Wholetrain : Presseheft

Presseheft doc

Presseheft: Inhalt

Ein Film von Florian Gaag

Mit Mike Adler, Florian Renner, Elyas M’Barek, Jacob Matschenz uva.
Eine Produktion der Goldkind Film in Koproduktion mit dem ZDF „Das kleine Fernsehspiel“
In Zusammenarbeit mit megaherz film, Yeti Films und aerodynamic films
Gefördert von FilmFernsehFonds Bayern

KINOSTART: 05.10.2006

  • Verleih:
    Movienet Film
    Rosenheimerstr. 52
    81669 München
    Tel: 089-489 530 51
    Fax: 089-489 530 56
    movienetfilm@aol.com
    Presse:
    ana radica ! Presse Organisation
    Herzog-Wilhelm-Str. 27
    80331 München
    tel +49-89-23 66 120
    fax +49-89-23 66 12 20
    kontakt@ana-radica-presse.com

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Die Besetzung
David: Mike Adler
Tino: Florian Renner
Elyas: Elyas M`Barek
Achim: Jacob Matschenz
Müller: Vincenzo Rosso
Tamara: Naomi Knopf
Dina: Kristina Karst
Maria: Karina Fallenstein
Don: David Mayonga
Sitch: Talin Lopez
Ink: Sergej Lubic
Steinbauer: Alexander Held
Gruber: Patrick von Blume

u.v.m.

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Der Stab
Regie: Florian Gaag
Drehbuch: Florian Gaag
Produzenten: Christoph Müller
Sven Burgemeister
Ausführende Produzentin: Silke Bacher
Redaktion: Christian Cloos
ZDF, Das kleine Fernsehspiel
Co-Produzenten: megaherz film: Franz X. Gernstl und
Fidelis Mager
Yeti Films: Piotr Mularu
Aerodynamic Films: Florian Gaag
Herstellungsleitung: Dieter Horres
Produktionsleitung: Patty Saffeels
Kamera: Christian Rein
Ausstattung: Heike Lange
Schnitt: Kai Schröter

Musik:

Florian Gaag

Soundtrack:

Exlusive Tracks mit KRS-One, Freddie
Foxxx, O.C., Afu-Ra, Planet Asia, Grand Agent, Tame One und El Da Sensei. Alle Tracks wurden von Florian Gaag geschrieben und produziert.

GRAFFITI KÜNSTLER:
David „CEMNOZ” Kamerer, Alexej „NEON“ Tursan, Markus „WON“ Müller, Benedikt „CIEL“ Gahl, Andy „PURE“ Dolan


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Auszeichnungen

Urban World Vibe Fim Festival New York – Bester Spielfilm

Cologne Conference / Spectrum Junger Film – Bester Film

Boston International Film Festival – Bester Spielfilm

HipHop Odyssey International Film Festival New York – Bester Spielfilm

Sarajevo Film Festival – Bester Jugendfilm

Exground Film Festival – Bester Jugendfilm

Berlinale 2006 – Special Mention “Dialogue En Perspective”
Starter Filmpreis – Stadt München

Prädikat “Besonders Wertvoll” – FBW

Deutscher Kamerapreis, Förderpreis Schnitt/Kinospielfilm für WHOLETRAIN, Kai Schröter

Zuschauerpreis als 2. Bester Spielfilm bei dem Internationalen Filmwochenende Würzburg 2007

Vornominierung für den Deutschen Filmpreis 2006 in den Kategorien Bester Film, Bester Schnitt, Beste Musik, Bestes Kostüm, Beste Ausstattung, Beste Tongestaltung. Nominierung in der Kategorie Beste Tongestaltung

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Kurzinhalt

Florian Gaag erzählt in seinem fulminanten, vielfach preisgekrönten Kinodebüt WHOLETRAIN die Geschichte einer Crew von vier Graffiti-Writern - David, Tino, Elyas und Achim - die sich der Szene mit ihren eigenen Hierarchien, Werten, Regeln und Codes verschrieben haben. Nacht für Nacht ziehen sie los, um die U-Bahnen der Stadt mit ihren opulenten Bildern zu verzieren. Als eine andere Crew auftaucht und die vier herausfordert, entbrennt ein kreativer Wettstreit, der das Leben der Protagonisten für immer verändern wird.
Es geht um ein Leben am Limit. Immer an der Grenze zur Illegalität, immer auf der Flucht vor der Polizei. Es geht um die Eroberung urbaner Räume, um Freundschaft, Leidenschaft und unbändige Kreativität.


WHOLETRAIN ist ein hochspannendes, emotional packendes Drama, das zum ersten Mal tief eintaucht in den geheimen Kosmos der Graffiti-Szene. Atemlos pendeln die Hauptfiguren zwischen zwei Welten – ihrem persönlichen Alltag,und dem Leben in der Crew. Auf einzigartige Weise gelingt es Florian Gaag, von den daraus resultierenden Spannungen und Nöten zu erzählen, ein vielschichtiges Porträt der Charaktere zu zeichnen und so eine bislang kaum dokumentierte Subkultur authentisch und lebendig nahezubringen.
Schnelle Schnitte und grandiose Kameraführung, ein rasanter Soundtrack und ein exzellentes Schauspiel-Ensemble machen WHOLETRAIN zu einem herausragenden Kinoereignis.


Für den von ihm geschriebenen und produzierten Soundtrack arbeitete Florian Gaag mit legendären HipHop-Größen wie KRS-One, Freddie Foxxx, O.C., Planet Asia, Afu-Ra, Grand Agent, Tame One, Akrobatik und El Da Sensei zusammen
Für die Gestaltung und Ausführung des Artworks in WHOLETRAIN konnte er die international angesehenen Graffiti-Writer Neon, Won, Cemnoz, Pure und Ciel gewinnen.


Weitere Informationen unter:www.wholetrain.com und www.myspace.com/wholetrain

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Pressenotiz

Florian Gaags Spielfilm-Debüt WHOLETRAIN ist das erste deutsche Kinofilmprojekt, das die Graffiti-Szene realistisch und authentisch thematisiert. Florian Gaag selbst gehörte über mehrere Jahre zur Münchner Graffiti-Szene und studierte an der Tisch School of the Arts / New York University. Für die Gestaltung und Ausführung des Graffiti-Artwork und der Pieces konnte der Regisseur die international bekannten Graffiti-Künstler Won, Cemnoz, Pure, Ciel und Neon gewinnen.

WHOLETRAIN erzählt die Geschichte einer Crew mit vier Jugendlichen, die sich der Graffiti-Szene mit ihren eigenen Werten, Regeln und Codes verschrieben haben. Es geht um Freundschaft, um den Konflikt zwischen den Graffitiwriter mit ihrer Umwelt und um ihre Leidenschaft, die stärker ist als jede Vernunft.

