Yes I am : Presseheft

 

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Presseheft: Inhalt

Ein Film von Sven Halfar
mit D-Flame, Adé Bantu, Mamadee und Xavier Naidoo

Im Verleih von Movienet Film
Eine Produktion von Filmtank Hamburg/ Wüste Film
Deutschland 2006/ 104 Minuten

KINOSTART: 15. Februar 2007

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Synopsis

Als Adé fünfzehn ist, wird sein Vater in Nigeria ermordet. Daraufhin zieht er zusammen mit seiner deutschen Mutter und seinen Geschwistern nach Deutschland.
Als D-Flames Probleme mit seiner Mutter eskalieren, kommt er in ein Heim. Dort beginnt er seine Gangsterkarriere.
Als Mamadee zehn Jahre alt ist, bricht die DDR zusammen und damit auch ihr Traum vom roten Halstuch der Thälmann-Pioniere.

Alle drei Protagonisten entstammen bi-nationalen Familien und mussten ohne Ihre Väter erwachsen werden. Sie sind Deutsche und fühlen sich doch nichtganz zu Hause in diesem Land. Durch ihr exotisches Aussehen werden sie als „anders“ wahrgenommen und fühlen sich nie richtig zugehörig.
Für alle drei ist die Musik ein Ventil, um ihr Leben zu reflektieren und ihre besondere Problematik zu thematisieren: Adé ist Musiker, D-Flame Rapper und Mamadee Sängerin.

Auch die Mütter der Protagonisten berichten eindrucksvoll von ihren Erfahrungen. Jede dieser Frauen hat ein individuelles Schicksal, doch alle haben schwarze Kinder in einer vorwiegend weißen Gesellschaft groß gezogen. Das verbindet sie mit vielen Familien in Deutschland, deren Kinder als Deutsche heranwachsen, auch wenn die Eltern andere Nationalitäten, Kulturen oder Hautfarben haben.

D-Flame, Mamadee und Adé begegneten sich zum ersten Mal, nachdem der Schwarze Alberto Adriano in einem Dessauer Park von drei Jugendlichen erschlagen wurde. Über zwanzig der bekanntesten afrodeutschen Musiker schlossen sich daraufhin zu dem Bandprojekt "Brothers Keepers" zusammen, spielten die Maxi Adriano (Letzte Warnung) und das Album Lightkultur ein, an dem sich auch das weibliche Pendant "Sisters Keepers" beteiligte. Sie zogen durch ostdeutsche Schulen, um selbst mit den Kids zu sprechen.

Vor diesem Hintergrund entstand der Dokumentarfilm Yes I Am! von Filmemacher Sven Halfar, der die drei Musiker Adé, D-Flame und Mamadee eindrucksvoll und einfühlsam portraitiert. Anhand der persönlichen Lebensgeschichten der Protagonisten erzählt der Film von den Schwierigkeiten, eine afrodeutsche Identität zu entwickeln und der Problematik der Integration in die deutsche Gesellschaft.

Yes I Am! verbindet die Geschichte von D-Flame, Mamadee und Adé mit der Geschichte von Brothers Keepers. Er erzählt von der Macht der Musik und davon, wie gut es tut, gemeinsam die Stimme zu erheben. Eine Geschichte vom Erwachsenwerden unter erschwerten Bedingungen: geprägt vom Hin und Hergerissensein zwischen den Kulturen, von Ausgrenzung und Aggressionen. Ein Film über den langen Weg nach Hause.

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Die Protagonisten

ADÈ ODUKOYA:
Adé Odukoya a.k.a. Adé Bantu bezeichnet sich selbst als „AfroPäer“. Am 13.07.1971 in London geboren, wuchs er auf in Lagos und Köln und lebt heute in beiden Städten

Seine Eltern, Adeleke und Barbara, trafen sich während des Studiums des Vaters zum Automobilingenieur in Berlin und heirateten schon bald nach seiner Geburt. 1973 zog die Familie nach Nigeria, die Heimat des Vaters, wo Adé gemeinsam mit seinen Brüdern Abiodun und Femi und Schwester Sarah seine Kindheit und frühe Jugend verbrachte. Als die Familie 1986 im eigenen Haus überfallen und Vater Adeleke brutal ermordet wurde, beschloss die Mutter, nach Deutschland zurück zu kehren. Der knapp 15jährige Adé kam in ein Land, das er bisher nur von kurzen Besuchen bei Verwandten kannte.

Es war keine einfache Zeit. Die Jugend ohne seinen Vater erlebt zu haben, empfand Adé als großen Verlust. In den vielen Jahren alltäglicher Härte hätte er den Rat und die Unterstützung des Vaters gebraucht, einen Halt, den die Mutter ihren Kindern nicht immer geben konnte. Erst der Kontakt mit anderen Schwarzen half ihm bei der Suche nach seinem Platz in der deutschen Gesellschaft.

