Oktoberfest : Presseheft

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Presseheft: Inhalt

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Besetzung, Stab, Produktion und Technische Daten
Besetzung

Max :

August Schmölzer

Birgit :

Barbara Rudnik

Richard :

Peter Lohmeyer

Kraitmair :

Branko Samarovski

Edmund :

Gunnar Möller

Maria :

Hildegard Kuhlenberg

Karl :

Arndt Schwering-Sohnrey

Frank :

Christoph Luser

Rena :

Anna Brüggemann

Sophie :

Philippine Pachl

Jenny :

Samira Bedewitz

Marc :

Rick Nadler

Gianni :

Antonio Prisco

Fabrizio :

Alessandro Riceci

Alessandro :

Marco Basile

Katrin :

Mina Tander

Lisa :

Julia Dietze

Bäumler :

Rudolf W. Brem

Tamiko :

Nahoko Fort-Nishigami

Takeshi :

Gen Seto

 
Stab

Regie und Drehbuchuch:

Johannes Brunner

Produzenten:

Kirsten Hager, Eric Moss

Producer:

Marcus Welke

Herstellungsleitung:

Renate Stoecker-Szaggars

Produktionsleitung:

Dirk Engelhard

Aufnahmeleitung:

Gabriele Schönfeld

Regie-Assistenz :

Anke Köster / Michael Twinem

Kamera:

Thomas Riedelsheimer

Kamera-Assistenz:

Jürgen Kemmer

Musik:

Raimund Ritz / Rainer Kühn

Schnitt:

Horst Reiter

Schnitt-Assistenz:

Anouchka Tatjana Malnovic

Ton:

Max Thomas Meindl

Casting:

An Dorthe Braker

Ausstattung:

Christian Kettler

Kostüm:

Natascha Curtius-Noss

Maske:

Tatjana Gluska

 

Produktion

Eine Produktion der Hager Moss Film GmbH
in Koproduktion mit dem BR und ARTE
gefördert durch FFF Bayern, FFA und BKM
im Verleih der Movienet Film GmbH
im Weltvertrieb der Telepool GmbH

 

Technische Daten

Deutschland 2005 - Länge 120 Minuten - Format: 35mm Dolby Digital



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Pressenotiz

Das Münchner Oktoberfest, ein Phänomen - internationaler Treffpunkt von Millionen und Kristallisationspunkt von Erwartungen. Das größte Volksfest der Welt ist in OKTOBERFEST mehr als Masse, Maßkrug und Melting Pot, ist Mythos und Magie, Endstation Sehnsucht.
In der jährlichen Ausnahmesituation zwischen harter Wirklichkeit und hellem Wahnsinn wird die Wiesn zur hemmungslosen Superparty, zum Ort zerplatzter Illusionen und romantischer Träume, falscher Versprechungen und verrückter Hoffnung. Weitab von jedem Klischee treibt Regisseur Johannes Brunner sieben spannende Geschichten von völlig unterschiedlichen Menschen wie Keile in den „Monolith Oktoberfest“, verwebt in diesen deutschen „Short Cuts“ das große Schicksal und die Suche nach dem kleinen Glück zu einer atmosphärisch dichten „comédie humaine“ an deren Ende es heißt Arrivederci, Au revoir, Good Bye, Sayonara, Auf Wiedersehen!

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Kurzinhalt

Der letzte Tag auf dem OKTOBERFEST: Menschen begegnen und verlieren sich in der gewaltigen Menge, verfangen sich im feingesponnenen Netz ihrer Gefühle, gehen im Hexenkessel bierseliger Stimmung an Grenzen und überschreiten sie. So zweifelt die Festzeltbedienung Birgit (Barbara Rudnik) an ihrer in Routine erstarrten Ehe mit dem untreuen Musiker Max (August Schmölzer), gerät Richard (Peter Lohmeyer) in einen schweren Konflikt zwischen junger Geliebter und väterlicher Verantwortung, verliebt sich der gut aussehende Italiener Alessandro ausgerechnet in eine Japanerin auf Hochzeitsreise, nimmt eine alt eingesessene Schaustellerfamilie Abschied von Tradition und Vergangenheit. Wie die Gondeln des Riesenrades drehen sich die einzelnen Geschichten um eine Achse, werden von ihr zusammen und in Bewegung gehalten. Das größte Volksfest der Welt endet im Bierzelt mit einem letzten Tusch und magisch erstrahlenden Wunderkerzen, während draußen der Schein der bunten Lichter langsam erlöscht. Und nicht nur diejenigen, die im Getümmel ihr Herz verloren und die Liebe fanden, wagen nach Irrungen und Wirrungen den Sprung in ein neues Leben.

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Langinhalt

Der letzte Tag des Oktoberfestes. In den überfüllten Zelten steigt die Stimmung mit dem Alkoholpegel und die Musik spielt dazu. Die Menschenmassen wollen sich noch einmal so richtig amüsieren, wollen mit dem Maßkrug anstoßen, auf den Bänken tanzen, mit Fremden verbrüdern oder sich von Night Fly, Olympia Looping oder Star World in die Luft wirbeln lassen. Doch hinter den Kulissen passieren Dramen und Komödien, spielt das Schicksal mit dem Einzelnen und seinen Erwartungen Poker.

Max (August Schmölzer), Chef der Wiesnkapelle „Die Isarspatzen“, genießt seit zehn Jahren die sechzehn Tage auf der Bühne im Hofbräuzelt, wo er hoch über Tausenden von begeisterten Besuchern den Taktstock schwingt, sie anheizt und ganz in der tobenden Menge aufgeht. Ganz anders seine Frau Birgit (Barbara Rudnik), die sich als Bedienung zwischen den Bänken hindurchkämpft und nur noch müde an die unerfüllten Wünsche von Heim und Kindern denkt. Max und Birgit führen eine abgeliebte Ehe, Routine - das einzige, was vom einstigen Herzklopfen geblieben ist. Als Birgit ihren Mann dabei beobachtet, wie er sich mit einer willigen Engländerin unter der Bühne vergnügt, trifft sie eine längst fällige Entscheidung. Birgit wird einen Neuanfang wagen, während Max weiter auf „seiner Bühne“ stehen wird, immer wieder, weil´s so schön – und das sein Leben ist.

In der Küche des Hofbräuzeltes arbeiten die beiden Kameruner Talla und Njaga, sie wissen nicht mehr, wie viele Teller und Krüge sie in die Spülmaschine geschoben haben, sind aber gut drauf. Talla ist in Birgit verliebt, traut sich aber erst in letzter Minute, sich ihr schüchtern zu nähern – ohne ihre verzweifelte Lage auszunutzen, spendet er ihr Trost und gibt ihr die Kraft, sich von ihrem gleichförmigen Leben zu befreien.