Christoph Müller, Sven Burgemeister und Silke Bacher produzierten dieses Low-Budget-Projekt der Goldkind Film in Zusammenarbeit mit megaherz film und aerodynamic films. Koproduzent, mit Christian Cloos als verantwortlichen Redakteur, ist das ZDF „Das kleine Fernsehspiel“, das bereits 1983 beim Graffiti-Kultfilm „Wild Style“ beteiligt war. Der FilmFernsehFonds Bayern hat WHOLETRAIN mit 295.000 Euro unterstützt. Gedreht wurde mit einem jungen Debütanten-Ensemble vor und hinter der Kamera an 32 Drehtagen an über 50 Motiven in München und Warschau.

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Langinhalt

Graffiti bedeutet mehr als bunte Buchstaben in Sprühdosen-Technik. Viel mehr. Für David, Tino und Elyas – zusammen die Keep Steel Burning- oder KSB– Crew ist das Writen längst zu einer Leidenschaft geworden, einer Manie, die ihr gesamtes Leben bestimmt. Um Fame in der Szene zu erlangen, müssen sie sich täglich aufs Neue beweisen. Dafür sind sie bereit alles zu riskieren: Das Wohlwollen ihrer Familien, ihren Arbeitsplatz, ja selbst die eigene Freiheit.

David ist gerade zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten zur Bewährung verurteilt worden. Wegen Sachbeschädigung. Sein Bewährungshelfer bemüht sich, den Writer auf die rechte Bahn zu bringen, möchte ihm ein Studium an der Kunstakademie vermitteln. Doch David kann es nicht lassen. Er lebt weiterhin den Traum jedes Graffitiwriters, zeichnet manisch an Vorlagen für neue Pieces, hilft seinen Kumpels David und Tino im Baumarkt Sprühdosen zu klauen und hinterlässt mit ihnen auf Zugfenstern und B änken die Tags oder Kürzel ihrer Crew.

Als Konkurrenz in ihrer Stadt auftaucht, geht es ums Ganze. Eine andere Crew hat einen Wholecar oder Zugwaggon besprüht und die KSB-Crew in ihrer Writer-Ehre herausgefordert: „Euer Style war schon vor zwei Jahren alt“. Dass die ATL-Crew es auch noch wagt, die alten Pieces von Tino zu Crossen oder zu übermalen, kommt einer Kriegserklärung gleich: Die Emotionen kochen hoch, die Fäuste fliegen – doch letztendlich zählt das bessere Piece. Gewinnen kann nur, wer den Gegner an Kunstfertigkeit und Originalität mit der Sprühdose übertrifft.

Zusammen mit Davids Zögling Achim beschließt die KSB-Crew zurückzuschlagen: Einen ganzen Zug zu bemalen. Einen Wholetrain. Und so die Krone der Writer für sich zu gewinnen. Dazu müssen sie sich aber nicht nur den Fängen der Zivilfahnder entziehen, die die Graffitiwriter am Bahnhof abpassen, kontrollieren und notfalls mit physischer Gewalt durchsuchen.

Auch sonst geraten Tino, Elyas, David und Achim dauernd in Konflikt mit ihrer Umwelt:
Tino etwa riskiert mit seiner hitzigen, aufbrausenden Art ständig Prügeleien, lässt Mutter und Schwester mit ihrer Sorge um seinen Lebenswandel auflaufen und ist überfordert, als er sich einen Tag und eine Nacht um seinen kleinen Sohn kümmern soll. Schließlich versteht er mehr vom Graffitisprühen als vom Windelnwechseln.

David hat Angst, wieder erwischt zu werden, sich das Wohlwollen seines Bewährungshelfers endgültig zu verscherzen und letztendlich im Knast zu landen. Zudem muss er Elyas davon überzeugen, seinen Schützling Achim als Neuen in der Crew zu akzeptieren: Weil er aus einer reichen Familie kommt, sich als Writer noch keinen Namen gemacht hat, wird er immer wieder zur Zielscheibe von Elyas Angriffen. Für Achim aber ist es das Größte mit der KSB-Crew abhängen zu dürfen: Dafür malt er nachts heimlich Skizzen, schwänzt die Schule und brüskiert seine Eltern, die ihn lieber auf ein Internat schicken w ürden.

So ausgelassen und euphorisch sich die vier Freunde bei HipHop-Musik und Joints zum Skizzen-Austausch treffen – sie stehen unter gewaltiger Anspannung. Ein verdächtiges Klingeln an der Tür reicht aus, um panisch das Zimmer aufzuräumen und alle Beweise ihrer Writer-Tätigkeit ins Klo zu spülen. Fehlalarm hin oder her - die Angst ist ein ständiger Begleiter: Auch nachts, als sich die KSB-Crew maskiert ins Zugdepot schleicht. Tatsächlich tauchen die Sonderfahnder der Graffiti-Einheit auf. David, Tino, Elyas und Achim müssen den halbgesprühten Zug stehen lassen und fliehen fluchtartig über die Gleise.

Nach einer Nacht im angrenzenden Waldstück hat David genug. Er will aussteigen. Doch Tino ist verzweifelt, möchte nicht auf den großen Coup verzichten. Er packt bei seiner Writer-Ehre, überredet ihn, seine Crew nicht im Stich zu lassen. Für den Wholetrain noch einmal alles zu riskieren. Dann platzt mitten in die gemeinsame Grillparty am See eine schreckliche Nachricht: Tino ist tödlich verunglückt. Nachdem die Polizei zur Hausdurchsuchung angerückt war, hatte Tino die Flucht ergriffen und dabei blindlings eine belebte Straße gequert. Die Freunde sind geschockt, bleiben in stummer Trauer zur ück.

David findet seinen eigenen Weg, mit dem Verlust fertig zu werden: Er stellt sich dem Schmerz, besucht Tinos Familie und zieht anschließend durch die Stadt: „RIP Tino“ – das sprüht er am helllichten Tag, auf Mauern, Fenster, Geschäfte und Wohnhäuser. Ein Abschiedsgruß und eine Widerstandserklärung. So wie Tino hat er sich entschlossen, seine Leidenschaft zu leben. Weiterzusprühen. Mit allen Konsequenzen. Um zusammen mit der einst verfeindeten ATL-Crew doch noch zu erreichen, was dem verstorbenen Freund alles bedeutet hat. Einen Wholetrain durch die Stadt zu schicken.


