Offside : Presseheft

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Presseheft: Inhalt
  • Synopsis
  • Jafar Panahi über Offside
  • Chronologie der Ereignisse
  • Jafar Panahi
  • Cast
  • Crew
  • Pressestimmen


    Ein Film von Jafar Panahi

    Mit Sima Mobarak Shahi, Safar Samandar, Shayesteh Irani, M.Kheyrabadi,
    Ida Sadeghi, Golnaz Farmani, Mahnaz Zabihi, Nazanin Sedighzadeh,
    M. Kheyemeh Kabood, Mohsen Tanabandeh, Reza Farhadi, M. R. Gharadaghi

    Iran / 2006 / 88 min. / Farbe / Dolby DTS
    Gedreht in Farsi

    56. Internationale Filmfestspiele Berlin
    Silberner Bär – Großer Preis der Jury
  • Kinostart: 29. Juni 2006

    Verleih:
    Movienet Film
    Rosenheimerstr. 52
    81669 München
    Tel: 089-489 530 51
    Fax: 089-489 530 56
    movienetfilm@aol.com
    Presse:
    Filmpresse Meuser
    Egenolffstraße 13H
    60316 Frankfurt
    Tel: 069-40 58 04 0
    Fax: 069-40 58 04 13
    info@filmpresse-meuser.de

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Synopsis

Was ist das für ein Junge, der auf dem Weg ins Fußballstadion inmitten lautstarker, fahnen-schwenkender und grölender Fußballfans ganz still in der Ecke eines Kleinbusses sitzt? Es ist gar kein Junge, sondern eine junge Frau, die sich verkleidet hat, um das WM – Qualifikationsspiel Iran – Bahrain zu sehen.
Das hilft ihr allerdings nicht viel. Am Eingang zum Stadion wird sie bei einer Leibesvisitation festgenommen und zu einer Umzäunung in der Nähe des Stadions gebracht. Sie ist nur eine von vielen, hier trifft sie auf eine ganze Gruppe fußballbegeisterter junger Frauen, die sich wie sie als Männer verkleidet haben und auf ihren Abtransport zur Sittenpolizei warten.

Jafar Panahis liebevolle „Komödie der Emanzipation“ (FAZ) ist zwar Fiktion, jedoch beschreibt der iranische Filmemacher in OFFSIDE die Realität in seiner Heimat: Frauen werden in ihren Rechten beschnitten. Präsident Ahmadinejad hat sich zwar inzwischen für eine Aufhebung des Verbots ausgesprochen.
Führende Großayatollahs fordern jedoch mittlerweile die Rücknahme der Entscheidung, da sie „soziale Unsittlichkeiten“ befürchten. „Frauen sind die Unflätigkeiten grölender Männer im Stadion nicht zuzumuten“, ist die Begründung eines Rekruten im Film. Täglich entstehen neue Gerüchte; so verkündete Sportchef Abadi kürzlich, dass seine Organisation bereit sei, in der nächsten Saison auch Frauen ins Stadion zu lassen, jedoch nur die verheirateten. Man darf gespannt sein.

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Jafar Panahi über Offside

Fußball
Im Iran, wie in vielen anderen Ländern, ist der Fußball sehr wichtig. Wie Sie sich vorstellen können, sind die Unterhaltungsmöglichkeiten hier ziemlich begrenzt. So ist Fußball beides: Sport und Entertainment. Er gibt den Menschen eine Möglichkeit zu schreien, sich gehen zu lassen, all ihre aufgestaute Energie rauszulassen. Manchmal, wenn ein Fußballspiel zeitgleich mit einer Demonstration stattfindet – und der Iran gewinnt – wird selbst die Demonstration noch leidenschaftlicher.