Drei Italiener sind mit dem Auto nach München gekommen, um Fabrizios (Alessandro Riceci) Junggesellenabschied zu feiern, sie wollen es noch einmal so richtig krachen lassen, mit möglichst vielen blonden Frauen. Gianni (Antonio Prisco) schwärmt von den deutschen Mädchen, während Alessandro (Marco Basile) noch seiner verflossenen Liebe nachtrauert. Bald trifft das Trio auf die Freundinnen Katrin (Mina Tander) und Lisa (Julia Dietze) aus Hamburg, die schon schnell hemmungslos mit ihnen flirten. Katrin verliebt sich in Fabrizio, der spontan auf der Bühne für sie den Gefangenenchor aus „Nabucco“ schmettert. Die kalte Dusche lässt jedoch nicht auf sich warten. Lisa schnappt ihr den hübschen Jungen vor der Nase weg, reizt ihre Verführungskünste bis zum Letzten aus und Fabrizio derart, dass er jegliche Kontrolle verliert und gewalttätig wird. Und für Gianni werden die blonden Deutschen uninteressant, als er im Festzelt plötzlich eine Bekannte aus Italien wiedertrifft. Alessandro verguckt sich in die zurückhaltende Japanerin Tamiko, die ihn aus seiner Melancholie reißt. Zwei Seelenverwandte, die sich trotz Sprachschwierigkeiten verstehen, ein kurzer Moment der Zärtlichkeit, ohne Zukunft.

Denn Tamiko ist mit ihrem frisch Angetrauten Takeshi auf Hochzeitsreise. Zu Beginn des Abends sitzen sie noch mit großen Augen inmitten des Wahnsinns um sie herum, nippen etwas zögerlich am Bierkrug. Als Takeshi sich von einer Gruppe Engländer zum Trinken animieren lässt, hat dies fatale Folgen. Er verlässt das Zelt, und Tamiko, die Takeshi nicht mehr finden kann, tritt mit Alessandro einen Flug „auf goldenen Flügeln“ an. Am Ende finden sich die Flitterwöchner wieder. Um ein heftiges Stück Erfahrung mit Europa reicher.

Der kleine Marc (Rick Nadler) und seine große Schwester Jenny (Samira Bedewitz) kommen mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen zur Festwiese. Marc ist glücklich über ein paar Stunden mit seinem Vater Richard (Peter Lohmeyer), Jenny dagegen sauer, sie möchte lieber mit ihrem Freund zusammen sein. Auch Richard freut sich auf die Zeit mit seinen Kindern. Schließlich muss er seine Kinder um sechs Uhr abends wieder bei der Mutter abliefern. Doch alles kommt anders. Zufällig läuft ihm seine Geliebte (und Schülerin) Sophie (Philippine Pachl), die so alt ist wie seine Tochter, über den Weg. Er lässt seine Kinder alleine, um sich mit Sophie auszusprechen. Jenny trifft ihren Freund und verliert dabei ihren Bruder aus den Augen. Als Richard zurück kommt, beginnt ihre gemeinsame Suche nach Marc. Erst jetzt wird sich Richard seiner Verantwortung als Vater bewusst.

Sein Sohn Marc freundet sich auf seinem Streifzug über das Festgelände mit Karl (Arndt Schwering-Sohnrey), dem Sohn der Geisterbahn-Chefin Maria (Hildegard-Kuhlenberg) an. Maria kämpft um die Existenz des Traditionsbetriebes. Ihr Leben ist wie das ihres kranken Vaters Edmund (Gunnar Möller) mit der Tradition der Schaustellerei verbunden. Seit Jahrzehnten gehört die Geisterbahn zum Oktoberfest, hat aber inzwischen gegen Publikumsknaller mit der Beschleunigung eines Kampfjets keine Chance. „Auf Tradition gibt es eben keinen Kredit“. Das erfährt sie von ihrem Kollegen und Konkurrenten Bäumler (Rudolf W. Brem). Der hat ein Auge auf sie geworfen und vor Jahren Hilfe versprochen, wenn sie es nicht schaffen sollte. Ihre Durchsetzungskraft, der unbedingte Wille, das Geschäft allein zu führen, nachdem ihr Mann sie im Stich gelassen hat, imponierte ihm. Er will ihr kein Geld leihen: Wenn sie ihm die Bahn verkauft, kann sie als Geschäftsführerin weiter bei ihm arbeiten. Dazu bräuchte sie aber die Unterschrift ihres Vaters, der sie wohl verweigern wird. Für Edmund symbolisiert die Geisterbahn sein Lebenswerk und er sorgt noch einmal dafür, dass die Lichter wunderbar leuchten. Er stirbt an diesem Abend, vielleicht der richtige Zeitpunkt. Die Reise ins Jenseits tritt er mit der Geisterbahn an, eine versöhnliche Geste und ein würdiger Abschied, ein leises Adieu auf den letzten Weg.

Marias Tochter Rena (Anna Brüggemann) hat für sich schon längst beschlossen, dass mit der Schaustellerei nach diesem Oktoberfest Schluss ist. Sie will mit der unsteten Herumzieherei aufhören und ein neues, eigenes Leben außerhalb dieser Welt beginnen.
Und wieder mischt der Zufall die Karten neu. Sie begegnet Frank (Christoph Luser), einem merkwürdigen, aggressiven jungen Mann im Rollstuhl, der sie anschnauzt, als durch ihre Schuld sein Handy zu Boden fällt und sie ihm helfen will. Rena ist fasziniert von seiner Ausstrahlung und auch Frank fühlt sich von Rena angezogen. Sie verabreden sich, genießen die Aussicht von der Bavaria und Rena zeigt ihm die geheimnisvolle Welt unter der Zeltstadt.

Wenn Frank sich unbeobachtet fühlt, ruft er die Polizeiwache des Oktoberfests an und verunsichert die Besatzung mit dubiosen Hinweisen und versteckten Drohungen.
Bei Kraitmair (Branko Samarovski),dem Chef der Polizeiwache, werden schreckliche Erinnerungen an das dunkelste Kapitel der Oktoberfestgeschichte wach, das Attentat von 1980. Er wird jedoch dafür sorgen, dass diesmal das größte Volksfest der Welt nicht nur fröhlich, sondern auch friedlich ist und bleibt.
Erst sehr spät orten die Polizisten den Anrufer Frank - der ein seltsames Spiel spielt - der sich aber auch in Rena verliebt hat und nicht weiß, wie er ihr die Wahrheit offenbaren soll, ohne dass sie ihn verachtet.


