Der Rote Punkt: Presseheft

 

Presseheft PDF acrobat

Presseheft: Inhalt

Ein Film von Marie Miyayama

Deutschland/Japan 2008

Montréal World Film Festival Kanada 2008 (First Films World Competition)
Internationale Hofer Filmtage 2008 (Gewinner des Förderpreises Deutscher Film)
Biberacher Filmfestspiele 2008
Internationales Filmfestival Passau 2008 (Eröffnungsfilm)
Internationales Filmfest Braunschweig 2008
Asia Filmfest München 2008
Cairo International Film Festival Ägypten 2008 (Festival of Festivals)
Goa International Film Festival of India 2008 (Internationaler Wettbewerb)
Göteborg International Film Festival 2009
Festival des Deutschen Films, Luwigshafen 2009 (Gewinner des Publikumspreises)

KINOSTART: 04.06.2009

Verleih:
Movienet Film
Rosenheimerstr. 52
81669 München
Tel: 089-489 530 51
Fax: 089-489 530 56
info@movienetfilm.de

Pressebetreuung:
Cinemaids
Kidlerstr. 4
81378 München
Tel 089-442398-11

info@cinemaids.de

 

top

Stab

Buch
  Marie Miyayama
 
  Christoph Tomkewitsch
Regie & Montage
  Marie Miyayama
Bildgestaltung
  Oliver Sachs
Casting
  Hanna Hansen
 
  Kinya Yagi
Musik
  Helmut Sinz
Szenenbild
  Gabriele Mai
 
  Shinjii Shimizu
Prodzenten
  Martin Blankemeyer
 
  Miyako Sonoki
  Besetzung
 
Aki Onodera
  Yuki Inomata
Johannes Weber
  Hans Kremer
Elias Weber
  Orlando Klaus
Erika Weber
  Imke Büchel
Martina Weber
  Zora Thiessen
 
  u.v.a.

DER ROTE PUNKT ist eine Produktion der Münchner Filmwerkstatt e.V.
in Koproktion mit Chase Film International Co., FGV Schmidle und HFF München
gefördert von ARRI Film & TV Services, FilmFernsehFonds Bayern, Manfred Durniok Foundation
Deutschland/Japan 2008, 82 min., 35 mm, Format 1 : 2,35, Farbe, Dolby SRD

top
Synopsis

Die japanische Studentin Aki Onodera reist auf den Spuren ihrer Eltern von Tokio nach
Deutschland. Im Ostallgäu lernt sie die Familie Weber kennen, von der sie spontan als Gast
aufgenommen wird – und die dadurch schon bald in heftige Turbulenzen gerät.

Die junge Japanerin Aki Onodera wird von Träumen aufgewühlt, die aus den lange verschütteten
Erinnerungen an ihre frühen Kindheitstage aufsteigen. Eigentlich sollte sie sich so kurz vor dem
Ende ihres Studiums auf die Jobsuche konzentrieren, aber stattdessen fährt sie zu ihrem
Elternhaus und entdeckt dort in einer Abstellkammer ein altes Paket aus einem fremden Land. Ein
alter Fotoapparat, in dem noch ein Film steckt, und ein vergilbter Umschlag mit einem Brief und
einer ausländischen Landkarte, auf der ein roter Punkt eine Stelle markiert, scheinen die
Schlüssel zu ihren Träumen zu sein.

Aki setzt sich über die Bedenken ihrer Eltern und ihres Freundes hinweg und fliegt alleine nach
Deutschland, um diesen Ort zu suchen. Im idyllischen Ostallgäu betritt sie auf der Suche nach
dem richtigen Weg die örtliche Polizeidienststelle, wo gerade der 18jährige Motorradraser Elias
Weber vernommen wird. Als Elias’ Vater Johannes hereinkommt, um seinen Sohn abzuholen,
bittet ihn der Polizist, die junge Japanerin mitzunehmen, da ihr Ziel ganz in der Nähe des Hauses
der Familie Weber liegt.

Vater und Sohn setzen Aki auf deren Wunsch an einem Waldrand ab, wo es außer Bäumen und
Feldern nichts Besonderes gibt, und fahren nach Hause. Als Elias nach dem Abendessen mit
seiner Schwester losfährt, um sein Motorrad zu holen, treffen sie wieder auf die junge Japanerin,
die im Regen verzweifelt nach einer Bleibe für die Nacht sucht. Sie nehmen sie mit in die Stadt -
und als sie auch dort kein Hotelzimmer finden, wird Aki kurzerhand im Gästezimmer der Familie
Weber aufgenommen.

Am nächsten Tag hilft Elias Aki bei der Suche nach der auf der Landkarte markierten Stelle. Dort
soll sich ein Gedenkstein zum Andenken an Akis leibliche Familie befinden, die vor 18 Jahren
tödlich verunglückt ist, wie Aki Elias in unbeholfenem Deutsch erklärt. Abends provoziert Elias
einen heftigen Streit mit seinem Vater, der ihm eine Ohrfeige einbringt. Elias verläßt umgehend
das Haus, gefolgt von seinem Vater, der seine Tat schon bereut. Und auch sonst zeigt sich, daß
Akis Anwesenheit und die Suche nach ihrer Vergangenheit ganz ohne ihre Absicht die
Spannungen innerhalb der Familie verstärken - und letztlich dazu führen, daß auch ein bislang
verschwiegener Teil der Weber'schen Familiengeschichte ans Tageslicht kommt.