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LEBENSZEICHEN AUS DEM UNTERGRUND - Graffiti als Teil der HipHop-Kultur

Lange her die Zeiten, als Straßenbrücken, Eisenbahnunterführungen und Industriebrachen Grau in Grau dämmerten, und man lediglich aus dem Fernsehen – oder den Plattenhüllen diverser Rap-LPs – von Ghetto-Jugendlichen in der New Yorker Bronx erfuhr, die mit Krylon-Markern und Spraydosen bunte, schrille, wild wuchernde Kalligraphien produzierten. Auf Züge, Busse, Parkplätze malten, und auch sonst jedes Stück Großstadt-Beton markierten. Es war der visuelle Ausdruck einer subversiven und visionären Inner City Kultur: HipHop. Dazu gehören neben Graffiti noch Breakdance, Rappen und das DJing genannte Mixen mit zwei Plattenspielern. Kunstformen, die sich gegenseitig beeinflussten und ohne einander kaum denkbar wären.

Am Anfang waren es oft Randfiguren der Gesellschaft, die ihr Außenseitertum bewusst angenommen hatten und ihre Energie in einen Sport steckten, der zwar als „Sachbeschädigung“ galt, im Vergleich mit der sie umgebenden Großstadt-Kriminalität aber ziemlich harmlos wirkte. Sie eroberten ihre Stadt mit anarchischen Namenskürzeln und Farbmarkierungen. Überzogen das Grau mit bunten Schlieren. Writing galt als eine Art Wettbewerb und die Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs dienten ihm als Spielmaterial - Tag oder Nacht, wo auch immer sie standen: Egal ob ein Bus in ein Depot einfuhr, ein Zug kurz am Bahnhof hielt, oder eine U-Bahn im Tunnel abgestellt wurde – solange sie bemalbare Oberflächen hatten, konnten sie nicht der kreativen Wut der Writer und Spraydosen-Künstler entgehen. Oder wie es der Rapper Pete Nice von 3rd Base ausdrückt: „Hopped on the railroad/ played the conductor/ everywhere I went/ I always tucked a marker in my jacket/ tagged it where I went/ cuz we’re just the / products of the environment…”.

Das war Mitte der siebziger bis Ende der achtziger Jahre. Heute sind die tausenden von bunt bemalten U-Bahn-Wägen, die einst New York durchrollten, längst einer massiven Ordnungskampagne der Behörden zum Opfer gefallen. Die Depots werden strengstens bewacht. Bemalte Züge sofort gereinigt. Doch auch wenn die Graffiti-Künstler sich neue Wirkungsorte suchen mussten: Ihr Vorbild inspiriert immer noch Jugendliche von Brasilien bis Südafrika, von Thailand bis Polen, mit Farbdosen bewaffnet aus der Unsichtbarkeit herauszutreten, anonymen Ruhm zu erlangen und sich jenseits akademischer Normen auszudrücken. Graffiti ist von diesem Planeten nicht mehr wegzudenken: Wenn Rap und DJ-Techniken den Pop grundlegend verändert haben, dann hat der visuelle Aspekt der Ghetto-Kultur unsere Sehgewohnheiten revolutioniert. Postergraphiker, Flyer-Designer, Bühnenbildner, Videoregisseure, ja selbst die Art Direktoren führender Lifestyle-Magazine nützen heute die Bildsprache der, mit Spraydosen und Filzstiften bewaffneten Kunst-Guerilla.

Aber alles der Reihe nach: Bereits Ende der 60er Jahre hatten vor allem afroamerikanische und puertoricanische Jugendliche in New York begonnen, sich durch so genannte „tags“ - flamboyante Kürzel und Nom de Guerres – einen Namen zu machen. Mit Filzstiften markierten sie ihr imaginäres Revier. So galt es nicht nur möglichst viele dieser tags zu hinterlassen – sondern auch durch immer phantasievollere Kalligraphien und Ausschmückungen zu beeindrucken. Später wurden die Buchstaben dank Aerosol-Sprühfarben immer dicker, bunter und größer. Cartoon-Figuren, Hintergrundwolken und dreidimensionale Graphik kam hinzu. Die anonymen Writer lieferten sich – ähnlich wie die Rapper mit ihren Reimkünsten - qualitative wie quantitative Schlachten um die beeindruckendsten Pieces.

Ihre „Battle“-Kultur folgte dabei organisch gewachsenen Mustern: Kreativer Wettstreit charakterisierte schon immer die urbane afroamerikanische Kultur, expressionistische Ausdrucksformen von Jazz bis Rap dienten den Ghetto-Jugendlichen, um selbst miserablen Lebensumständen ihre Selbstbestätigung abzuringen. Etwa im verbalen Schlagabtausch namens The Dozens – einem rituellen Wettstreit um die originellste Beleidigung des Gegenübers. Mehr als die Story zählt dabei das Storytelling: die kreative und übermütige Verwendung von Wortspielen, Gleichnissen, Metaphern und anrüchigstem Slang. Ziel bleibt es, den Konkurrenten herauszufordern. HipHop und Graffiti haben diesen „Battle“-Gedanken übernommen. Wenn Rap in erster Linie als verbales Duell verstanden werden muss, wer als „the Baddest“ gilt, dann haben die Writer den Wettbewerb und dessen phantasievolle, erotisch bis gewalttätig aufgeladene Sprache, ins Visuelle übersetzt. Immer verschnörkeltere und phantasievollere Graffiti bedeckten ganze U-Bahn-Waggons (Whole Cars) oder gar Züge (Whole Trains). Man begutachtete die Kunstwerke der Rivalen auf den vorbeifahrenden Zügen, beurteilte deren Technik und Originalität und versuchte selbst entsprechenden Respekt zu gewinnen – auch wenn oft nur ein Foto von der mühsamen und gefährlichen Nacht-und-Nebel-Aktion blieb. Dabei zählten Rasse und soziale Herkunft wenig, das Kunstwerk und der persönliche Mut alles.

Die meisten Writer blieben als Personen unsichtbar, ernteten ihren Ruhm im Radius ihrer eigenen Subkultur – und ließen sich bestenfalls auf HipHop-Jams und Breakdance-Wettbewerben feiern. In der öffentlichen Wahrnehmung galten die Graffiti-Künstler dagegen als gefährliche und gesetzlose Vandalen. Weil die Beseitigung ihrer „Schmierereien“ Bahnbehörden und Hauseigentümer Millionensummen kostet, wurden sie erbarmungslos von Polizei und Justiz verfolgt, und werden es immer noch. So teilen alle Writer dieselbe Angst, erwischt zu werden, Geld-, Haft- oder Prügelstrafen zu kassieren. Viele folgen immer noch den Codes der New Yorker Pioniere: Die klauten ihre Spraydosen aus Prinzip und fanden immer neue Wege, sich trotz verstärkter Kontrollen, Wachposten und Sicherheitszäunen gruppenweise in U-Bahnhöfe und Zug-Depots zu schmuggeln. Um unter extremer psychischer Anspannung und oft lebensgefährlichen Umständen Kunstwerke zu schaffen, deren einzige Belohnung der Triumph war, sein Piece eventuell durch den Bahnhof rollen zu sehen.