Der Ursprung des Projekts
Vor acht Jahren schlug der Iran Australien und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft. Als die Spieler zurück nach Hause kamen, wurden sie von der Bevölkerung begeistert empfangen. Für Frauen ist im Iran der Besuch von Sportarenen verboten. Diesmal jedoch wurde Ihnen erlaubt, die Rückkehr der Spieler zu feiern. Fünftausend Frauen kamen und betraten das Stadion – was zu vielen Diskussionen darüber führte, warum Frauen überhaupt ausgeschlossen werden. Ich erinnere mich, damals den Artikel eines Sportjournalisten gelesen zu haben, der sich damit befasste, dass schon im alten Griechenland Frauen mit diesem Problem zu kämpfen hatten. 500 v. Chr. mussten Frauen sich als Männer verkleiden, um ihre Söhne, die Sporthelden waren, anfeuern zu können. Ob das nun stimmt oder nicht, es brachte mich auf erste Ideen zu diesem Projekt.
Außerdem habe ich vor vier Jahren in der Nähe des Stadions gelebt, wo unsere Nationalmannschaft trainiert. Ich wollte hin und beim Training zusehen und meine Tochter wollte mitkommen. Ich versuchte, ihr zu erklären dass das nicht ginge, aber sie wollte es dennoch versuchen. Also sind wir mit der gesamten Familie los, damit meine Frau meine Tochter wieder mit nach Hause nehmen konnte, sollte ihr der Zutritt verwehrt werden. Wir gingen also zum Stadioneingang und wie erwartet lies man meine Tochter nicht ein. Ich schickte sie mit ihrer Mutter nach Hause, aber sie fand einen anderen Weg um reinzukommen und traf dann dort zu meiner großen Überraschung wieder mit mir zusammen. Auch diese Geschichte hat mich weiter zu OFFSIDE inspiriert, die Idee war immer in einer Ecke meines Gehirns da. Als mir klar wurde, dass der Iran erneut die Chance hat, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, entschied ich, es sei an der Zeit, diesen Film zu machen.

Das Gesetz
Im Iran gibt es das Problem, dass die Grenze zwischen Erlaubten und dem Verbotenen nicht immer ganz klar ist. Wird beispielsweise Musik verboten ist, kann man sicher sein, dass die Leute sie erst recht hören. Auch interpretieren die Vertreter des Gesetzes durchsetzen sollen, oft auf sehr persönliche Weise. Aus diesem Grund wissen wir nie, ob wir es mit einem tatsächlichen Gesetz oder jemandes Interpretation davon zu tun haben. Die Polizei muss dafür sorgen, dass die Leute das Gesetz respektieren, aber die Leute werden trotzdem immer versuchen zu tun, was sie wollen. Was den Fußball angeht, ist die Atmosphäre im Stadion sehr viril und maskulin. Männer neigen in diesem Umfeld zu Rowdytum und Beleidigungen, das befeuert die Debatte, da gewisse konservative Kreise der Meinung sind, dass man Frauen einem solchen Benehmen nicht aussetzen sollte.

Der Zusammenprall der Generationen
Im Iran ist Militärdienst Pflicht, es gibt keine Zivildienstleistenden. Diese Jungs kommen aus normalen Familien, sie sind wie jeder andere. Sie kennen also die Nöte und Wünsch ihrer Generation sehr gut. Diese Soldaten stehen für Restriktionen, und sie fühlen sich nicht immer gut dabei. Und dann gibt es noch die Älteren mit ihrer traditionelleren Sichtweise. Die Traditionalisten repräsentieren beinahe zehn Prozent der Bevölkerung und sie haben die Macht. Es gibt natürlich einen Zusammenprall zwischen diesen beiden Generationen.
Jede Einschränkung ist das Resultat vieler anderer Einschränkungen. Betrachten wir eine näher, führt uns das sofort zu vielen anderen. Meine Filme funktionieren auf die selbe Art. Ich nehme ein relativ einfaches Thema und versuche, alle Frage um diese Thema herum zu entwickeln, im Grunde alles, was mit diesem Thema zu tun hat. Dieses kleine Problem steht schließlich für ein größeres Problem im einem weiteren gesellschaftlichem Kontext. Die Weltmeisterschaft ist ein internationales Ereignis. Ob im Iran oder in Japan, wir alle streben nach den selben Werten, deshalb müssen wir die Unterdrückung ausrotten. Vielleicht drücken unsere iranischen Mädchen auch den Wunsch aus, Teil der weltweiten Gemeinschaft zu sein. Doch das soll die nicht die Botschaft meines Films sein, dem Publikum steht frei, sich aus ihm mitzunehmen, was es möchte.