Es war die Musik, die ihm Anfang der 90er Jahre schließlich eine Perspektive eröffnete. 1993 verließ er die Schule nach der 12. Klasse, um die erste multilinguistische Hip Hop Platte in Deutschland zu veröffentlichen. Gleichzeitig rief er gemeinsam mit seinem Bruder Don Abi die Band „Weep Not Child“ ins Leben, die schon in den Anfängen des deutschen Hip Hop Musikgeschichte schrieb und ihn über seine internationalen Soloauftritte als Rapper Duke T. zu seiner jetzigen Band BANTU – Brotherhood Alliance Navigating Towards Unity – führte. Mit BANTU entwickelte Adé eine neue musikalische Stilrichtung, die er selber „Sound of Fufu“ nennt und die sowohl in Deutschland als auch in ganz Afrika für Furore sorgte. Im Dezember 2005 wurde BANTU für das elektrisierende Soundgewebe aus Fuji, Funk, Dancehall und Afrobeat in Durban mit dem renommiertesten afrikanischen Musikpreis, dem Kora Award, ausgezeichnet.

Doch die Musik alleine schien seinen unruhigen Charakter nicht auszufüllen. Er entwickelte sich zu einem engagierten Protagonisten im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung in Deutschland. Als Anfang der 90er Jahre eine Welle rechtsradikaler Anschläge Ostdeutschland erschütterte, reagierte Adé mit zahlreichen Konzerten in Hoyerswerda und anderen ostdeutschen Städten. Durch Musik als kreatives Medium, Rap als Sprachrohr einer Generation und kreativer Gruppendynamik gab er Jugendlichen die Chance, in Musicals und Rap-Workshops eine eigene Stimme zu entwickeln, um ihre Erfahrungen und Ambitionen zu beschreiben. 1998 erhielt er für sein zweites Hip Hop-Musical „Coloured Children?!“ den Jugendkulturpreis des Landes NRW. Der brutale Mord an Alberto Adriano im Jahr 2000, der ihn mit seiner eigenen Lebensgeschichte konfrontierte, brachte ihn schließlich dazu, ein gewaltiges und außergewöhnliches Musikprojekt zu initiieren: Die Brothers Keepers.

Neben seiner Arbeit mit BANTU und Brothers Keepers engagiert er sich für zahlreiche Projekte, wie zum Beispiel Workshops unter dem Motto "Africa Connection", die er 2005 gemeinsam mit der BBC anbot. 2006 wurde er sogar von Bundespräsident Köhler nach Schloss Bellvue eingeladen, um bei einem Projekt für Toleranz und Verantwortung für Jugendliche als Pate teilzunehmen.

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D-FLAME:
Nordweststadt. Ein Sozialer Brennpunkt am Stadtrand von Frankfurt am Main. Alle erdenklichen Kulturen auf engstem Raum, die Arbeitslosen- und Kriminalitätsrate bedenklich hoch.
D-Flame alias Danny Kretschmar wurde 1971 hier geboren. Seinem Vater, einem amerikanischem GI, wurde das Drogengeschäft zum Verhängnis: kurz vor D-Flames Geburt wurde er verhaftet und ausgewiesen. Inzwischen ist D-Flame selber Vater von vier Kindern. Mit seinem jüngsten Sohn und seiner Frau lebt er in einer Vierzimmer-Wohnung, mit Blick auf die Wohnsilos und das Einkaufszentrum, in dem er seine Jugend verbrachte.

Der kleine Danny wurde zum Sorgenkind. Jugendamt, Kinderpsychologe, Jugendarbeiter scheiterten. In der sechsten Klasse wurde er von der Schule geschmissen. Die Streitereien mit der Mutter nahmen zu, immer öfter versuchte sie ihre Probleme durch Alkohol zu lösen. Die beiden durchlebten harte Zeiten. Er hing nur noch mit seiner Clique herum, Schule interessierte ihn nicht mehr. Er sah sich als Robin Hood und beklaute "die Reichen", um sich selbst über Wasser zu halten. Seiner Mutter ging das alles über die Kräfte, D-Flame ging in ein Heim, doch alle Versuche, ein solides Leben zu führen, scheiterten. Seine kriminelle Laufbahn endete im Knast, in dem gleichen Gefängnis, in dem sich sein bester Freund umgebracht hatte.
Als er Vater wurde, fing er noch mal von vorne an. In seinen Kindern sah er seine eigene Kindheit und Schulzeit gespiegelt.
Er konzentrierte sich auf seine Musik und fühlte sich jetzt immer mehr mit dem Islam verbunden. D-Flame wurde zu einem der angesagtesten Musiker Deutschlands. Mit vielen Musikern verband ihn eine jahrelange fruchtbare Freundschaft und daher war er zum Beispiel auch auf den Soloalben von Jan Delay, Samy Deluxe und Denyo 77 zu hören. Auf seinem Album „Daniel X - eine deutsche schwarze Geschichte“ verarbeitete er ein Teil seiner Biografie.

Ende September 2006 erschien sein viertes Album FFM. Dazu arbeitete er mit verschiedenen jamaikanischen Reggae/Dancehall-Koryphäen sowie HipHop Legenden aus den U.S.A. zusammen. Mit dem unverwechselbaren Xavier Naidoo, mit dem D-Flame seit den Anfängen von Brothers Keepers eine Freundschaft verbindet, ist ihm sein vielleicht bis dato spirituellster Song gelungen: „Du gehst mit mir“ ist ein Soulfull Hip Hop Oratorium samt Gospel-Sahnehäubchen von Xavier Naidoo.