Die Dokumentation „Wild Style“ versuchte 1982 erstmals das Lebensgefühl des HipHop einzufangen und erhellte manchen Klischees zum Trotz die Verbindung zwischen dem Phänomen Graffiti und den neuen Tanz- und Musikmoden auf den Straßen New Yorks. Wer wusste bis dahin, wie viele Breakdancer, DJs und Rapper (von Afrika Bambaataa über KRS-One bis zu Rammelzee) als Sprayer begannen? Und wie sehr dessen Wettbewerbs-Ethik auf den jungen HipHop abfärbte? So rapt etwa KRS-One in “Build Ya Skills”: “I rock the microphone/ and take you to the streets with a Krylon/ clicka clacka clicka clacka/ take a spray can and slap a wack rapper…”. Vor allem aber begeisterte „Wildstyle“ Jugendliche weltweit für die Sprühdosen-Ästhetik der New Yorker Subkultur. Auch in Deutschland, wo schon bald besprühte S-Bahnzüge durch die Großstädte rollten. Heute ist die Graffiti-Szene in Deutschland mit die größte und aktivste weltweit. Ihre Aktivisten haben schon früh zu einer eigenen Formensprache und einem originären Stil gefunden, der wiederum die New Yorker Pioniere und deren Nachfolger beeinflusste.

Verbot hin, Sachbeschädigung her: Graffiti eroberte als visuelle Spielart des HipHop die letzten weißen – oder besser grauen – Flecken des Globus: Zu faszinierend waren die Bilder der zu rollenden Leinwänden mutierten New Yorker U-Bahn-Züge. Zu attraktiv die Vorstellung aus der Fabrikmauer um die Ecke ein Kunstwerk zu machen. Graffiti. Nach dreißig Jahren verstehen Jugendliche rund um die Welt ihre Codes. Hat sich aus den ursprünglichen Filzstift-Markierungen in der Bronx die gemeinsame, wortlose Formsprache der Generation HipHop entwickelt. Ein Virus, den keine Sanktion, keine Reinigungsmaßnahme, aufhalten konnte. Für kurze Zeit sah es gar so aus als könnte Graffiti selbst die Hochkultur erobern: Dank solcher Künstler und Marketing-Talente wie Fab Five Freddie oder Jean-Michel Basquiat gerieten Graffiti-Werke in den 70ern kurzfristig in die Downtown-Galerien New Yorks, interessierte sich die Punk-Szene für diese aggressive, lebendige Anti-Establishment-Kunstform. Später entdeckte auch die HipHop-Industrie den Vermarktungswert von Graffiti - und die klischeehaften Derivate nahmen überhand.

Für die sich immer wieder erneuernde Sprayer-Szene aber bleibt Graffiti ein Territorium mit ganz eigenen Gesetzen. Ein Wettbewerb, der einem über Nacht sowohl Fame - als auch die Rache der Justiz einbringen kann. Eine Kunst, die sich jeder marktwirtschaftlichen Vereinnahmung versperrt und deren oberste Regel Respekt lautet. Die Achtung vor der Originalität des anderen. Wer etwa einen fremden Stil kopiert oder gar das Kunstwerk eines Konkurrenten übermalt muss mit heftigen, oft gewalttätigen Reaktionen rechnen. Und je abwegiger und verbotener die Malfläche liegt, desto größer der Fame des Künstlers. So bleiben Graffiti schrille Ausrufezeichen, die den Seelenfrieden und das Rechtsempfinden der Mitbürger herausfordern. Immer noch erinnern sie an den widerständigen Geist der HipHop-Anfänge: Damals als DJs und Rapper eine neue rohe Straßenmusik erfanden, und ehrgeizige Nobodies mit Spraydosen und Filzmarkern loszogen, um der restlichen Gesellschaft von ihrer Existenz zu künden – ob der das passte oder nicht: „Du musst rausgehen“, hat es die New Yorker Graffiti-Legende Lee Quinones vor über zwanzig Jahren auf den Punkt gebracht, „malen und dich einen Outlaw nennen lassen “.

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Florian Gaag

Regie und Drehbuch

Der 1971 in Waldsassen geborene Florian Gaag begann nach seinem Abitur ein vier- jähriges Filmstudium an der Tisch School of the Arts / New York University. In den Jahren 1995-2001 realisiert Florian Gaag sowohl als Regieassistent, als auch als Regisseur diverse Kurzfilme (16mm), Kurzfilmdokumentationen und Dokumentarfilme (viele davon als Produzent und Regisseur) u.a. „Jack & Sterling“, „Greg’s Cabin“ und „Prelude“.
Florian Gaag selbst war über mehrere Jahre in der Münchner Graffiti Szene als Writer aktiv. WHOLETRAIN ist sein Spielfilm-Debüt.

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Interview mit Florian Gaag

Du hast mit „Wholetrain“ einen der ersten europäischen Kino-Spielfilme gedreht, die sich mit der Graffiti-Kultur auseinandersetzen...

Dass das nicht schon früher geschehen ist, liegt vor allem an einem großen Missverständnis: Graffiti sei angeblich vorbei. Das habe ich oft gehört, als ich Geldgeber und einen Verleih für meinen Film suchte. Tatsache ist, dass die Graffiti-Szene seit Mitte der 80er Jahre beständig gewachsen ist und ihre Aktivisten heute in jedem Winkel der Erde zu finden sind. Die Allgemeinheit sieht die Werke der Sprüher schlichtweg nicht, weil die Kultur in den vergangenen Jahren zunehmend in den Untergrund gedrängt wurde. Bemalte Züge werden sofort gereinigt. Graffitiwriter werden gejagt und von eigens geschaffenen Polizeiabteilungen erfasst. Dabei ist Writing eine gewachsene und gelebte Volkskultur. Ich sehe kein Ende der Begeisterung.

War es schwierig, die richtigen Schauspieler für Dein Kino-Debüt zu finden?

Ich habe ein Jahr lang gecastet, um die richtigen Akteure zu finden. Schauspieler, die natürlich und glaubwürdig sprechen und spielen, und denen man ein Leben als Graffiti-Künstler abnimmt, deswegen habe ich auch viele Streetcastings gemacht und Anzeigen in Writer-Mags geschaltet. Dass Mike Adler, einer der Hauptdarsteller, selbst Erfahrungen als Writer gemacht hat, ist dem Film sehr zu Gute gekommen. Andere Schauspieler haben vor den Dreharbeiten Graffiti-Nachhilfe bekommen.

Du hast selber einst als Graffiti-Spr üher Deine Spuren hinterlassen?

