das Schöne am Putzen ist, dass es immer wieder schmutzig wird“. Und Lynn fängt noch einmal ganz von vorne an. Ein letztes Mal legt sie sich unter ein Bett – unter das Bett ihrer Mutter.

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Der Regisseur Ingo Haeb

Ingo Haeb wurde 1970 in Hamburg geboren und absolvierte nach verschiedenen Hospitanzen am Schauspielhaus Düsseldorf zunächst ein Regiestudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln und danach ein Drehbuchstudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb).

Er arbeitet seit 1999 als Drehbuchautor und Regisseur und hat seitdem sieben Filme auf die deutschen Leinwände gebracht. Sein Regie-Debüt, das Drama Neandertal, war 2008 in den Kinos zu sehen, 2012 folgte die Tragikomödie Sohnemänner. Für das Drehbuch zum Max- Ophüls-Preis-Gewinner von 2005, Am Tag als Bobby Ewing starb, erhielt Ingo Haeb den Förderpreis der Eurovision. Die Schimmelreiter, eine Komödie aus Ingo Haebs Feder, wurde von den Zuschauern des NDR zum ‚Beliebtesten Film Norddeutschlands’ gewählt.

Zuletzt schrieb er eine Folge für die Reihe Bloch, ein abendfüllendes TV-Drama für den WDR (gemeinsam mit seiner Ehefrau Christina Ebelt) und arbeitete am Drehbuch zu Fraktus – Das letzte Kapitel der Musikgeschichte, dem Kino-Debut des Hamburger Komiker-Trios Studio Braun, mit. Für die Romanadaption von Markus Orths „Das Zimmermädchen“ hat er wieder selbst die Regie übernommen. Ingo Haeb lebt in Köln.

Kinofilme als Regisseur:

DAS ZIMMERMÄDCHEN LYNN / D 2014
Drehbuch, Regie / Drama
Produktion: Sutor Kolonko, 58Filme in Koproduktion mit Pandora, Torus und WDR

SOHNEMÄNNER / D 2010
Drehbuch, Regie / Drama, Komödie
Produktion: Peter Rommel und ZDF, Kinoauswertung durch Aries Images
Filmfest Hamburg 2011, Eröffnungsfilm bei „Filmz“ Mainz

NEANDERTAL / D 2006
Drehbuch, Regie / Drama, Coming of age
Produktion: Peter Rommel, ZDF/Arte und GFP
Hofer Filmtage 2006, Max-Ophüls-Festival & Berlinale 2007
Nominiert für den Rising Star als bestes Debüt beim Fernsehfilmfest Baden-Baden / Nominiert für
den Hauptpreis beim Filmfest Turin 2007 / Preis der Studenten- und Kritikerjury beim Deutschen
Filmfest Nancy 2008

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