Wenn die Musik ein letztes Mal aufspielt, langsam die Lichter der Wies`n erlöschen und sich wieder die Sterne in den Pfützen spiegeln, ist es Zeit zu gehen. Für die Italiener, für Richard, Takeshi und Tamiko, Lisa und Katrin - die hier nur ein paar Stunden verbrachten, für Maria, Rena, Birgit und Frank – die vielleicht nie mehr hierher kommen werden, und auch für diejenigen wie Max, Talla und Kraitmair, die das Fest am Laufen halten. Bis zum nächsten Jahr...

 
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Produktionsnotizen

Wie kommt man dazu, einen Spielfilm auf dem Oktoberfest zu drehen? Diese Frage wurde Regisseur Johannes Brunner immer wieder gestellt. Angefangen hat alles mit den Tonaufnahmen zu einem Hörspielprojekt im Jahre 1999, „Aus dem Bauch“, das sich mit der Münchner Stadtgeschichte befasst. Unter anderem mit dem Oktoberfest und vor allem mit dem Attentat von 1980. Dafür zog Brunner über das größte Volksfest der Welt und begann sich auch für dessen Historie zu interessieren. Dieser „Ort der Extreme hat mich plötzlich gepackt“, so der Regisseur. Auf knapp einer Seite präsentierte er Produzentin Kirsten Hager seine Idee zu OKTOBERFEST. Und die war angetan: „Das Oktoberfest hat etwas Populäres, etwas Volkstümliches. Mich interessierte der andere Blick auf das Oktoberfest - von Dokumentarfilmer und Kameramann Thomas Riedelsheimer und dem bildenden Künstler Johannes Brunner erwartete ich mir eine neue Herangehensweise. Dies im Zusammenhang mit Spielfilm hielt ich für einen faszinierenden Ansatz“. Gemeinsam entwickelte man das Exposé und stieg dann direkt in die Drehbucharbeit ein.
Herbert Achternbusch nahm das Fest schon in „Bierkampf“ unter die Lupe und erzählte von den Niederungen menschlicher Realität. OKTOBERFEST will Schicksale verbinden, Menschen beobachten, wie sie sich in den Zelten und den Schaustellerstraßen verlieren und wiederfinden, sich im feingestrickten Netz ihrer Gefühle verfangen und Grenzen überschreiten.
Das Phänomen Oktoberfest bot den perfekten Schauplatz für die Verfilmung unterschiedlichster Geschichten. Die Verzahnung der einzelnen Geschichten im Film war letztendlich eine andere als im Buch, der emotionale Rhythmus entstand im Schnitt.

Die größte Herausforderung des Drehs lag darin, „diese Masse an Stoff in 31 Drehtagen zu bewältigen. Einen Spielfilm an so einem schwierigen Drehort zu stemmen und dennoch unseren qualitativen Anspruch zu erfüllen, war eine Herausforderung“ so Produzentin Kirsten Hager. „In diesem Geräuschpegel von Tausenden von Menschen entwickelten wir plötzlich so etwas wie Kampfgeist nach dem Motto `da müssen wir durch`. Es brauchte einiges an Überzeugungskraft, den Wirt vom Hofbräuzelt für unser Projekt zu gewinnen. Das Team durfte den Betrieb nicht stören und sollte möglichst unsichtbar sein. Und das bei Tausenden von Besuchern, die sich durch die engen Gänge schoben, auf den Tischen tanzten und fröhlich-hemmungslos feierten“. „Es macht auch Spaß, so unmögliche Dinge möglich zu machen“, sagt Kirsten Hager. Mitten im Getobe der lärmenden Bierzelte und Schaustellerstraßen entstanden Spielszenen, in denen die Schauspieler nicht nur Teil der fiktiven Handlung, sondern immer auch Akteure des realen Festbetriebes waren, als Wiesnbedienung, als Wiesnmusiker oder Schausteller. Unglaublich aber wahr: die Schauspieler wurden von vielen Feiernden als echt angesehen. So musste Barbara Rudnik als Kellnerin Birgit über Stunden immer wieder mit drei Maß Bier in der Hand von einem Tisch zu einem schräg gegenüberliegenden gehen: „Und jedes mal wollte ein Typ mit Gamsbart am Hut ein Bier bei mir bestellen. Der hat es einfach nicht geschnallt, dass wir drehten“. Nicht leicht zu ertragen der Lärm und die Menschenmenge, „da stand man den ganzen Tag im Gedränge. An einem Tag war es besonders schlimm. Als es anfing zu regnen, strömten die Massen nur so ins Zelt. Durch uns entstand eine Art Stau und ich spürte eine ziemliche Aggression“ erinnert sich Rudnik.

Viel lag den Machern daran, Authentizität zu vermitteln, nachzuempfinden, wie der Pegel immer weiter steigt, wie alles ganz harmlos anfängt und dann eskalieren kann. Eine Szene werden alle Beteiligten nicht vergessen: Da stieg Alessandro Riceci alias Fabrizio auf die Bühne und schmetterte den Gefangenenchor aus „Nabucco“. Das ganze Zelt war aus dem Häuschen, alle sangen inbrünstig mit, „ein ganz besonderer Moment“ so Hager. Und kaum einer wusste, dass da oben ein Schauspieler agierte. „Einfach bewundernswert, wie Thomas Riedelsheimer in bayerischer Kluft mit der Super-16-mm-Kamera auf der Schulter da herumsprang, sich vor Alessandro Riceci und Marco Basile aufbaute und dabei noch die Stimmung im Zelt minutiös einfing. Als Dokumentarfilmer ist er gewohnt, sich auf das Minimale zu beschränken und dann das Maximale aus der Situation herauszuholen. Wie er sich unbeirrt durch die Menschenmenge schlängelte, das war schon eine Superleistung“, resümiert Hager. Zusätzlich fuhr eine Kamera auf einem durchs Zelt gespannten Seil und nahm die Atmosphäre auf. Insgesamt waren bei dieser Szene vier Kameras im Einsatz. Trotz Mikros am Körper der Schauspieler war es kompliziert, den Ton richtig einzufangen. Einiges musste nachsynchronisiert werden.
„ Alle Geschichten haben einen wahren Kern, spiegeln Facetten menschlichen Verhaltens wieder“ versichert Johannes Brunner, der auch akribisch über das Attentat von 1980 recherchierte, sich durch meterlange Akten arbeitete, Mitarbeiter der Wiesnwache von damals befragte. „Ich war damals noch sehr jung, aber dieses schlimmste Attentat der deutschen Nachkriegsgeschichte hat mich lange beschäftigt“ (am 26. September 1980 explodierte am Haupteingang zur Theresienwiese ein Sprengsatz, der 13 Menschen tötete und Hunderte zum Teil schwer verletzte. Das Motiv des 21 – jährigen Gundalf Köhler konnte bis heute nicht zweifelsfrei geklärt werden).