Die Single Auskopplung „MOM SONG“ wird am 26.01.2007 erscheinen und mit ihr wird D-Flame am 10. Februar 2007 als Beitrag für Hessen an Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest 2007“ in Berlin teilnehmen. Die HipHop-Ballade „Mom Song“ mit ihren sphärische Chören und wogenden Beats, die im Gospel wurzeln, ist nicht nur der eigenen „Mom“, sondern allen alleinerziehenden Müttern gewidmet.

Veröffentlichte Alben:

2000 Bassstard
2002 Daniel X Eine Schwarze Deutsche Geschichte
2003 Unaufhaltsam
2006 FFM

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MAMADEE:
Mamadee ist siebenundzwanzig Jahre alt und wohnt in einer kleinen Kölner Dachwohnung mit zweieinhalb Zimmern. Auf einem Sideboard Fotos von ihrer Familie, von Freunden, und das Gruppenfoto der Sisters Keepers. Im Wohnzimmer ein kleines, selbst eingerichtetes Studio: Keyboard, Mischpult und ein paar elektronische Geräte. Mamadees Gitarre lehnt am Fenster und im Hintergrund läuft Funky Musik aus den Siebzigern.

Ihre Geschichte führt uns in die ehemalige DDR. In Altrottmannsdorf Nähe Zwickau, einem Dorf mit hundert Seelen, lebte Mamadee und ihre zwei Geschwister mit der Mutter und den Großeltern auf einem Bauernhof. Der Vater, damals als Gaststudent aus Sierra Leone zu Besuch, wurde von den Behörden zurückgeschickt nach Afrika.
Mamadee erinnert sich an eine glückliche Kindheit in einfachen Verhältnissen. In ihrem Umfeld gab es kaum Ausländer. Ihre Schwestern sind die einzigen Schwarzen, die sie je zu Gesicht bekam.

Im Grundschulalter wurde Mamadee Jungpionier, eine Kinderorganisation der DDR , die der FDJ unterstellt war. Bei Appellen und anderen Anlässen trug sie stolz das blaue Halstuch und war “für Frieden und Sozialismus immer bereit!“. Die Thälmannpioniere waren eine kommunistische Organisation, in der Leistung, Zusammenhalt und Bereitschaft zählten. Äußeres wurde nicht thematisiert, ihre Hautfarbe spielte keine Rolle. Mamadee spielte 10 Jahre Handball im TSV Lichtentanne, siegte bei Leichtathletik -Olympiaden der DDR und erhielt Medaillen und Urkunden mit der Unterschrift Erich Honeckers.

Als die Mauer fiel, war Mamadee zehn und wechselte gerade aufs Gymnasium. Die Pionier-Zeit war zu Ende. Mamadee weinte, weil sie das rote Halstuch nie mehr tragen konnte; doch das war nach dem ersten Besuch in den Alten Bundesländern schnell vergessen. Nach der Wiedervereinigung bekam sie nun immer häufiger rassistische Sprüche zu hören. Immer öfter begegneten ihr alkoholisierte Jugendliche mit kahlrasierten Köpfen, und die Aggression gegen jeden, der anders aussah, nahm schlagartig zu. Mamadee bekam Angst und die Angst wurde zum Alltag. Sie wurde in der Disco angespuckt, getreten, von Skins durch die Straße gejagt und mit einem Luftgewehr angeschossen.

Nach dem Abitur zog Mamadee nach Köln. Sie arbeitete als Kellnerin in einer Bar, in der abendlich Live-Musik gespielt wurde, machte bald als Backgroundsängerin in einem Soul- und Jazzclub erste Erfahrungen und arbeitete mit routinierten Musikern zusammen. In dieser Zeit wurde Adé auf sie aufmerksam und fragte sie, ob sie nicht bei Sisters Keepers mitmachen möchte.

2002 bis 2006 tourte sie als Backgroundsängerin mit Reggae-Star Gentleman durch Deutschland und auch ab Mai 2007 steht eine Deutschland- und Europa-Tour mit ihm an, auf der Mamadee ihr Album „Lass los“ präsentieren wird. Auf der gleichnamigen Single ist auch Gentleman mit seiner prägnanten Stimme vertreten und in einer Version wird sie von Helmut Zerlett am Bösendorfer Flügel begleitet.

Neben ihren Live-Auftritten schreibt und komponiert Mamadee derzeit an Songs für ihr neues Album mit der Sängerin Tamika und auch ein Projekt der Sisters Keepers ist in der Planung. Für das Musical "Aida" in Hamburg hat sie sich unter hundert Bewerberinnen für die Hauptrolle qualifiziert und dann doch abgesagt. Sie findet, sie hätte nicht genug Leidenschaft dafür. Sie will lieber ihren eigenen Weg gehen.