Bevor ich 1994 in die U.S.A. ging, um an der Tisch School of The Arts der New York University Film zu studieren, war ich jahrelang mit Sprühdose und Marker in München unterwegs. Unter anderem der Film „Wild Style“ hatte mich 1984 dazu gebracht: Rückblickend mag er ein paar Klischees transportieren. Aber er ist allein wegen der beteiligten Künstler und als Zeitdokument legendär. Gleichzeitig hat er dazu beigetragen, Graffiti zur relevantesten und einflussreichsten Jugendkultur aller Zeiten zu bef ördern. Meine Vorgeschichte hat mir jedenfalls geholfen, „Wholetrain“ aus der Writer-Perspektive zu erzählen.

Wie hat die Writer-Szene auf Deinen Film reagiert?

Durchweg positiv. Ich wurde mit „Wholetrain“ zu mehreren Filmfestivals, unter anderem in Deutschland, Italien, Südafrika und New York eingeladen. Zu den Vorstellungen sind natürlich auch viele Writer erschienen, mit denen ich mich intensiv über den Film ausgetauscht habe. Besonders berührt hat mich das gute Feedback der New Yorker HipHop- und Writer-Szene. Als ich HipHop-Legende KRS-One eine Privatvorführung von „Wholetrain“ gab, war er so begeistert, dass er sofort versprochen hat, den Film in jeder Hinsicht zu unterst ützen.

In „Wholetrain“ wird ein ganzer Zug besprüht, obwohl das doch den Strafbestand der Sachbesch ädigung erfüllt...

Es war mit das größte Problem, eine Genehmigung für die Dreharbeiten zu finden. Da wir bei einem Low-Budget-Film keinen Bahnhof oder Zug in einem Hollywood-Studio nachbauen konnten, haben wir Jahre lang nach möglichen Partnern gesucht. Die Bundesbahn wollte auf keinen Fall mit uns kooperieren: Aus Angst, der Film könne mögliche Nachahmer animieren, drohten die Verantwortlichen gar damit, sämtliche europäischen Verkehrsbetriebe über unser Vorhaben zu informieren und den Film so zu blockieren. Schließlich haben wir in Warschau eine Drehgenehmigung erhalten. Die dortigen Bahnbehörden waren sehr kooperativ. Manchmal hat ein vollbesetzter Zug gar ein paar Minuten länger am Bahnhof gehalten, bis wir mit den Dreharbeiten fertig waren.

In der Szene gilt es als Königs-Disziplin, einen „Wholetrain“ oder ganzen Zug zu besprühen. Du hast für Die Graffiti-Arbeiten in Deinem Film einige bekannte Namen engagiert.

Ja, „Cemnoz“, „Neon“, „Won“, „Ciel“ gehören für mich zu den besten writer Deutschlands. „Pure“ stammt aus der New Yorker Bronx und hat dort bereits in den frühen 80er Jahren Züge besprüht. Als wir im Depot drehten, hatten wir einen lustigen Zusammenstoß mit polnischen Writer, die mit schwer beladenen Taschen und eindeutiger Absicht mitten in der Nacht auftauchten. Sie konnten kaum fassen, wie wir im großen Stil einen Zug „bombten“ und das Ganze auch noch filmten. Später lasen wir in polnischen Writer-Foren die ungläubigen Reaktionen.

Du schaffst auf dem Soundtrack die Rückverbindung von Graffiti zur HipHop-Szene?

Ich habe für den Soundtrack von „Wholetrain“ mit KRS-One, Tame One und El Da Sensei bewusst einige MCees [=Master Of Ceremony. Bezeichnung für Rapper] gewonnen, die früher selbst als Writer wirkten. Andere wie Freddie Foxxx, Afu-Ra oder Planet Asia haben eine starke Affinität zur Kultur.

Du hast die Beats des Soundtracks selbst produziert?

Ja, alle Beats für die Vokaltracks und auch die meisten Instrumentals. Ich habe früher Schlagzeug gespielt, mir dann Anfang der 90er Jahre einen Sampler gekauft und viel mit meiner Funk-Plattensammlung experimentiert. HipHop habe ich schon gehört bevor ich mit dem Graffitiwriting anfing. Die Musik für „Wholetrain“ wollte ich exakt auf die Handlung abstimmen. Eine atmosphärische Einheit aus beiden herstellen. Ich hatte für jedes Stück bestimmte MCs im Sinn – je nach der Qualität ihrer Stimme, ihrem eher aggressiven oder introspektivem Vortragsstil.

Du hast die Machart Deines Films mit der eines Soundtracks verglichen...

Mir war von Anfang an klar, dass sich die Begeisterung für das Writing, die psychische und physische Energie der Akteure, nicht mit intellektuellen Konzepten einfangen lässt. Deshalb habe ich auf alle didaktischen Elemente verzichtet und den Film eher wie ein Musikstück angelegt. Über Schnitt-Rhythmen, Einstellungen, Atmosphären und Klangeffekte, die mit der Dramaturgie der Geschichte korrespondieren, soll sich die Welt der Protagonisten erschlie ßen.

Wie weit hat Deine Erfahrung als Writer auf die Ästhetik Deines Filmes abgefärbt?

Mir war es wichtig, das Milieu einzufangen, in dem die Akteure sich bewegen. Ihre Energie, ihre Besessenheit, das unbedingte Wollen in einer ebenso atemlosen Bildsprache einzufangen.
Der Film-Plot reflektiert den kreativen Wettstreit als Ur-Impuls der HipHop- und Graffiti-Kultur. Daraus hat sich alles entwickelt. Das MCing, die Mix-Künste der DJs und eben auch Writing. Mit „Wholetrain“ wollte ich eine Geschichte erzählen, die einige der Situationen reflektiert, die jeder Writer durchmacht, und dabei dennoch alle Klischees umfahren.

Wie schwierig war es, einen Film zu finanzieren, der so ein kontroverses Thema behandelt?

Ich habe Jahre gebraucht, um Geldgeber für „Wholetrain“ zu finden. Wenn es um Graffiti-Writing geht, sind Unverständnis und Ignoranz der Öffentlichkeit nach wie vor groß. Und welche offizielle Filmförderung investiert schon gerne in einen Film, in dem Züge mit Graffiti überzogen werden und am Ende nicht mal eine politisch korrekte Botschaft steht, die das verurteilt oder zumindest in Frage stellt? Zum Glück habe ich dann in der Redaktion des kleinen Fernsehspiel des ZDF – sie hatten bereits das zuvor erwähnte 1982er HipHop-Dokudrama „Wildstyle“ produziert - Partner gefunden, die meinen direkten, pragmatischen Ansatz mit „Wholetrain“ verstanden haben. Die Produzenten von Goldkind Film sind dann in das Projekt eingestiegen und mit deren Hilfe konnte interessanterweise die bayerische Filmförderung für den Film gewonnen werden. Mit den Koproduktionspartnern von megaherz film und Yeti Film wurde „Wholetrain“ schließlich fertig gestellt. Nach den aufwendigen Vorbereitungen und wochenlangen Dreharbeiten in Warschau blieb aber so wenig übrig, dass ich den Soundtrack aus eigener Tasche bezahlen musste.