Von den insgesamt 31 Drehtagen verbrachte das Team dreizehn Tage auf der Wiesn, davon fünf Tage im Zelt, und vier Tage lang in der Geisterbahn nach dem Fest, „sonst hätten wir das nicht geschafft“ meint Brunner und weist darauf hin, dass es ziemlich kompliziert war, Szenen zu wiederholen. So wurde die Szene, in der die Italiener im Zelt die deutschen Mädels kennen lernen in einem Take gedreht. Manchmal blutete ihm beim Schnitt das Herz, wenn eine Szene herausfiel an der viel Arbeit hing.
Am Ende der Dreharbeiten herrschte „ein gutes Gefühl. Wir haben gemeinsam etwas Großartiges geschafft, jeder konnte sich auf den anderen verlassen“ lobt Barbara Rudnik.

„Das geht eigentlich gar nicht“ war ein Satz, den alle Beteiligten mindestens einmal bei der Realisierung des Projektes verwendeten. Aber es ging doch.

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Interview mit Johannes Brunner

? Was reizt Sie am Münchner Oktoberfest?
JB
: Es hat etwas gedauert, bis ich den Reiz verstanden und die Vielfalt entdeckt habe. Da gibt es so viele Geschichten und Momente, Menschen, die sich in die Arme fallen oder heftig in Streit geraten. Solche Situationen regen die Fantasie an. Man stellt sich vor, was da alles passiert. Fantastisch finde ich dieses Zusammenkommen über Grenzen hinweg. Da amüsieren sich Japaner, Italiener, Australier und Amerikaner. Und nicht nur der Alkohol lässt die Stimmung steigen. Jeder trägt Erwartungen mit sich, will raus aus dem Korsett der Realität und den Ritualen des Alltags. Das Oktoberfest ist eine unglaubliche Bühne, auf sehr dichtem Raum prallen Emotionen aufeinander und kochen noch mal so richtig hoch. Menschen begegnen und verlieren sich. Das Fest ist nicht nur lokal oder regional, sondern auch international. Die Erzählstruktur meines Films spiegelt diese Buntheit wider. OKTOBERFEST ist ein Film über unsere kleinen und großen Sehnsüchte.

? Wie kamen Sie auf die verschiedenen Figuren?
JB
: Von Anfang an war klar, dass ich außerdem bayerischen Element auch die Internationalität dieses Fests zeigen wollte, die Wiesn ist in der ganzen Welt bekannt. Ich habe im Vorfeld mit Fahrgeschäftsbesitzern gesprochen, Polizisten der Wiesnwache, Eltern, die mit ihren Kindern Karussell fuhren, Bedienungen und Festzeltmusikern gesprochen. Natürlich entsprechen die Geschichten nicht 1:1 der Realität, sie sind in der Summe komprimiert. So eine Geschichte wie die mit der Geisterbahn, die verkauft werden soll, gab es wirklich.

? Mit dem Hofbräuzelt haben Sie sich ein Zelt ausgesucht, wo es besonders wild zugeht?
JB
: Ich habe mir zwei Jahre lang das Oktoberfest so richtig gegeben und mich in alle Richtungen vorbereitet, ich wollte ein Gefühl für dieses Fest bekommen. Jedes Zelt hat seinen Charakter, wir haben uns für das Hofbräuzelt entschieden, weil es international den meisten Zuspruch hat.

? Wie konnten Sie in dem Gewühl überhaupt drehen?
JB
: Es war nicht gerade leicht. Die Ansage hieß, wir müssen geschmeidig und durchlässig sein, unauffällig. Die Leute schauten uns an, kümmerten sich aber nicht weiter um uns, wollten ihren Spaß haben. Die lassen sich ihr Fest nicht nehmen. Die außergewöhnliche Atmosphäre erlaubt es, Grenzen zu überschreiten und für einen kurzen Moment intensiver zu leben. So etwas wie diese 16 Tage gibt es nirgends auf der Welt. Wir wussten, was uns blühte.

? Gab es mal Situationen, in denen alles auf der Kippe stand?
JB
: Wir waren gut vorbereitet, das hat uns gerettet. Natürlich setzte uns der Lärm zu, aber irgendwann hatten wir uns alle daran gewöhnt. Toll war die Zusammenarbeit mit dem Chef der Wiesnkapelle. Wir haben uns mit Blicken verständigt. Manchmal hat er extra gewartet, damit wir eine Szenen abdrehen konnten, ohne störende Musik im Hintergrund.

? Welche Bedeutung hat das Riesenrad?
JB
: Ich sehe es als Metapher. Die Geschichten drehen sich um ein Zentrum, wie die Gondeln beim Riesenrad. Das Sich-Drehen ist Symbol für das Verhältnis der einzelnen Beziehungen zueinander.

? Warum lassen Sie den Film am Morgen nach dem Oktoberfest enden?
JB
: An einem sonnigen Tag mit strahlend blauem Himmel ist es einfacher, die Schatten der Vergangenheit abzuwerfen, loszulassen und abzuheben. Ich wollte Optimismus, Hoffnung, Neuanfang.

? Was war im Nachhinein die schönste Erfahrung?
JB
: Die Zusammenarbeit mit den Schauspielern. OKTOBERFEST ist mein erster langer Spielfilm und niemand hat mich hängen gelassen. Es war unglaublich, was alle durchgemacht und wie sie die Zähne zusammengebissen haben. Alle waren total bei der Sache und zeigten ein tolles Engagement. Wir fühlten uns als verschworene Gemeinschaft, die sich sagt, wir schaffen den Wahnsinn, egal was kommt.