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XAVIER NAIDOO:
Mit der Veröffentlichung des Albums „Nicht von dieser Welt“ (1998) begann der Erfolgsweg von Xavier Naidoo, der heute aus der deutschen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Im März 2002 erschien sein zweiter Longplayer, das Doppelalbum „Zwischenspiel/Alles für den Herrn“, welches nicht nur mit Verkaufsrekorden aufwarten konnte, sondern auch sofort die Albumcharts anführte.

Trotz Millionenverkäufen, Charterfolgen und Auszeichnungen, blieb der Mannheimer jedoch wie er war, natürlich, menschlich und unprätentiös. Mit der Single „Ich kenne nichts, (das so schön ist wie Du)“ schaffte er 2003 erstmalig den Sprung auf die Spitzenposition der Single-Charts. Ebenfalls 2003 veröffentlichte er zeitgleich die Doppel-Live-CD und Doppel-DVD „Alles Gute vor uns“, bevor er dann die nächsten Erfolge mit der Formation SÖHNE MANNHEIMS feiern konnte, die er mit seinem langjährigen Partner und Freund Michael Herberger bereits vor 10 Jahren gründete. 2005 liefen dann die Aktivitäten der „Söhne Mannheims“ parallel zu seiner Solokarriere und ließen sein drittes Album „Telegramm für X“ als eines der schnellstverkauftesten Alben von 0 auf 1 in die Charts schießen. Diesmal eroberte er mit seiner Stimme und seinen ausdrucksstarken Texten nicht nur Deutschland, sondern positionierte sich auch zeitgleich an die Spitze der österreichischen und schweizerischen Charts.

Die Fußball-WM war ebenfalls mehr als erfolgreich für den Soulkünstler, denn neben den Songs „Dieser Weg“ und „Was wir alleine nicht schaffen“, welche von der Nationalmannschaft als Motivationsquellen vor jedem Spiel in der Kabine liefen, brachte ihm seine Single „Danke“, die Hommage an die Nationalelf, eine fünf-wöchige Chartführung ein.

Xavier Naidoo mag als eigensinnig gelten, da er sich konträr zum Auftreten anderer etablierter Künstler verhält. Doch auch nach den ganzen Erfolgsjahren ist ihm ein Ausleben seiner Wertevorstellungen immens wichtig. Ein Beispiel dafür ist u.a. sein Engagement gegen „rechts“ bei den Brothers Keepers. Sicher polarisiert er, aber was alle ihm attestieren ist die Tatsache, dass er einfach „ein Mann mit einer fantastischen Stimme“ ist.


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Ein kurzer Bericht über Alberto Adriano

Alberto Adriano hatte in Dessau eine Heimat gefunden. Seit über zwanzig Jahren lebte er in Deutschland, hatte eine feste Arbeit als Fleischer im Schlachthof, einen großen Freundeskreis und war seit 10 Jahren mit der Deutschen Angelika Adriano verheiratet. Hier in Dessau führte er mit ihr und seinen drei Kindern ein gutes Familienleben.

Alberto Adriano war auf dem Weg nach Hause. Bei Freunden hatte er die Fußball-Europameisterschaft geschaut, Holland schlug Tschechien mit 1:0. Es wurde gemeinsam gegrillt, Bier getrunken und man hatte sich viel zu erzählen, denn Alberto freute sich auf den Besuch bei seinen Eltern in Mosambik, für den der Flug bereits gebucht war. Als er sich spät in der Nacht auf den Heimweg macht und sich für den kürzeren Weg durch den Park entschied, versperrten ihm drei junge Männer den Weg. Zu dritt schlugen sie wahllos gegen seinen Kopf und traten in seinen Bauch. Als Adriano benommen zu Boden fiel, traten sie wie im Rausch abwechselnd auf ihn ein, zogen ihn aus, hingen seine Kleider an die Äste der umliegenden Bäume, schleiften ihn 40 Meter nackt durch den Park und aßen, während Adriano begann, seinen schweren Verletzungen zu erliegen, die Lebensmittel, die sie in seiner Tasche fanden. Die Quälerei endete, als ein Autofahrer die Polizei benachrichtigte.

Der 39-Jährige starb trotzdem drei Tage später, am Morgen des 14. Juni 2000, im Krankenhaus von Dessau. Zurück blieben seine Familie, die erwog, ihre deutsche Heimat zu verlassen und einen neuen Anfang in Mosambik zu suchen.


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Der Regisseur : Sven Halfar
  • Geboren 1972 in Weingarten (BW), Vater zweier Söhne
  • Studium 1998-2000 Filmhochschule Hamburg (jetzt: Hamburg Media School)
  • Sein Abschlussfilm „Ist Gut Jetzt“ wird auf dem Filmfest München 2000 mit dem Ersten Deutschen Nachwuchsproduzentenpreis und dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet, erhält das Ehrendiplom 2000 auf dem 41. Brünner Filmfestival „Sechzehn“ und den Deutschen Kamerapreis 2001 in der Kategorie Kurzfilm. Außerdem gewann er in der Kategorie Bester Film auf dem internationalen Filmfest in Rom.