 

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Soundtrack

Alle Tracks wurden von Florian Gaag geschrieben und produziert. Für die Vocals der Tracks konnte er einige der respektiertesten und politisch einflussreichsten Persönlichkeiten des HipHop gewinnen:

KRS-One
Kris Parker alias KRS-One gilt bereits seit den 80er Jahren - und der Gründung der HipHop-Combo Boogie Down Productions - als Wortführer des Hardcore-HipHop aus New York. Der aus der Bronx stammende Rapper war, wie der nom de guerre bereits andeutet, zeitweilig auch als writer aktiv: Dabei steht KRS-One für Knowledge Reigns Supreme. Seinen Beinamen „The Teacher“ verdankt er seinen scharfzüngigen, politisch und sozial engagierten Raps. Auf seinen Platten (etwa „Edutainment“) und mit Hilfe des von ihm betriebenen „Temple Of HipHop“-Netzwerks propagiert KRS-One HipHop als Philosophie, Lebens- und Kunstform, die weit über dessen kommerzielle Erscheinungsformen hinausreicht.

Freddie Foxxx
Seit der New Yorker 1989 mit seinem Debütalbum „Freddie Foxxx Is Here“ ins Rampenlicht trat, haben seine Raps unter anderem Tracks von Kool G. Rap & DJ Polo, Boogie Down Productions, Naughty By Nature und Gang Starr geadelt. Nach vielen Enttäuschungen mit den Major Labels, gründete er seine eigene Plattenfirma Kjac und veröffentlichte 2000 sein zweites Solo-Album „Industry Shakedown“. Unter dem Namen „Bumpy Knuckles“ nahm er dabei die Missstände der HipHop-Industrie aufs Korn.

O.C.
Gehört neben HipHop-Legenden wie Big L, Lord Finesse, Fat Joe und Diamond D zu den Gründungsmitgliedern des New Yorker Rapkollektivs Diggin’ In The Crates (D.I.T.C.) – in der auch Mainstream-Stars wie Mase und Cam’ron ihre ersten Reime spuckten.
D.I.T.C-Mitglied Showbiz produzierte 1995 einen der größten Hits von KRS-One: „Sound Of Da Police“. Der aus der Bronx stammende O.C. rapt außerdem bei Organized Konfusion.

Afu-Ra
Zum ersten Mal brachte Afu-Ra seine Energie-geladene Mischung aus Ostküsten-Hardcore-Rap und intelligenten Wortspielen auf Jeru The Damajas 1994 „Mental Stamina“ zu Gehör. Im Jahre 2000 erntete er mit seinem Debüt „Body Of The Life Force“ durchwegs positive Kritiken, und legte 2002 mit dem von DJ Premier produzierten „Life Force Radio“ nach.

Planet Asia
Sein trockener Rapstil, seine vielseitigen Lyrics und sein Battle-geprüfter Flow haben Planet Asia seit seinem 1998er Debut zu einer der Gallionsfiguren des San Francisco Bay HipHop gemacht. Mit dem Rapper-Kollegen Rasco gründete er die Cali Agents und veröffentlichte 2000 den Untergrund-Klassiker „How The West Was One “.

Grand Agent
Grand Agent begann 1995 im Rap-Untergrund von Philadelphia und überraschte fünf Jahre später Kritiker und HipHop-Fans mit dem selbstproduzierten Debüt „By Design“: Viel Sprachwitz und ein zurückgelehnter, rauer Flow, der an die Old School Qualitäten aus New York anschließt, pr ägen auch sein zweites Album „Fish Outta Water“.

El Da Sensei und Tame One
Als HipHop-Duo The Artifacts machten sich die Rapper aus New Jersey einen Namen. Ihre Musik reflektiert nicht nur die HipHop-Elemente Mcing und Djing – auch ihre Leidenschaft für Graffitiwriting spielt in ihren Texten eine große Rolle. Beide sind als writer aktiv. Ihre 1994er Debüt-Single, der Untergrundklassiker „Wrong Side Of The Tracks“ bricht eine Lanze für das „bomben“ (also Graffiti-Bemalen) von Zügen und besticht wie ihr Debüt „Between a Rock And a Hard Place“ durch funky Beats und klassische B-Boy-Attitüde. El Da Sensei veröffentlichte seit 2002 die Soloalben „Relax, Relate, Release“ und „The Unusual“.

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Die Darsteller

MIKE ADLER als DAVID

Der 1978 geborene Mike Adler absolviert seit April 2003 eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Neben seiner Arbeit vor der Kamera konnte man ihn auch auf der Theaterbühne sehen, u.a. am Berliner Theater in „Sommernachtstraum“ (Regie: Alexander Levit), und am Theater Fürst Oblomov in „Das Bildnis des Dorian Gray“, „Mesylamia“, „Acht Frauen“ (alle unter der Regie von Jürgen Bonk), sowie „Othello“ (Regie: Alexander Levit) und 2006 in der Inszenierung „Schöne Bescherung“ (Regie: Uli Hoch) am Hans-Otto-Theater in Potsdam. WHOLETRAIN ist seine erste Kinohauptrolle.

Seit Anfang 2001 ist Mike Adler außerdem unter dem MC-Namen Micro Mike, später Mike Fiction, Mitglied der KaosLoge (Tempeltainment Label), die bisher u.a. die Sampler „Einblick“ 1-3 (LPs) und „Pforten des Tempels“ (LP), sowie Damion Davis’ „Kehrseite der Medaille“ (LP) und „Rückblick“(LP) von Illuminaten veröffentlicht haben.

Filmographie (Auswahl)

2003:
Herzlutschen (Kurzfilm) Joost Renders
2004:
The Blues Gregor Schmidt
2004:
Harrys Homemarket Marko Armborst
2005:
WHOLETRAIN Florian Gaag
Polizisten (Kurzfilm) Imogen Kimmel
2006:
Dauerdienst (Serie) Matthias Glasner / Lars Kraume

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FLORIAN RENNER als TINO

Florian Renner wurde 1980 geboren und lebt und arbeitet als Musiker, Schauspieler und Filmemacher in Berlin. Als Damion aka Damion Davis aka D'Shawn steht er musikalisch für eine Mixtur aus Rap, Reggae und Rock und hat mit „Kehrseite der Medaille“ bereits ein Soloalbum released. Im Herbst 2006 erscheint sein zweites Damion Davis-Album, auf dem er sich, zusammen mit dem 4 Megaherz Orchester, wieder auf kein Genre festlegen lassen wird. Das hat Florian Renner nicht nur mit einem Ausflug vom Hip Hop zum Metal und der damit entstandenen EP von Nope bewiesen, sondern lässt sich auch auf seine Filmarbeit übertragen: Mitte 2006 erscheint sein erster eigener Film, die Berlin-Doku „Drehmoment“ auf DVD, bei der Florian Renner sowohl Regie als auch Kamera geführt hat. WHOLETRAIN ist seine erste Hauptrolle.