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Interview mit Peter Lohmeyer

? Wie finden Sie als Sauerländer das Oktoberfest?
PL: Man kriegt vorher immer gute Ratschläge für dieses Gemeinschaftserlebnis, ein Art Gebrauchsanweisung, die da lautet, Du musst trinken und schunkeln können. Ich bin ja mehr ein Kettenkarussell-Fan, liebe über alles diese Karussells, wo man sich selbst noch bewegen kann und nicht mit 150 km/h nach oben geschossen wird. Meine ersten Erfahrungen mit dem Münchner Oktoberfest machte ich bei den Dreharbeiten, das war schon irgendwie lustig, wie man so von Tisch zu Tisch gezogen wurde.
? Was mögen Sie an der Figur des Richard, dessen Tag auf dem Oktoberfest mit seinen Kindern zum Desaster wird?
PL: Mir gefiel es, dass die Probleme, die er am Hals hat, nicht dick auf seiner Stirn stehen. Sie entstehen einfach. Einmal dadurch, dass die Tochter an ihren Freund denkt und der Sohn wegläuft, weil er sauer auf den Vater ist. Durch die Trennung von der Mutter sieht der Mann die Kinder nur sehr selten. Sie freuen sich und sind enttäuscht, als er sich dann der Schülerin widmet, mit der er ein Verhältnis hat. Ein unglaublicher Stress für ihn. Es ist spannend, so eine Figur mit kleinen Mitteln darzustellen und nicht schwitzig oder nervös herumzurennen.
? Ist Richard als Vater nicht überfordert?
PL: Natürlich. Diese Väter, die ihre Kinder nur am Wochenende sehen dürfen, stehen unter Druck von Mutter und Kindern. Ich lebe zum Glück nicht so. Ohne meine vier Kinder könnte ich mir das Leben gar nicht mehr vorstellen. Vater sein bedeutet Verantwortung, nicht nur die finanzielle, sondern auch eine soziale und moralische, eine Erziehungsverantwortung. Das kann man auch nur zu zweit. Eine anstrengende Angelegenheit, die aber glücklich macht.
? Inwieweit ist heute Elternsein anders als vor 50 Jahren?
PL: Die Kommunikation hat sich geändert. Heute läuft viel über Computer oder SMS, man hat weniger Zeit füreinander. Früher gab es nicht so viel Ablenkungen, man konnte sich intensiver miteinander beschäftigen.
? OKTOBERFEST ist ein Ensemblefilm, verwebt verschiedenen Schicksale an einem Tag. Die Figuren sind gleichberechtigt. War es eine Erleichterung, einen Film nicht allein schultern zu müssen?
PL: Ich bin ein Ensemble-Mensch, in einem Ensemble entwickelt man eine gemeinsame Sprache und Arbeit. Da muss man sich nicht tierisch irgendetwas ausdenken, am besten bereitet man sich gemeinsam vor. Wir hatten Leseproben, um eine gemeinsame Sprache zu finden. Bei so einer Gemeinschaftsarbeit darf niemand aus der Reihe tanzen. Es geht nicht, dass der eine Flöte spielt und der andere auf die Pauke haut.
? Sie gelten als dickköpfig und lehnen oft Angebote ab, wenn nicht alles passt?
PL
: Ich bin nicht dickköpfig. Mich auf Teufel komm raus anzupassen, ist nicht mein Ding. Man kauft auch keine faulen Erdbeeren. Das ist eine Qualitätsfrage. Manchmal verdient man mit schlechter Qualität viel Geld, aber solange ich nicht jedes Angebot annehmen muss, bin ich froh. Die guten Drehbücher liegen nicht auf der Straße. Wenn ich mich für einen Film entscheide, muss ich auch dahinterstehen - wie bei OKTOBERFEST.
? Wo tanken Sie Ihre Kräfte wieder auf?
PL
: Im Ruhrgebiet, eine Landschaft, die mir Ruhe gibt. Und beim Fußballspielen im Park oder als Zuschauer im Stadion - da wo ich abschalten kann. So richtig relaxen kann ich auch, wenn ich mit Kindern und Hund unterwegs bin. Beruf findet bei mir privat so wenig wie möglich statt.
? Woher kommt eigentlich Ihre Liebe zum Fußball und Schalke 04. Hätte das nicht auch Borussia Dortmund sein können?
PL
: Mein Vater war Pfarrer und Gemeindehäuser haben immer eine große Wiese vor dem Haus, in den 60er und 70er Jahren spielten wir draußen, Fußball, oder auch Handball. Ich bin in einer Schalke-Hochburg groß geworden, bin und werde immer ein Blauer bleiben.

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Interview mit Barbara Rudnik

? Was bedeutet Ihnen das Oktoberfest?
BR
: Die ersten Jahre in München habe ich mich geweigert auf so ein traditionelles Fest zu gehen. Dann, so mit Ende 20, habe ich eine Tour durch alle Zelte gemacht, das war etwas ganz besonderes. Überall herrschte eine andere Atmosphäre. Ich habe noch eine ganz genaue Erinnerung dran, es war ein Nachmittag, halbblauer Himmel mit schwarzen Wolken, es regnete. Da ist der Knoten aufgegangen bei mir. Das Oktoberfest erobert man sich langsam. Inzwischen freue ich mich jedes Jahr neu darauf und singe - kaum habe ich eine Maß getrunken - diese Lieder. Es ist schon erstaunlich, was da so mit einem passiert.
? Was gefiel Ihnen an der Wiesnbedienung Birgit, eine tragische Figur?
BR: Sie hat Ihre Träume vielleicht verloren, aber noch nicht ihre Sehnsüchte. Sie ist ein sehr lebendiger Mensch und gefiel mir sofort beim Drehbuchlesen, ich habe ihre Sehnsucht, die erst einmal geweckt werden musste, total verstanden. Sie hat so etwas Trauriges an sich.
? Nach welchen Kriterien wählen Sie eine Rolle aus?
BR
: Die Figur ist schon sehr wichtig. Was nützt das beste Drehbuch, wenn ich mit ihr nichts anfangen kann. Bei OKTOBERFEST fand ich Drehbuch und Figur spannend.
? Sie spielen selten die superfröhliche Frau, sondern mehr die melancholische.
BR: Wahrscheinlich liegt mir das. Jetzt arbeite ich daran, mein komödiantisches Talent etwas mehr auszubauen. So richtig fröhliche Leute gehen mir auf die Nerven.
? Ihr Film-Mann betrügt Sie. Wie würden Sie auf dieses Verhalten in Realität reagieren?
BR
: Was ist schlimmer, dass er mich betrogen oder dass er mich vor allen Menschen bloßgestellt hat? Vielleicht das letztere. So ein Bruch ist nur schwer wieder zu kitten. Aber bei der Beziehung lag schon einiges im Argen. Der Betrug war nur der auslösende Moment.
? Sie wurden in den 80er Jahren von Studenten der Hochschule für Fernsehen und Film in München entdeckt. Macht es Ihnen immer noch Spaß mit Leuten zu arbeiten, die mit Film anfangen wie Johannes Brunner?
BR
: Man bekommt da immer wieder neue Einsichten. Ich finde das erfrischend, auch wenn man manchmal etwas mehr Zeit benötigt. Die Gefahr, dass alles in Routine erstickt, besteht nicht. Und der Einsatz bei einem Erstlingswerk ist von allen Beteiligten unglaublich.
? Vertrauen Sie einem Regisseur oder nehmen Sie sich auch Freiheiten?
BR
: Wenn Dinge komplett aus dem Ruder laufen, kann man mit Erfahrungen sehr gut auf sich selbst aufpassen. Ansonsten entdecke ich mich jedes Mal wieder neu. Jeder Regisseur ist anders. Vielleicht vertraut man sich nach einer bestimmten Zeit nicht mehr sofort an, aber im Prinzip bin ich dazu bereit. Man lernt sehr viel durch die Schauspielerei, auch über sich selbst, weil man immer in Extremsituationen ist und sich der Kritik anderer Menschen aussetzt. Nicht immer ganz einfach.
? Wie haben Sie die Dreharbeiten im vollen Hofbräuzelt überstanden?
BR
: Ich wusste vorher nicht, dass man einen solchen infernalischen Lärm einfach ausblenden kann und irgendwann Scheuklappen oder Scheuohren aufsetzt und durch die Menge geht, nur das noch wahrnimmt, was man tun muss. Wenn das Zelt proppenvoll war, fehlte es an Rückzugsmöglichkeiten. Man stand den ganzen Tag in diesen Gängen. Die Kommunikation war extrem schwierig. Man spitzte nur noch Augen und Ohren, um mitzukriegen, wann fangen wir mit dem Drehen an, wie kann ich irgendeine Info erhaschen über das, was als nächstes passieren soll. Die Lautstärke war das Schlimmste. Wenn ich abends nach Hause kam war es da auch noch nicht sofort ruhig, selbst wenn es muxmäuschenstill war. Es dauerte zwei Stunden, um wieder bei sich zu sein.
? Wie sammeln Sie nach einem anstrengendem Dreh wieder Kräfte?
BR
: Am schönsten ist es, auf einen Berg zu gehen, zu wandern. Oder aus der Stadt hinaus aufs Land fahren, segeln, laufen. Ich brauche Bewegung. Da fällt der ganze Stress ab und ich fühle mich glücklich.