Fast ein Dokumentarfilm
Der Film ist wie gebaut wie eine Dokumentation, in die ich Charaktere eingefügt habe. Befinden wir uns in einem Spiel – oder Dokumentarfilm? Ich wollte, dass die Handlung diese Vieldeutigkeit widerspiegelt. Wir haben versucht die Einheit der Zeit zu wahren, damit der Zuschauer in jeder Sekunde das Gefühl hat, einem tatsächlichen Ereignis beizuwohnen. Die Orte sind real, das Geschehen ist real, und auch die Charaktere und Statisten. Darum habe ich auch absichtlich nicht mit professionellen Schauspielern gearbeitet, sie hätten etwas ‚Falsches’ eingebracht.
Es gab viel Hindernisse bei der Herstellung dieses Films. Es ist nicht so besonders schwierig, Im Iran die Drehgenehmigung für ein Fußballspiel zu bekommen, wenn man aber Mädchen im Stadion filmt, ist das eine ganz andere Sache! Und dann gibt es noch das Thema meines Rufs als Regisseur, es war uns von Anfang an klar, dass das ein Problem sein würde. Wir versuchten, so diskret wie möglich zu sein und jede Erwähnung in der Presse zu vermeiden. Dann hat aber doch fünf Tage vor Drehende eine Zeitung einen Artikel veröffentlicht, in dem stand, dass ich einen neuen Film drehe. Das Militär hat sofort angeordnet, dass die Dreharbeiten gestoppt werden. Wir sollten ihnen unsere Muster zur Überprüfung bringen. Ich habe dem Bevollmächtigten des Iran für Film sofort mitgeteilt, dass das nicht in Frage käme und ich nicht einen einzigen Soldaten für die letzten Drehtage am Set dulden würde. Glücklicherweise hatten wir nur noch wenige Szenen zu drehen, im Inneren eines Minibus, also haben wir das militärisch überwachte Gebiet einfach verlassen und sechzig Kilometer außerhalb von Teheran weitergedreht.

Reaktionen im Iran
Wenn ein Film für das Teheran Film Festival ausgewählt wird, ist es leichter, im Iran einen Verleih zu finden. Jedes Jahr fülle ich alle erforderlichen Anmeldeformulare für das Festival aus, aber bis heute ist noch keiner meiner Filme im Iran ins Kino gebracht worden. Ich habe keine andere Wahl, als optimistisch zu bleiben. Wegen dem Humor in diesem Film gibt es vielleicht eine Chance, dass er dieses Jahr ins Kino kommt. Ich denke, wenn der Film gezeigt wird, wird er die Diskussionen darüber, ob Frauen in die Stadien dürfen, wieder anfeuern. Die Weltmeisterschaft rückt näher, das Timing ist also fabelhaft. Vielleicht ist es nur ein Traum, aber ich hoffe weiter.

Japan gegen Iran
Es waren ungefähr 110.000 Menschen bei diesem Spiel. Als es vorbei war, stand ein Helikopter am Stadionausgang, den Soldaten umstellt hatten, damit ihm die Menge nicht zu nahe kam. Die Soldaten begannen, gegen die Menschenmasse vorzugehen und einige Menschen wurden im Gedränge niedergetrampelt. Es gab sieben Tote und viele mehr wurden verletzt, aber die iranische Presse veröffentlichte nur Bilder von sechs der Toten. Es gab Gerüchte, dass das siebte Opfer ein Mädchen war. Wir haben keinen greifbaren Beweis dafür, aber eine der Verletzten war ein Mädchen, das als Junge verkleidet war.

Das Schlusslied
Das Lied, mit dem ich den Film enden lasse, ist eine Art Nationalhymne. Als vor sechzig Jahren die Westmächte im Iran waren, wurde einer unserer Dichter Zeuge der Misshandlungen, die dem iranischen Volk angetan wurden. Was er sah, schmerzte ihn so, dass er ein Lied schrieb. Diese Lied erzählt von unserem Land und unserem Volk, nicht von den Staaten die es beherrscht haben. Darum lieben wir es jeden Tag mehr. Im Laufe der Jahre haben es viele Sänger interpretiert. Die Version, die wir ausgewählt haben schien mir die epischste zu sein.


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Chronologie der Ereignisse

Fußball
Im Iran, wie in vielen anderen Ländern, ist der Fußball sehr wichtig. Wie Sie sich vorstellen können, sind die Unterhaltungsmöglichkeiten hier ziemlich begrenzt. So ist Fußball beides: Sport und Entertainment. Er gibt den Menschen eine Möglichkeit zu schreien, sich gehen zu lassen, all ihre aufgestaute Energie rauszulassen. Manchmal, wenn ein Fußballspiel zeitgleich mit einer Demonstration stattfindet – und der Iran gewinnt – wird selbst die Demonstration noch leidenschaftlicher.

8.6.2005:
Iran qualifiziert sich durch das 1:0 in Teheran gegen Bahrein für die WM 2006. Während des Spiels finden vor dem Stadion die Dreharbeiten für OFFSIDE statt.

19.2.2006:
Internationale Filmfestspiele von Berlin: Silberner Bär für OFFSIDE von Jafar Panahi

24.4.2006:
Irans Präsident Ahmadinejad verkündet, dass das Stadionverbot für Frauen im Iran aufgehoben werden soll. 2 Tage später erhebt sich ein Proteststurm der Großayatollahs gegen diese Entscheidung. Ahmadinejad macht einen Rückzieher.