    Filmografie

    2006

    Kinodokumentarfilm “YES I AM“ 104 Min. Produziert von Filmtank in Co-Produktion mit Wüste Filmproduktion. Gefördert von: Hamburger Filmförderung, BKM, FFA. Mit Unterstützung des MEDIA Programms der EU, Premiere: Internationale Filmtage Hof 2006, Internationales Dokumentarfilmfestival Leipzig, Saarbrücken Max-Ophülsfestival 2007, Nominierung für den DEFA-Förderpreis

    „Langer Tag, kurzer Schrei“ Co-Autor/Regie: Sven Halfar, Autor: Uwe Säger. Kulturförderung Mecklenburger Vorpommern, Projektentwicklung: Medienbord Berlin-Brandenburg

    „Ewige Treue“ Treatment Spielfilm 90 Min. Autor: Sven Halfar/ Katja Kittendorf. Eingeladen zum „Debüt im Ersten“ beim Max Ophülspreis in Saarbrücken, 2005, Produktionsfirma: Wasabi Film KG, Geiselgarstein, Drehbuch gefördert von: FFF Bayern

    „Das Verschwinden“ Spielfilm 90 Min. Autor: Uwe Säger, Regie Sven Halfar, Drehbuch gefördert von: Kulturförderung Mecklenburg Vorpommern.

    2005 „Sommerspelt“ Drehbuch Spielfilm 90 Min. überarbeitet Sven Halfar, Autor: Uwe Säger, Produktion: Novapool Production GmbH, Berlin
    2004

    „Das Leben geht weiter“, Kurzfilm 20 Min., Drehbuch: Sven Halfar, Produktion: Final Touch, Hamburg

     

    2003

    Regie für den Musikclip von Joachim Witt „Für den Moment“

    Autor, Regisseur und Produzent für den Kurzfilm „Liebling, Sei Stark“, 15 Min, Super 16 mm, Premiere/Nominiert: Wettbewerb des Shocking Shorts Award

    seit 2001 Regie Musikclips u.a. Alicja Titelsong von „Herz im Kopf“ Kinofilm, Ferris MC „Flash for Ferris MC“, Such a Surge (Projekt: Pain in the Ass), Bantu, “Lagos Jump

 

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Anmerkungen von Sven Halfar zu "Yes I am"

„Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“. Unter dieser Überschrift veröffentlichte der Spiegel im Jahre 2001 ein Interview mit zwei schwarzen Musikern aus dem Band-Projekt Brothers Keepers, Ade Odukoya und Xavier Naidoo. Die Entstehungsgeschichte dieses Projekts und die Biografien der Beteiligten haben mich berührt, wütend gemacht und zum Nachdenken gezwungen.
Dokumentarfilm war nie eine Passion von mir, ich wollte Spielfilm machen. Doch letzten Endes ist aus der Begegnung mit diesem Thema und mit den Musikern ein Projekt geworden, das mich nahezu vier Jahre lang beschäftigt hat.

Ganz wichtig war mir, einen Film zu machen, der seine Protagonisten als Individuen ernst nimmt und sie nicht auf eine Opferrolle reduziert und damit bloss weitere Klischees bedient. Yes I Am! porträtiert starke Persönlichkeiten, die sich über ihre Musik und ihr gemeinsames Aufbegehren Gehör verschaffen. Ihre Musik und ihre Texte sind emotionale Ausdrucksmittel. Sie helfen, eine Nähe zu den Protagonisten herzustellen, aus der heraus Vorurteile und Angst vor dem Fremden vielleicht ein Stück weit überwunden werden k önnen.

Ich traf zunächst Adé Odukoya, den Gründer der Brothers Keepers, in Köln. Ich glaube, dass es zwischen uns sehr viele Ungereimtheiten gab und das ich eine ziemlich schlechte Figur abgeben habe. Denn ich hatte keine Ahnung von der afrodeutschen Szene, brachte ständig die einschlägigen Begrifflichkeiten durcheinander (Schwarze Deutsche? Deutsche Afrikaner??...) und wusste noch sehr wenig darüber, was für einen Film ich überhaupt machen wollte. Adé ließ sich trotzdem auf mich ein, und zwei Monate später war ich mit den Brothers Keepers auch schon auf der ersten Schultour, die durch Ostdeutschland ging. Doch ich hatte keine Erfahrung mit Dokumentarfilm, es war sehr chaotisch, ich rannte mit meinen Leuten ziemlich planlos und wie ein unerwünschtes TV-Reporterteam den Musikern hinterher.
Mir wurde klar, dass ich einen erfahrenen Produzenten brauchte.

Wenige Wochen später habe ich Thomas Tielsch aufgesucht, der mit seiner Produktionsfirma Filmtank einen sehr guten Ruf in der Dokumentarfilmbranche genießt. Ihm habe ich das Projekt vorgestellt, und wir haben uns dann entschlossen, diesen Film gemeinsam zu machen.