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Biographien - Besetzung

PETER LOHMEYER
Richard

Schon als Gymnasiast spielt Peter Lohmeyer, geboren am 12. Januar 1962 im sauerländischen Niedermarsberg, erste Rollen am Schultheater. Ab 1982 besucht der Pfarrerssohn in Bochum die Westfälische Schauspielschule, bricht das Studium aber vorzeitig ab, als er 1984 am Schauspielhaus Bochum erste Engagements erhält. Es folgen Stationen an Bühnen in Stuttgart, Wien, Düsseldorf und Berlin, wo er sich in Stücken des klassischen und modernen Repertoires einen Namen macht. Bereits 1983 absolviert Lohmeyer seinen ersten Auftritt in einem TV-Film („Noch ein Jahr und sechs Tage“), dem bisher mehr als 80 weitere Rollen in Fernsehen und Film gefolgt sind. Sein Kinodebüt gab er 1988 in Dominik Grafs „Tiger, Löwe, Panther“, mit Graf arbeitete er auch bei „Spieler“ und „Der Felsen“ zusammen. Seinen größten Erfolg feierte der bekennende Schalke-04-Fan als Kriegsheimkehrer Lubanski in Sönke Wortmanns Erfolgsfilm „Das Wunder von Bern“, in dem Lohmeyer mit seinem Sohn Louis Klamroth vor der Kamera steht. Für den Lubanski wurde er beim Deutschen Filmpreis mit dem Publikumspreis „Schauspieler des Jahres“ ausgezeichnet, den „Deutschen Filmpreis“ als Bester Nebendarsteller erhielt er für seine Rolle in „Zugvögel - einmal nach Inari“. Den Bayerischen Fernsehpreis bekam er für „Der Elefant in meinem Bett“. Er gilt als eine Größe des Independent Kinos. 1994 gründete er seine eigene Produktionsfirma GLÜCKAUF FILM, mit der er als Koproduzent bei den Filmen „Bunte Hunde“, „Die Mutter des Killers“ und „Der Cuba Coup“ fungierte und eigene Stoffe entwickelt.

Filmografie/Kino (Auswahl)

1989 SPIELER
Regie: Dominik Graf

1994 EINER MEINER ÄLTESTEN FREUNDE
Regie: Rainer Kaufmann

1995 BUNTE HUNDE
Regie: Lars Becker

1996 DIE MUTTER DES KILLERS
Regie: Volker Einrauch

1998 SIEBEN MONDE
Regie: Peter Fratzscher

1998 ZUGVÖGEL...einmal nach Inari
Regie: Peter Lichtefeld

1998 KLEINES TROPIKANA
Regie: Daniel Diaz Torres

1999 PAULS REISE
Regie: Réné Heisig

2001 DER CUBA COUP
Regie: Daniel Diaz Torres

2002 DER FELSEN
Regie: Dominik Graf

2003 DAS WUNDER VON BERN
Regie: Sönke Wortmann


2004 SÜPERSEKS
Regie: Torsten Wacker

2004 COWGIRL
Regie: Mark Schlichter

2005 PLAYA DEL FUTURO
Regie: Peter Lichtefeld

2005 AM TAG ALS BOBBY EWING STARB, 2005
Regie: Lars Jessen

2005 OKTOBERFEST
Regie: Johannes Brunner

BARBARA RUDNIK
Birgit

Barbara Rudnik wurde von Studenten der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF), München als Darstellerin entdeckt und nahm Schauspielunterricht am Zinnerstudio. Ihre erste Filmrolle spielte sie 1981 in Beate Klöckners Debütfilm „Kopfschuss“, im gleichen Jahr folgte Jochen Richters „Am Ufer der Dämmerung“. Parallel dazu stand sie mit der „Müller Truppe“ auf der Bühne des Münchner Off-Theaters in Shakespeares „Antonius und Kleopatra“ und in Büchners „Woyzeck“, am Staatstheater Stuttgart gastierte sie in Dieter Giesings „Familiengeschäfte“. Bald wurde das Fernsehen auf sie aufmerksam. Inzwischen kann sie auf Hauptrollen in über 50 nationalen und internationalen Produktionen zurückblicken. So holte sie schon in den 80er Jahren Dominik Graf für „Treffer“ vor die Kamera, Hans Christoph Blumenberg für „Tausend Augen“ und Niki List für „Müllers Büro“. In Frankreich stand sie für Francois Chardeaux` “Douce France“ vor der Kamera. Nach dem Erfolg der ZDF-Serie „Die Stadtindianer“ (1994) folgte ein Angebot dem nächsten, so war sie u.a. zu sehen in Tatort - Folgen wie „Eine todsichere Falle“ oder „Odins Rache“ und der ZDF-Reihe „Solo für Schwarz“, in Nico Hofmanns TV-Produktionen „Es geschah am hellichten Tag“ und „Der Sandmann“. Großes Aufsehen erregte sie 2003 als Ruth Brandt in dem ARD-Mehrteiler „Im Schatten der Macht“.