Filmographie (Auswahl)

2002:
Mucksmäuschenstill (Kurzfilm) Marcus Mittermeier
2005:
WHOLETRAIN Florian Gaag
2006:
Drehmoment Florian Renner

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ELYAS M`BAREK als ELYAS

Elyas M`Barek wurde 1982 mit österreichisch-tunesischer Staatsbürgerschaft in München geboren. 2001 spielte er bereits eine kleine Rolle in EPSTEINS NACHT von Urs Egger. Für das Fernsehen stand Elyas M’Barek u.a. 2001 für Kilian Riedhofs „Riekes Liebe“ und 2002 in einer Episode der Krimiserie „Alarm für Cobra 11“ (Regie: Sigi Rothemund) vor der Kamera. Beim Festival de Télévision de Monte-Carlo 2006 wurde die ARD-Vorabendserie „Türkisch für Anfänger“, in der Elyas M’Barek zum Hauptcast gehört, mit der goldenen Nymphe ausgezeichnet. WHOLETRAIN ist seine erste Kinohauptrolle.

Filmographie (Auswahl)

2001:
Epsteins Nacht Urs Egger
  Riekes Liebe (TV) Kilian Riedhof
  No Smoking (HFF München) Henning Patzner
2003:
Alarm für Cobra 11 (Episode) Sigi Rothemund
2005:
WHOLETRAIN Florian Gaag
:
Türkisch für Anfänger (Serie) diverse
2006:
Abschnitt 40 Andreas Senn
Dauerdienst (Serie) Matthias Glasner / Lars Kraume
:
Türkisch für Anfänger (2. Staffel) diverse

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JACOB MATSCHENZ als ACHIM

Seine erste Schauspielerfahrung sammelte Jacob Matschenz bereits 1999 mit KLEINE KREISE (Regie: Jakob Hilpert), mit BEFREITE ZONE (Regie: Norbert Baumgarten) folgte 2002 ein weiterer Kinofilm. WHOLETRAIN war für den 1984 geborenen Jacob Matschenz bereits seine dritte Kinorolle, danach folgte die Hauptrolle in Ingo Haebs Film NEANDERTAL. Auch für das Fernsehen stand Jacob Matschenz bereits in einer Vielzahl an Filmen vor der Kamera, u.a. 2001 in „Polizeiruf 110 – Der Spieler“ von Jürgen Brauer, im selben Jahr in einer Hauptrolle in Katalin Gödrös „Mutanten“, 2002 die Hauptrolle des Jul in „Juls Freundin“ von Kai Wessel, 2003 in dem „Tatort – Waidmannsheil“ von Peter F. Bringmann und Andreas Linkes „Experiment Bootcamp“, 2004 folgten die Hauptrollen in Till Endemanns „Das Lächeln der Tiefseefische“ und „Sex up“ (Regie: Florian Gärtner), sowie 2005 Alain Gsponers „Rose“. Im Sommer 2006 steht Jacob Matschenz in der Hauptrolle für Urs Eggers 1974 in der DDR angesiedelten Tragikkomödie „An die Grenze“ vor der Kamera.

Filmographie (Auswahl)

1999:
Kleine Kreise Jakob Hilpert
2001:
Mutanten Katalin Gödrös
2002:
Befreite Zone Norbert Baumgarten
Juls Freundin (TV) Kai Wessel
2003:
Sex up (TV) Florian Gärtner
  Tatort – Waidmanns Heil (TV) Peter F. Bringmann
  Experiment Bootcamp (TV) Andreas Linke
2004:
Das Lächeln der Tiefseefische Till Endemann
Fliehendes Land (Kurzfilm) Friederike Jehn
Zahme Vögel (Kurzfilm) Carsten Unger
2005:
WHOLETRAIN Florian Gaag
  Neandertal Ingo Haeb
  Tornado (TV) Andreas Linke
  Rose Alain Gsponer
  Tatort – Nachtwanderer (TV) Johannes Griesener
2006:
42 plus Sabine Derflinger
  An die Grenze (TV) Urs Egger

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Filmteam

CHRISTIAN REIN - Kamera

Christian Rein wurde 1970 in München geboren und war von 1996 bis 1999 DJ in der legendären Münchner Wunderbar, aus der sich 1997 der Club Atomic Café formierte. Dort legt Christian Rein jeden 2. Donnerstag als Mitglied des DJ-Teams "Soulkasperln" auf. Seine DJ-Pseudonyme sind: Der Lange, Lou Large oder Chewy.
Christian Rein führte Kamera bei den Kurzfilmen „Grounded“ von Christian Ditter, „Hypochonder“ von Maggie Peren und „Another Point of View“ von Bernd Katzmarczyk und Ken Duken. WHOLETRAIN markiert seine erste Kameraarbeit bei einem langen Spielfilm. Anschließend stand er für Christian Ditters Langfilm-Debüt „Französisch für Anfänger“ hinter der Kamera.

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KAI SCHRÖTER - Schnitt

Kai Schröter wurde 1975 in Trostberg geboren. Schon früh drehte er eigene kleine Filme auf Super-8 und Video und spielte als Gitarrist und Bassist in verschiedenen Bands. Nach praktika in Synchron- und Musik-Studios begann er als Cutter zu arbeiten. Nach der Langzeitstudie über den oberpfälzischen Stock-Car-Club aus Grünthal , die er zusammen mit Jens Utzt drehte, lagen 100 Stunden Material vor. Daraus entstand dann zusammen mit dem erfahrenen Cutter Christian Long der 45minüter „Über Stock und Stein“, der auf vielen Festivals lief und 2004 beim Dok.Fest im München mit dem FFF-Förderpreis ausgezeichnet wurde. Inzwischen arbeitet Kai Schröter als freier Cutter. Er zeichnete verantwortlich für den Rohschnitt der BBC Produktion „Shooting Dogs“ von Michael Caton-Jones. WHOLETRAIN ist seine erste Montagearbeit bei einem Kinofilm. Eine weitere Langzeitbeobachtung über das M ünchner Westend ist in Vorbereitung.