Obwohl Adé mich unterstützte, war es schwieriger als erwartet, den Musikern mein Projekt zu vermitteln. Ich traf sie alle in Heidelberg, im Studio der HipHop-Legende Torch ("Fremd im eigenen Land"). Die Brothers Keepers sangen dort zusammen mit Toni L. von Advanced Chemistry einen Song ein. Hier begegnete ich zum ersten Mal D-Flame, mit dem ich mich wegen einer Kleinigkeit beinahe geprügelt hätte.
Manche Musiker wollten nicht, dass ein weißer, zudem unerfahrener Regisseur einen Film über sie macht. Ich stellte blöde, naive Fragen, war kein Musiker und mit einem erfolgreichen Kinoblockbuster konnte ich auch nicht aufwarten.
Plötzlich gehörte ich aufgrund meiner Hautfarbe nicht dazu! Natürlich fühlte ich mich diskriminiert und unverstande.

Schlussendlich habe ich in Mamadee, D-Flame und Ade und nicht zuletzt in ihren Müttern tolle Menschen gefunden, die mir und dem Projekt ihr Vertrauen entgegengebracht haben. Und auch Xavier Naidoo, von dem klar war, dass er keine Hauptfigur des Films werden würde, hat das Projekt von Anfang an unterstützt.

 

 

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Die Produzenten : Filmtank

filmtank entwickelt und produziert Dokumentarfilme, TV-Dokumentationen und non-fiction, konzipiert Themenabende und dokumentarische Serien. Die thematischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen, kultureller Phänomene, cross culture und Geschichte, wobei historische Stoffe vor allem auf ihre Relevanz für die Gegenwart hin betrachtet werden.
Die Firma wurde im Februar 2001 als ein gemeinsames Projekt von Wüste Film Hamburg und Thomas Tielsch gegründet. Produzent und Geschäftsführer der Firma ist Thomas Tielsch.

Die Hamburger Produzenten Ralph Schwingel und Stefan Schubert haben mit ihrer Firma WÜSTE Film seit 1990 eine Vielzahl von Spiel- und Dokumentarfilmen hergestellt, darunter alle Filme von Fatih Akin, dessen Film "Gegen die Wand" mit dem Goldenen Bären 2004 und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde.
Thomas Tielsch macht seit 1983 Dokumentarfilme als Regisseur und Produzent und begann 1999, eine Struktur zur Entwicklung und Produktion dokumentarischer Stoffe aufzubauen.

Der bisherige Schwerpunkt "kreativer Dokumentarfilm" soll weiterentwickelt werden, und es werden verstärkt internationale Ko-Produktionen in diesem Bereich realisiert.
Ein weiterer Geschäftsbereich ist die Entwicklung und Produktion von dokumentarischen Fernsehfilmen und Staffeln von je 30 bis 60 Minuten Länge. Auch diese Filme lassen sich an den Qualitätsstandards des "kreativen Dokumentarfilms" messen.
Ein Beispiel hierfür ist der TV-Dokumentarfilm "Call Me Babylon", für den unser Regisseur Andreas Pichler mit dem Adolf Grimme Preis 2004 ausgezeichnet wurde.

Im Februar 2004 wurde die Zweigniederlassung filmtank stuttgart errichtet, um die Präsenz der Firma in Baden-Württemberg zu stärken

Weitere Einzelheiten im Netz unter www.filmtank.de

Filmographie

2006

Yes I Am !, Sven Halfar, 104 min

2005

Heavy Metal auf dem Lande, Andreas Geiger, 58 min / SWR arte

Yin und Yang im Allgäu, Dokuserie, 5 x 27 min, ZDF/ARTE
Regie: Andreas Pichler

Second Hand – Ein T-Shirt reist um die Welt, Raffaele Brunetti
52 Min., In Co-Produktion mit B&B Film srl, Rom, NDR/arte, Planet Italia, YLE, VRT, Preise: Globo d’Oro 2005

Die Finsternis, Thomas Tielsch, 84 min, ZDF arte

Russlands vergessene Kolonie, Kaspars Goba, Lettland / Deutschland, 52 min / In Koproduktion mit Vides Filmu Studija, Riga und NDR/arte

2004

In fremden Diensten, Marc Eberle, 52 min / BR arte

Fluten, Niels Bolbrinker, 80min, ZDF/arte, FilmFörderung Hamburg

Fresh Art Daily, Thomas Schlottmann, Andreas Geiger, 80 min, ZDF arte (grand format)

Gottes Plan und Menschen Hand, Dominik Wessely, 52 min (43’), SWR arte

Dinger drehen, Eine kleine Geschichte des Bankraubs, Thomas Palzer, 45 min / ZDF/arte (zum Themenabend "Bankraub")

2003

Call me Babylon, Andreas Pichler, 75 und 50min, ZDF/Kleines Fernsehspiel, In Ko-Produktion mit IKON und VRT Canvas
Preise: Adolf Grimme Preis 2004, Nominiert für Prix Europe 2005