Als Aki schließlich die gesuchte Stelle findet, setzt sich an diesem Ort alsbald jeder der
Beteiligten auf seine Art mit der Vergangenheit auseinander, um ein neues Leben beginnen zu
können…

top
Marie Miyayama über ihren Film

Der Stoff begegnete mir, als ich 1998 als Dolmetscherin eine Japanerin bei einem
außergewöhnlichen Ausflug begleitete. Sie hatte eine Landkarte dabei, auf der eine Stelle der
Bundesstraße B17 rot markiert war, zu der wir mit einem Taxi hinfuhren. Als wir dort ausstiegen,
fanden wir einen kleinen Gedenkstein am Straßenrand. 1987 verunglückte hier eine japanische
Familie tödlich bei einem Autounfall. Nur ein kleines Kind überlebte. Die Japanerin, die ich
begleitete, war eine Verwandte der verstorbenen Familie. Sie erzählte mir, daß der Unfall von
einer Person verursacht wurde, die Fahrerflucht beging und bis heute nicht identifiziert wurde.
Das Kind, das durch den Unfall seine Familie verloren hatte, wurde in Japan von seiner
Verwandtschaft adoptiert und großgezogen.

Diese reale Geschichte hat mich dazu inspiriert, eine Geschichte über zwei Personen zu erzählen,
deren Schicksale durch einen Unfall verbunden sind. Die eine Person hat dadurch ihre Familie
verloren, die andere trägt seitdem das schwere Geheimnis mit sich, unabsichtlich drei Leute – die
jungen Eltern sowie eines ihrer Kinder – umgebracht zu haben. Wie führen sie ihren Alltag weiter?
Was würde passieren, wenn sich ihre Schicksale wieder kreuzen?

Im Film wurden sowohl dokumentarische als auch fiktive Elemente zusammengefügt und
ergaben so die Geschichte von Aki, Johannes und Elias: Die junge Japanerin Aki Onodera, die ihre
Familie vor 18 Jahren durch einen Unfall verloren hat, reist nach Deutschland, um den Spuren
ihrer Vergangenheit zu folgen. Dort begegnet sie Johannes Weber, der 18 Jahre lang sein
Geheimnis nie ausgesprochen hat. Für seinen Sohn Elias, der von Geburt an unter der
Verschlossenheit seines Vaters leidet, ist die Motorradraserei die einzige Sprache, mit der er
seine Affekte ausdrücken kann. Aus heiterem Himmel bricht Aki wie ein Taifun über die Familie
Weber herein. Im Mittelpunkt des Taifuns ist es jedoch immer still und wolkenlos. Aki begibt sich
mit stoischer Gelassenheit an ihr Ziel, während die Familie Weber in den Wirbelsturm
hineingezogen wird.

Der rote Faden dieser Geschichte ist das Schweigen; mit anderen Worten, die Unfähigkeit,
miteinander zu reden. Die Hauptprotagonistin Aki redet nur abgehacktes Deutsch. Jedoch gerade
beim Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen besteht die Möglichkeit zu einer tieferen
menschlichen Kommunikation, da sich die Menschen, frei von ihren kulturell bedingten
Gewohnheiten, mit ihrem existentiellen Dasein gegenüberstehen. In solchen Situationen spielen
nonverbale Ebenen wie Blickkontakte, kleine Gesten und Antasten eine große Rolle. Diese werden
in besonderem Maße als filmische Mittel des Erzählens benutzt. Der Film bedient sich langsam
ineinander fließender atmosphärischer Bilder, die dem Zuschauer die notwendige Zeit
verschaffen, das Unausgesprochene zwischen den Bildern zu erspüren.

Außerdem ist es für mich eine faszinierende Aufgabe, durch Akis äußeren Weg ihre innere Reise
sichtbar zu machen. Mitten in der idyllischen Landschaft Süddeutschlands begegnet Aki den tief
in ihr verankerten Visionen und Träumen. Dabei ist das Bild eines schaukelnden Kindes ein
wichtiges Motiv, denn Aki pendelt seit ihrer Kindheit stets zwischen zwei Welten – zwischen ihrer
neuen Familie und ihrer leiblichen Familie, zwischen den Lebenden und den Toten – hin und her.
Der äußere Weg Akis ist gleichzeitig ein Weg zu ihrem Innersten und erreicht somit Bereiche des
kollektiven Unterbewußtseins aller Menschen. Ich wünsche mir, daß mein Film ein solches
Möbiusband wird.

Diese Seite als Text drucken...
... können Sie mit den meisten gängigen Internetbrowsern.
Wenn Sie die Anweisung "Drucken..." ausführen, erhalten Sie automatisch eine reine Textversion des Presseheftes.
top
 

Movienet Film GmbH • Rosenheimer Straße 52 • D-81669 München
Falls Sie Fragen zu dieser Seite haben sollten, schreiben Sie uns.