31.5.2006:
WM - Vorbereitungsspiel Iran:Bosnien in Teheran. Das Stadion ist halbleer. Kommentar Wolf-Dieter Poschmann: "Hätten sie mal die Frauen reingelassen."

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Jafar Panahi

Das Kino von Jafar Panahi wird oft als iranischer Neorealismus beschrieben. Wie auch immer man sein kraftvolles Werk einordnen mag, der beispiellose Humanismus seiner Filme steht außer Zweifel. Panahis Kino ist urban, zeitgemäß und reich an allen Details, die das menschliche Leben ausmachen.

Panahis DER KREIS (THE CIRCLE) gewann 2000 den Goldenen Löwen beim Filmfestival in Venedig. Das erschütternde Drama über das soziale Dilemma einiger moderner iranischer Frauen war der „Film des Jahres“ der FIPRESCI und erschien weltweit in den Top 10 Listen der Kritiker weltweit.

THE WHITE BALLOON war 1995 das Filmdebüt von Jafar Panahi, der Film gewann die Camera d’Or beim Filmfestival in Cannes. Die Geschichte der abenteurlichen Suche eines jungen Mädchens nach einem glücksbringenden Goldfisch für das Neujahrsfest markierte das Auftreten eines neuen Kinotalents.

1997 gewann Panahi mit DER SPIEGEL (THE MIRROR) den Goldenen Leoparden in Locarno. CRIMSON GOLD wurde 2003 in die Sektion Un Certain Regard nach Cannes eingeladen und gewann dort den Großen Preis der Jury. Weitere Festivalauszeichnungen als Bester Film folgten, bei der internationalen Kritik stieß der Film auf großen Zuspruch.

OFFSIDE wurde bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin 2006 uraufgeführt. Er wurde dort mit dem Silbernen Bären, dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

Filmografie
1995 THE WHTE BALLOON
1997 THE MIRROR
2000 THE CIRCLE
2003 CRIMSON GOLD
2006 OFFSIDE

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CAST

Sima Mobarak Shahi Erstes Mädchen Safar Samandar Soldat aus Azari
Shayesteh Irani Rauchendes Mädchen M. Kheyrabadi Soldat aus Mashadi Ida Sadeghi Fußballmädchen Golnaz Farmani Mädchen mit Tschador Mahnaz Zabibi Soldatenmädchen Nazanin Sedighzadeh Junges Mädchen M. Kheymeh Kabood Soldat aus Teheran Mohsen Tanabandeh Ticketverkäufer Reza Farhadi Alter Mann M.R. Gharadaghi Junge mit Feuerwerk

 

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Crew

Produktion, Schnitt, Regie Jafar Panahi Kamera Mahmood Kalari Drehbuch Jafar Panahi & Shadmehr Rastin Toningenieur Reza Delpak Tonaufnahmen Nezam-e-din Nezam Kiaee Setdesign Iraj Raminfar Makeup Parmis Zand Regieassistenz Ramin Rastad Produktionsmanagment Saeed Hashemi Produktionskoordination Davood Samavatyar Produktionsassistenz Ali Baradari Ton- und Schnittassistenz Mahrdad Jelokhani

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Pressestimmen

FAZ
Jafar Panahi hat mit „Der Kreis“ (2000) und „Crimson Gold“ (2003) zwei der düstersten Filme des neuen iranischen Kinos gedreht. Mit „Offside“ entdeckt er einen neuen Ton und ein neues Genre für sich: die Komödie der Emanzipation. Zugleich ist sein Film so schwerelos und präzise wie die Meisterwerke von Kiarostami und Makhmalbaf. Wer behauptet, es sei eine mittelmäßige Berlinale gewesen, hat „Offside“ nicht gesehen.

TAGESSPIEGEL
Dies ist der erste Film in der Geschichte des Kinos, dessen Zustandekommen vom Ausgang eines Fußballspiels abhing. Hätte Iran das WM-Qualifikationsspiel gegen Bahrain im Juni 2005 nicht gewonnen, hätte er „Offside“ nicht gedreht, erzählt Regisseur Jafar Panahi auf der Pressekonferenz in Berlin. Erstens wollte er das Publikum nicht mit einem bitteren Ende entlassen, zweitens brauchte er für seine Story den Freudentaumel auf den Straßen von Teheran. Kein Sieg, kein Fest, kein Film: Nicht nur die iranischen Fußballfans, auch das Berlinale-Publikum kann sich also darüber freuen, dass Mohammad Nosrati in der 47. Minute das Tor zum 1:0 schoss.
Es gibt auch schwarzen Humor in Jafar Panahis liebevoller Kom ödie.