Meeres Leuchten, Ulrike Becker, 2x 45min und 60 min. SWR/NDR, Deutschland


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Produktionsnotiz

Nach der Ermordung ihres Mannes wurde Angelika Adriano von der rechten Szene heimgesucht. Man versuchte, sie mit Geld zu bestechen und bedrohte sie für den Fall, dass sie vor Gericht gegen die Mörder ihres Mannes aussagen würde. Sie konnte ohne Begleitschutz das Haus nicht mehr verlassen.
Als am Tatort, einem Park in Dessau, ein Gedenkstein für Alberto Adriano aufgestellt wurde, kamen heftige Proteste und Demonstrationen aus der Dessauer Bevölkerung. „Wenn ein Deutscher von einem Ausländer ermordet worden wäre, hätte er kein Denkmal bekommen", hieß es. "Aber so ein Neger...!“

Dass man sich heute, fünf Jahre und unzählige Übergriffe später, an diesen Mord in Deutschland noch erinnert, ist nicht nur den besonders widerlichen Umständen zu verdanken (die Täter aßen das Essen auf, welches sie in den Taschen ihres sterbenden Opfers gefunden hatten), sondern vor allem den Brothers Keepers und ihrem Song "Adriano – Letzte Warnung". Die Erlöse aus dieser erfolgreichen Single wurden großenteils der Witwe und ihren Kindern gespendet, und die Brothers Keepers unternahmen Touren durch die Schulen in Ostdeutschland, um mit den Jugendlichen dort ins Gespräch zu kommen.
Sie hatten die musikalische, kreative und breit wirksame Antwort auf den Skandal mit der konkreten Geste der Solidarität und politischem, aufklärerischem Handeln "vor Ort" kombiniert, und das war es, was das Bandprojekt so ungewöhnlich und großartig gemacht hatte.

Als Sven Halfar mit seiner Filmidee zu uns kam, wurde bald deutlich, dass es hier eine Chance gab, auch solch ein jüngeres Publikum anzusprechen, welches sich in seiner Freizeit nicht per se mit gesellschaftlichen Themen beschäftigt: über die Popularität der beteiligten Musiker. Ebenso klar war, dass wir keinen "politisch korrekten" Film über Rassismus in Deutschland oder die afrodeutsche Minderheit machen wollten, denn wir glauben nicht an die Wirkungsmacht solcher Filme. Es galt also, ein Projekt zu entwickeln, in welchem das gesellschaftliche Thema persönlich und emotional vermittelt werden konnte: über die Lebensgeschichten der Protagonisten, ihr Erwachsenwerden und in die Welt finden unter widrigen Bedingungen.

Auf den Festivals in Leipzig und Hof, wo der Film begeisterte Zustimmung bei einem sehr gemischten Publikum fand, hat sich gezeigt, dass unsere starken Protagonisten (und ihre starken Mütter) in der Tat ganz unterschiedliche Generationen ansprechen.
Wir haben den Film ohne Fernsehbeteiligung, mit der Unterstützung dreier Filmförderungen und unseren Partnern von Wüste Film ("Gegen die Wand", "Emmas Glück") realisiert.

Thomas Tielsch, filmtank

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Der Stab
KAMERA:DIRK HEUER

1991 Assistent
1995 Kameramann
2000-2002 Diplomstudium Film / Bildregie Universität Hamburg
2003 Teilnehmer Berlinale Talentcampus
2006 Participant Digital Cinema, Cinec München

Filme (Auswahl):
2006 BumBum, Kurzfilm, Regie: Marcus Schuster
Bernd und Hilla Becher, Doku – ARTE, Regie: Marianne Kapfer
2005 Yes, I am, Kino-Doku / Filmtank, Regie: Sven Halfar
Von Trabbis, Wölfen und Japanern, Doku - 3sat, Regie: Karin Rieppel
2004 Stadt als Beute, Kinofilm, Regie: Irene von Alberti
Blackford Stories, Spielfilm, Regie: Andreas Dahn
2003 Weekend Warriors, Kino-Doku, Regie: Alexa Oona Schulz
2002 Freakstars 3000, Spielfilm, Regie: Christoph Schlingensief
2001 Benny X, Kurzfilm, Regie: Florian Baxmeier
2000 Quak, Kurzfilm, Regie: Wolfgang Dinslage
1999 Stay Tuned, Medien-Doku, Regie: Thomas Balzer

 

SCHNITT : GÖTZ SCHUBERTH

Filme (Auswahl):
2004 Die Blutritter, Dokumentation, Regie: Douglas Wolfsperger, Produktion: Eikon Film, Berlin, Betacam (AVID, Projektion)
2002 Bellaria - solange wir leben, Dokumentation, Regie: Douglas Wolfsperger, Betacam (AVID, Projektion), "Best Documentary" - Chicago International Film Festival, "Best Documentary" – Bavarian Film Awards
2001 The Red Phone, Fiction, Regie: Jerry Jameson, Joe Copoletta, 16mm (AVID)
2001 Aquarios, Kurzfilm, Regie: Alexander Hoffmann, 35 mm (AVID, Projektion)

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Wir über uns – Brothers Keepers e. V.