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GOLDKIND FILM

Die Produzenten: Christoph Müller, Sven Burgemeister
Ausf ührende Produzentin: Silke Bacher

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CHRISTOPH MÜLLER - Goldkind Film, Produzent

Nach dem Produktions-Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München begann der 1964 in Wuppertal geborene Christoph Müller seine Filmarbeit 1993 zunächst als Aufnahmeleiter bei der TV-Serie „DER FAHNDER“, dann als Produktionsleiter für diverse Werbespots. 1994 produzierte er die ersten Kurzfilme und war zwei Jahre später als Producer der FFP für zwei ProSieben-Thriller verantwortlich, bei denen Sigi Rothemund Regie führte. Im selben Jahr lieferte er die Idee und die Treatments zu der TV-Komödie „Die Chaos-Queen“ mit Veronica Ferres und zu dem mehrfach ausgezeichneten Fernseh-Thriller „Der Skorpion“ von Dominik Graf.

Von 1997 bis 2000 arbeitete Christoph Müller bei Helmut Dietls Diana Film, produzierte ausführend Jan Josef Liefers Regiedebüt „JACK’s BABY“, schrieb zusammen mit Helmut Dietl das Drehbuch zu LATE SHOW und war danach für die Constantin Film als Associate Producer für den Kinofilm HARTE JUNGS t ätig, den Marc Rothemund inszenierte.

2001 gründete Müller zusammen mit Hofmann & Voges Entertainment die Kino-Produktionsfirma Goldkind Film und war 2002 bei den Komödien FEUER, EIS & DOSENBIER und ERKAN & STEFAN II der ausführende Produzent. 2003 führte Müller mit dem neuen Partner TV60Film die neue Goldkind Film weiter und produzierte SOLOALBUM (Regie: Gregor Schnitzler) nach dem Roman von Benjamin Stuckrad-Barre. 2004 produzierte er mit Sven Burgemeister SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE und anschließend den Debütfilm WHOLETRAIN (Regie: Florian Gaag), bei dem Silke Bacher die ausführende Produktion übernahm.

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SVEN BURGEMEISTER - Goldkind Film, Produzent

Sven Burgemeister, geboren 1966 in Buchholz, schloss 1993 die Hochschule für Fernsehen und Film in München im Studiengang "Produktion und Medienwirtschaft" ab. Er arbeitete als freier Filmschaffender bis er 1993 begann, als Producer Fernsehproduktionen zu realisieren. Seit 1999 ist Sven Burgemeister Produzent und Mitgesellschafter der TV60Film.
Zur Auswahl seiner bekanntesten Produktionen gehören der preisgekrönte Fernsehfilm „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ von Marc Rothemund, die ZDF Krimireihe „Das Duo“, die Romanverfilmung von Amelie Frieds "Der Mann von nebenan", sowie der prämierte Film „Grüsse aus Kaschmir“ von Miguel Alexandre.
Für den TV-Film „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ erhielt Sven Burgemeister gemeinsam mit Marc Rothemund und Bernd Burgemeister die Goldene Kamera 2003 für den Besten deutschen TV Film, außerdem erhielt er für den Film „Das Duo - Der Liebhaber“ den Produzentenpreis VFF TV MOVIE AWARD 2003.
Sven Burgemeister zeichnet zudem für den Spielfilm DIE STUNDE DES LICHTS (1998), eine europäische Koproduktion mit Joachim Król in der Hauptrolle, verantwortlich. Als Geschäftsführer/Produzent der GOLDKIND FILM, gemeinsam mit Christoph Müller produzierte er, SOLOALBUM (2003). Danach folgte der Publikumserfolg und mit Preisen dekorierte Film SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE (2004).

WHOLETRAIN ist die dritte Spielfilmproduktion von Müller und Burgemeister und der Erstlingsfilm eines Regisseurs für GOLDKIND FILM.

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SILKE BACHER - Goldkind Film, Ausführende Produzentin

Silke Bacher, geboren 1974 in Ravensburg, begann ihre Filmarbeit nach ihrem Abitur und dem „International Business“ Studium 1997 an der HEAO in Arnheim. Nach diversen Produktionspraktika bei der Bavaria Film nahm sie die Tätigkeit als Produktionsassistentin bei der von der Trick Company Hamburg produzieren TV-Serie „Pipi-Langstrumpf“ auf. Silke Bacher war bei Florian Gallenbergers Kurzfilm „Quiero Ser“, der 2001 mit dem Kurzfilm Oscar ausgezeichnet wurde, 1. Aufnahmeleitung für Mondragon Film. Als Assistentin der Geschäftleitung war sie 1999-2000 bei Hofmann & Voges Entertainment tätig. Es folgten die Teilnahmen am Producer Programm der dffb Berlin 2001, die Tätigkeit als Producerin bei Hofmann & Voges Entertainment für den SAT1 Pilotfilm „Mit Herz und Handschellen“, sowie für die RTL Serie „Sinan Toprak“.
Seit Juli 2002 ist Silke Bacher als freie Produzentin aktiv. Sie ist seit Juli 2003 als ausführende Produzentin für das Spielfilmdebüt von Florian Gaags WHOLETRAIN verantwortlich.

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Pressstimmen

„Rasant, brillant, schnell. Dieser Film springt dir ins Gesicht, geht dir nicht aus den Augen, den Ohren, dem Sinn.“
Ulysses

„Berührendes Jugenddrama und Hommage zugleich.“
Süddeutsche Zeitung

„Florian Gaag hat einen kleinen Film über Graffiti-Sprayer gedreht und ein großes Porträt subkultureller Ninjas geschaffen.
Exzellentes Kinodebüt.“
Spiegel online

„Bis in die Nebenrollen sehr gut besetzter Film, der gerade in Details überzeugt und Spaß macht.“
taz

„Grandiose Liebeserklärung an die Graffiti-Szene. Ein wilder und kompromissloser Film. (...) atemlose Bilder (...) überzeugende Schauspieler (...) diese Menschen sind so echt wie nur ganz selten im Kino. Phänomenales Debüt.“
epd Film

„Wholetrain hat die Geschwindigkeit eines S-Bahnzuges auf freier Strecke.“
Die Welt

„Rasant, glaubwürdig, mit Witz und trotzdem Tiefgang. Vor allem die Musik von Florian Gaag bindet den Schnitt und verdichtet den Film zu
einer durchweg fesselnden, spannenden Erzählung.“
De:bug

„Genau, sensibel und klischeefrei.“
Berliner Zeitung

"Authentisch, rasant, ruppig (...) Wholetrain ist der überzeugendste Streifen der Sektion.“ (Berlinale 2006, Perspektive Deutsches Kino)
3 Sat Kulturzeit

„Furioser Debütfilm, der die Ästhetik der Graffiti-Art, kongenial adaptiert und perfekt umzusetzen versteht. Rasant erzählt, emotional packend, nah an den Figuren. Wholetrain gehört mit seiner passgenauen Symbiose von Staccato-Schnitt, Hip Hop-Sounddesign und Handlungsdramaturgie zu den nachhaltigsten Kinoereignissen des Jahres.“
Filmdienst

„Wholetrain is the dopest graffiti movie ever. I would put it next to „Style Wars“. I am really proud to be part of that project“.
KRS-one

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