Filmografie/Kino (Auswahl)

1981 Kopfschuss
Regie: Beate Klöckner

1984 Tausend Augen
Regie: Hans-Christoph Blumenberg

1986 Müllers Büro
Regie: Niki List

1998 Solo für Klarinette
Regie: Nico Hofmann

1999 Der Campus
Regie: Sönke Wortmann

1999 Schnee in der Neujahrsnacht
Regie: Thorsten Schmidt

2000 Komm, süßer Tod
Regie: Wolfgang Murnberger

2005 OKTOBERFEST
Regie: Johannes Brunner


AUGUST SCHMÖLZER
Max

Nach der Schauspielschule startete August Schmölzer eine beachtliche Karriere bei Film und Fernsehen, erhielt Engagements u.a. am Residenztheater München und dem Staatstheater Stuttgart.
Im Fernsehen war er weit über 30 Mal zu sehen, in mehreren Tatorten - Folgen, der Reihe „Edel & Starck“ sowie in TV-Movies wie „Bobby“ oder „August der Glückliche“. Zu seinen Filmen gehören Robert Dornhelms „Requiem for Dominic“ (1992), Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ (1993), Katja von Garniers „Bandits“ (1997), Hans Günter Bückings „Jennerwein“, Oliver Hirschbiegels „Der Untergang“ (2004) und Johannes Brunners OKTOBERFEST.

ANNA BRÜGGEMANN
Rena

Die in München geborene Schauspielerin ist durch mehrere TV- und Kinofilme bekannt. Im Fernsehen war sie unter anderem zu sehen in "Warum läuft Herr V. Amok", "Bella Block - Kurschatten", "Baal" oder "Tatort: Vorstadtballade". Zu ihren Kinofilmen gehören Nicolai Albrechts „Mitfahrer“ (2004), Carsten Fiebelers „Kleinruppin forever“ (2004), Leo Hiemers „Komm wir träumen!“ (2004) und Johannes Brunners OKTOBERFEST.

HILDEGARD KUHLENBERG
Maria

Neben dem Theater arbeitet Hildegard Kuhlenberg für das Fernsehen in „Tatorten“, „Polizeiruf 110“ und TV-Movies. Nach Manfred Stelzers „Superstau“ (1991) und Thomas Arslans „Geschwister Kardesler“ (1997) ist OKTOBERFEST ihr dritter Kinospielfilm.


CHRISTOPH LUSER
Frank

Der aufstrebende Schauspieler gehört seit 2002 zum Ensemble der Münchner Kammerspiele (wo er derzeit als „Hamlet“ für Furore sorgt) und wirkte bisher in zwei Kinospielfilmen mit, in Achim von Borries` „Was macht die Liebe in Gedanken“ (2004) und OKTOBERFEST. Aktuell (Stand 20.6.05) ist Christoph Luser für OKTOBERFEST für den Förderpreis Deutscher Film 2005 nominiert.

ARNDT SCHWERING-SOHNREY
Karl

Arndt Schwering-Sohnrey ist sowohl auf der Leinwand wie im Fernsehen ein ständiger Gast. Als Filmschauspieler überzeugte er schon in Stefan Ruzowitzkys Thriller „Anatomie“ (2000), es folgten u.a. Jobst Oetzmanns „Die Einsamkeit der Krokodile“ (2000), Christoph Starks „Julietta“ (2001), Wolfgang Beckers preigekrönter Kinohit „Good Bye, Lenin“ (2003) und Gil Mehmerts „Aus der Tiefe des Raumes“ (2004).

JULIA DIETZE
Lisa

Neben ihren TV-Erfolgen wie in „Ghetto-Kids“ oder „Mein erster Freund und ich“ spielte Julia Dietze schon in einer Reihe von Kinofilmen mit, darunter Almut Gettos „Fickende Fische“ (2002), Gregor Schnitzlers „Soloalbum“ (2003), Achim von Borries` „Was nützt die Liebe in Gedanken?“ (2004), Gernot Rolls „Pura Vida Ibiza“ und „Erkan & Stefan - Der Tod kommt krass“ (2005) und OKTOBERFEST.

MINA TANDER
Katrin

In kurzer Zeit machte sich Mina Tander einen Namen als Film- und Fernsehschauspielerin. Zu ihren Kinospielfilmen zählen Coming-of-Age-Komödien wie Marc Rothemunds „Harte Jungs“ (2000), Marco Petrys „Schule“ (2000) sowie Elmar Fischers Drama „Fremder Freund“ (2003) und OKTOBERFEST.

RUDOLF W. BREM
Bäumler

Rudolf W. Brem arbeitet seit über 35 Jahren kontinuierlich in Fernsehen und Film. Rainer W. Fassbinder engagierte ihn in vielen Filmen, darunter „Liebe ist kälter als der Tod“ (1969), „Katzelmacher“ (1969), „Warnung vor einer heiligen Nutte“ (1971) und in der legendären Fernseh-Reihe „8 Stunden sind kein Tag“. In den letzten Jahrzehnten konzentrierte er sich sehr stark auf das Fernsehen („Tatorte“, Serien wie „Lilli Lottofee“ und TV-Movies). Nach Ulli Lommels „Daniel der Zauberer“ ist OKTOBERFEST seit langem wieder ein Kinospielfilm.

BRANKO SAMAROVSKI
Kraitmair

Schon 1978 stand Branko Samarovski erstmals vor der Kamera, bei keinem Geringeren als Herbert Achternbusch mit „Der junge Mönch“. Anschließend machte er eine Karriere beim Fernsehen, spielt aber immer wieder zwischendurch in Kinofilmen mit, so in Jo Baiers „Wildfeuer“ (1991), Michael Hanekes „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ (1994) und „Wolfszeit“ (2003), Peter Payers „Ravioli“ (2003) und „Villa Henriette“ (2004).

GUNNAR MÖLLER
Edmund

Schon als Kinderdarsteller machte der 1928 geborene Gunnar Möller während des 2. Weltkrieges auf sich aufmerksam. Nach seiner Theaterausbildung arbeitete er u.a. mit Gustaf Gründgens. Über die Jahrzehnte hinweg wechselte er zwischen Theater, Kino und Fernsehen. In den 50er Jahren war er Publikumsliebling in Filmen wie Alfred Brauns „Tausend rote Rosen blüh´n“ (1952), J.A. Hübler-Kahlas „Hollandmädel“ (1953) oder Georg Jacobys „Nachts im grünen Kakadu“ (1957). Zu seinen ganz großen Erfolgen zählen Kurt Hoffmanns „Ich denke oft an Piroschka“ (1955) und Frank Wisbars „Hunde wollt ihr ewig leben?“ (1958). Vor OKTOBERFEST sah man ihn in den letzten Jahren vor allem in Fernseh-Serien wie „Tatort“, „Freunde wie wir“, „Ein Fall für Stefanie“ oder „Ein Fall für zwei“.

