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Was ist das für ein Junge,
der auf dem Weg ins Fußballstadion inmitten lautstarker, fahnen-schwenkender
und grölender Fußballfans ganz still in der Ecke eines Kleinbusses
sitzt? Es ist gar kein Junge, sondern eine junge Frau, die sich verkleidet
hat, um das WM – Qualifikationsspiel Iran – Bahrain zu sehen.
Das hilft ihr allerdings nicht viel. Am Eingang zum Stadion wird sie
bei einer Leibesvisitation festgenommen und zu einer Umzäunung in der
Nähe des Stadions gebracht. Sie ist nur eine von vielen, hier trifft
sie auf eine ganze Gruppe fußballbegeisterter junger Frauen, die sich
wie sie als Männer verkleidet haben und auf ihren Abtransport zur Sittenpolizei
warten.
Jafar Panahis liebevolle „Komödie der Emanzipation“ (FAZ)
ist zwar Fiktion, jedoch beschreibt der iranische Filmemacher in
OFFSIDE die Realität in seiner Heimat: Frauen werden in ihren
Rechten beschnitten. Präsident Ahmadinejad hat sich zwar inzwischen
für eine Aufhebung des Verbots ausgesprochen.
Führende Großayatollahs fordern jedoch mittlerweile die
Rücknahme der Entscheidung, da sie „soziale Unsittlichkeiten“ befürchten. „Frauen
sind die Unflätigkeiten grölender Männer im Stadion
nicht zuzumuten“, ist die Begründung eines Rekruten im
Film. Täglich entstehen neue Gerüchte; so verkündete
Sportchef Abadi kürzlich, dass seine Organisation bereit sei,
in der nächsten Saison auch Frauen ins Stadion zu lassen, jedoch
nur die verheirateten. Man darf gespannt sein.
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