DIE WELT
Ohne das Kino würde die Welt vielleicht glauben, ganz Iran sei voller Fanatiker, die das Atombombenbasteln nur unterbrechen, um ausländische Zeitungen nach beleidigenden Karikaturen zu durchsuchen. Dank "Offside" wissen wir nun, dass die Mehrheit der Iraner sich ihren Fanatismus für wichtigere Anlässe aufspart:

ARTE online
„ In den Wortscharmützeln, die sich zwischen den jungen Teheranerinnen und ihrem Aufseher, einem Bauern, abspielen, weiß Panahi die ganze Absurdität der künstlich aufrecht erhaltenen Geschlechtertrennung blo ßzustellen.“
„ Immer wieder stichelt Panahi, stellt die Paradoxien der modernen iranischen Gesellschaft bloß, um gleichzeitig doch der politischen Führung ein eher humanitär, denn politisch gesinntes Dialogangebot zu unterbreiten.“
„ Dass es Panahi gelungen ist, mit seinen Darstellerinnen ins Stadion zu gelangen ist, obwohl sein Film gleichzeitig sicher nicht den offenen Bruch mit dem Regime riskiert, doch als ein mutiger Schachzug zu werten – denn er zwingt Irans Führung zum Dialog, will sie sich nicht dem Vorwurf der Humorlosigkeit und Unmenschlichkeit durch die zahlreichen Fußballfans aussetzen.“

RBB Online
Das soziale Dilemma, in das moderne iranische Frauen geraten können, hat Jafar Panahi in seinen vorangegangenen Filmen schon häufiger thematisiert. Diesmal erzählt er davon und von einem verletzten Frauenrecht in Form einer gewitzten Kom ödie.

JUMP CUT
„ Hier misst der Film die Spielräume in den Geschlechterverhältnissen einer zerrissenen Gesellschaft mit spielerischer Präzision aus.“
„ Offside“ ist ein Film von größtmöglicher Einfachheit. Alles daran übt eine weit reichende Mimikry ans Dokumentarische. Kein Stilwille, keine Absicht zur Sichtbarkeit einer Form drängen sich zwischen die semidokumentarische Wirklichkeit und ihre nach Möglichkeit unmittelbare Abbildung. Man hat Panahis Arbeiten, mit einigem Recht, neorealistisch genannt – und gewiss verträgt das, was er will, weder dramaturgische Zuspitzungen noch allegorische Aufladung. Über die simple Offensichtlichkeit des Titels hinaus, der die Rolle der Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft beschreibt, geht es hier sehr ums Konkrete. Es ist gut und auch schön, dass die Figuren des Films weit reichende Konflikte aushandeln, ohne jede für sich für etwas anderes zu stehen als eben nur für sich selbst.

Kino-zeit.de
„ Den Auftakt machte der iranische Regisseur Jafar Panahi, der sich, passend zum WM-Jahr 2006, mit dem Thema fußballverrückter Frauen in seinem Land beschäftigt. Offside erzählt die Geschichte eines Fußballspieles der iranischen Nationalmannschaft. Gewinnen die elf Kicker, fahren sie zur Weltmeisterschaft nach Deutschland. Dementsprechend fanatisch und aufgeheizt ist die Stimmung unter den tausenden Fans. Panahi konzentriert sich aber nicht auf die Geschehnisse auf dem Spielfeld, sondern begleitet eine Gruppe iranischer Frauen, die um jeden Preis ins Stadion und zum Spiel wollen. Das ist ihnen nach geltenden Gesetzen strikt untersagt und so müssen sie sich eine Menge einfallen lassen, um an den Wächtern und Kontrollen vorbei zu kommen. Als Jungen verkleidet versuchen sie sich Zugang zu verschaffen, doch alle Mühe hilft nicht: Die Frauen werden entdeckt und festgenommen. Was nun für sie folgt, sind neben 90 quälenden Minuten hinter einer Sichtschutzmauer auch die gerichtliche Verfolgung. Der Film beweist auf eine berührende Art, was für verbindende und übergreifende Wirkung dieser Sport haben kann. Am Ende tanzen Männer und Frauen gemeinsam auf der Straße und feiern den Erfolg ihres Teams. Ein politischer und bewegender Film über die Macht des Fußballs, die gesellschaftliche Entwicklung und verschwimmende Geschlechterrollen im Iran. Ein Film, der nicht nur wegen der WM in Deutschland zur richtigen Zeit kommt. Mit Offside gibt der Regisseur einem im Westen unbekannten Volk ein Gesicht und nimmt Ängste und Vorurteile. Wenn der Sport weiterhin so verbindet, ist Deutschland in den Wochen der WM ausnahmslos im Freudentaumel“

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