ANTONIO PRISCO
Gianni

2003 “Ascolta la canzone del vento”

ALLESSANDRO RICECI
Fabrizio

2004 „I Pavoni“, 2003 „Facciamo Paradiso“, „Guardami“

MARCO BASILE
Allessandro

2004 „Domani“, „In questo mondo di ladri“, 2204 „Donne in Bianco“, „Ispettore Giusti“

Das japanische Ehepaar wurde gespielt von Nahoko Fort-Nishigami als Tamiko und Gen Seto als Takeshi.

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Biographien - Stab

JOHANNES BRUNNER
Regie und Drehbuch

Johannes Brunner ist bildender Künstler und Regisseur, setzt sich seit langem auf ungewöhnliche Art und Weise mit dem Medium Film auseinander. Er absolvierte ein Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste, München und war drei Jahre Assistent für Bildhauerei in der Klasse von Professor Olaf Metzel. Im Jahre 1992 erhielt er den Debütantenpreis der Münchner Kunstakademie und übernahm zwei Jahre später dort auch einen Lehrauftrag und im Jahre 2000 eine Gastprofessur, unterrichtete an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. Er arbeitet mit dem Komponisten Raimund Ritz zusammen.
„ Die gesteigerte Fahrt“ erhielt das Prädikat „besonders wertvoll“, „5 Stücke“ den Internationalen Videokunstpreis

Kurzfilme/Videos
1992 5 Stücke
1996 Die gesteigerte Fahrt
1998 Vom Nassen Tod
1999 Vex
1999 Simone
2000 Twilight

Spielfilm
2005 OKTOBER

THOMAS RIEDELSHEIMER
Kamera

Thomas Riedelsheimer arbeitet seit 1986 als freier Atuor, Regisseur und Kameramann in München. Neben Kulturdokumentationen für das Fernsehen („Lhasa und der Geist Tibets“, 1997) setzt er sich in seinen Filmen vor allem mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander, dem Bezug zwischen Kunst, Kultur und Gesellschaft. Oft setzt er nicht nur das Licht und führt Regie, sondern schneidet und produziert seine Filme auch noch selbst. Schon in der Vergangenheit arbeitete er mit Johannes Brunner bei verschiedenen Film- und Videoprojekten zusammen.
Riedelsheimer wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. 1993 mit dem “Grimme Preis“ in Gold für „Sponsae Christi - Die Bräute Christi“, mit dem „Deutschen Kamerapreis“ 2001 für seinen Kinodokumentarfilm über den schottischen LandArt-Künstler Andy Goldsworthy, dafür gab es auch gleich zwei „Deutsche Filmpreise“, den für den „Besten Dokumentarfilm“ und für die „Beste Kamera“. Seine außergewöhnliche Musik-Doku „Touch the Sound“ über die gehörlose Solo- Percussionistin Evelyn Glennie erhielt 2004 in Locarno den Preis der „Semaine de la Critique“.

Filmografie (Regie und Kamera)

1991 Sponsae Christi - Die Bräute Christi
1992 Bildschirmherrschaft
1994 Schweben heißt Lieben - Menschen jenseits der Norm
1997 Metamorphosen - Begegnungen mit dem Tod
2000 Rivers and Tides
2004 Touch the Sound
2005 OKTOBERFEST (Kamera)

HORST REITER
Schnitt

Horst Reiter stammt aus Ravensburg/Württemberg und studierte Sozialwesen an der evangelischen Fachschule für Sozialwesen in Freiburg/Breisgau.
Danach begann er freiberuflich mit der Erstellung verschiedener eigener Produktionen und der Leitung von Kursen und Seminaren zu den Themenbereichen Foto und Video. Von 1985 bis 1990 arbeitete er als (Senior-)Editor und Abteilungsleiter Editing bei A.V. Hartwig Multivideo in München, seit 1991 ist er freiberuflicher Editor und Cutter, bei Werbefilmen (Telekom, BMW, Langnese, McDonald`s etc.) und Fernsehfilmen (darunter Ralf Huettners „Musterknaben 3“, Florian Richters „Zimmer der Angst“ oder Mark von Seydlitz` “Tod im Netz“). Die Kinofilme „Marmor Stein und Eisen“ sowie „Mondscheintarif“ wurden zum Schnittpreis nominiert.

Filmografie/Kino (Auswahl)

1995 Die Nacht der Regisseure
Regie: Edgar Reitz

1997 Dolphins
Regie: Farhard Yawari

2000 Marmor, Stein und Eisen
Regie: Hansjörg Thurn

2001 Feindliche Übernahme - althan.com
Regie: Carl Schenkel

2001 Mondscheintarif
Regie: Ralf Hüttner

2003 The Poet
Regie: Paul Hills

2005 OKTOBERFEST
Regie: Johannes Brunner

2005 Räuber Hotzenplotz
Regie: Gernot Roll

HAGER MOSS FILM GMBH

Die 1989 von Kirsten Hager und Eric Moss gegründete Filmproduktion stellt Werbe- und Spielfilme her. Im Werbebereich vielfach ausgezeichnet, kam auch mit ihrer ersten Spielfilmproduktion, Sherry Hormanns Kinofilm „Leise Schatten (1982) der Kinoerfolg - Bayerischer Filmpreis für die Beste Regie und drei Deutsche Filmpreise (Filmband in Silber, Musik und darstellerische Leistung). Auch die nächste Produktion, „Frauen sind was Wunderbares“ von Sherry Hormann wurde mit dem Bayerischen Filmpreis für Nachwuchsproduzenten ausgezeichnet.
Nach „Japaner sind die besseren Liebhaber“ (1994) von Philipp Weinges folgte die dritte Zusammenarbeit von Sherry Hormann und Hager Moss, „Irren ist männlich“, eine der erfolgreichsten Kinoproduktionen des Jahres 1995.
1997 schloss sich Sherry Hormanns Komödie „Widows“ an. In den Folgejahren produzierte die Firma mehrere TV-Filme sowie die Kinoerfolge „St. Pauli Nacht“ (1996), „Schlaraffenland“ (1999), „Mondscheintarif“ (1999) und Sherry Hormanns Fußballkomödie „Männer wie wir“ (2004). Nach OKTOBERFEST ist derzeit die Kino-Dokumentation „Am Limit“ mit Pepe Danquart in Vorbereitung.



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