Als Alberto Adriano an Pfingsten 2000 von Neonazis in Dessau ermordet wird, hinterlässt er eine Ehefrau und drei Kinder – eine Familie, die nun nicht nur lernen muss, ohne ihren Vater und Mann zu leben, sondern zugleich verstehen muss, dass er starb, weil er ein Schwarzer war. Doch das Schicksal von Alberto Adriano und seiner Familie ist nur eines von vielen: Mehr als 135 Menschen wurden seit der Deutschen Wiedervereinigung von rechtsgerichteten Tätern ermordet. Rassistisch und rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten nehmen in jüngster Vergangenheit wieder zu und bieten wahrlich genug Anlass, um das Schweigen zu brechen und den Stimmlosen eine Stimme zu geben. Am 4. Februar 2001 treffen Wir – Freunde und Gleichgesinnte – uns auf Initiative von Adé Odukoya aka Adé Bantu und Thomas Hürtgen in Köln, um Brothers Keepers e.V. zu gründen. Auf den ersten Blick ein bunt zusammen gewürfelter Haufen – Frauen und Männer, Schwarze und Weiße, Menschen aus unterschiedlichen Berufssparten, unterschiedlichen Alters. In einem Punkt sind wir uns einig: Wir wollen handeln!

Unser primäres Anliegen ist es, eine Lobby für die Opfer zu schaffen. So leisten wir über Opferhilfe direkte Unterstützung für die Betroffenen. Allerdings wollen wir kein Mitleid, sondern Aufmerksamkeit – langfristig! Über den Opferstatus hinweg treiben wir die Entwicklung und Stärkung der afrodeutschen Identität und ihre Verankerung als Teil der deutschen Gesellschaft voran und reflektieren somit auch die deutsche Identität. Deshalb mischen wir uns aktiv in die Debatte um Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Rassismus ein. Denn Rassismus lässt sich nun einmal nur überwinden, wenn er wahrgenommen wird – und zwar nicht allein von den Betroffenen.

Adé Odukoya (Vereinsvorsitzender) über das Anliegen von Brothers Keepers e.V.:
„ Wir sind bereits auf dem Weg. Dieses Land befindet sich im Aufbruch und viel Unsicherheit und Angst ist zu spüren. Wir müssen endlich aufstehen und für unsere Rechte einstehen und notfalls dafür kämpfen. Jemand von uns muss endlich auf die Missstände, die uns bewegen, aufmerksam machen und Lösungsansätze formulieren. Wir schreiben unsere Geschichte selber! Und: wir müssen lokal handeln – hier in Deutschland!“

Vor allem durch das Musikprojekt Brothers Keepers, ein Zusammenschluss primär afrodeutscher Künstler und Produzenten, gelingt es dem Verein seit 2001 immer wieder die öffentliche Aufmerksamkeit und besonders das Interesse Jugendlicher zu wecken. Inzwischen ist das Kollektiv um Adé Bantu auf rund 90 Künstler und Produzenten angewachsen, unter ihnen Afrob, Cassandra Steen, D-Flame, Denyo, Eased von Seeed, Gentleman, Joachim Deutschland, Mamadee, Nadja Benaissa, Nosliw, Patrice, Samy Deluxe, Toni L., Torch, Tyron Ricketts oder Xavier Naidoo. Zusammen nehmen sie 2001 den Song „Adriano (Letzte Warnung)“ auf, aus dessen Erlös die Familie von Alberto Adriano finanziell unterstützt wird. „Adriano“ ist ein kämpferischer Ausdruck der Wut und des Entsetzens; sein radikaler Text führt zu heftigen Kontroversen in Deutschland bis hin zu einem Strafantrag wegen Volksverhetzung. Trotzdem oder auch deswegen rotiert die Single auf den Musikkanälen VIVA und MTV, wird rund 250.000-mal verkauft und ist wochenlang auf den ersten Plätzen der Hitparade. Mit den Brothers Keepers findet der deutsche Hip Hop zu seinen Wurzeln zurück: Aufbegehren und Widerstand gegen Diskriminierung und Ausdruck der eigenen Meinung und Identität. Nach jahrelanger Kommerzialisierung und rebellischem Glanz ohne Inhalt bringen Brothers Keepers Hip Hop wieder mit gesellschaftlichen, politischen Themen in Verbindung. Die veröffentlichten Alben „Lightkultur“ (2001) und „Am I My Brother’s Keeper“ (2005) schreiben deutsche Musikgeschichte.

Doch die Brothers Keepers Künstler leisten nicht nur musikalischen Widerstand, sondern engagieren sich auch als Aktivisten und Fördermitglieder des Vereins. Auf Podiumsdiskussionen, Demonstrationen oder Schultouren mobilisieren sie besonders die Jugend, das Schweigen zu brechen, sich aktiv einzumischen und die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen. Es geht um einen Dialog und um nachhaltige Veränderungen. Das Potential unserer Gesellschaft liegt in der Vielfalt – We Are Our Brothers Keepers!


Brothers Keepers e. V. aktuell : Brothers Keepers HipHop- und Lyrikwettbewerb

Alljährlich am 21. März werden sowohl der Internationale Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung als auch der Welttag der Poesie begangen. Anlass genug für Brothers Keepers e.V. junge Menschen zu motivieren, kreativ ihre Stimme gegen „Rassenhass“ und Diskriminierung und für ein faires Miteinander zu erheben. Eingeschickt werden können selbstproduzierte Hip Hop-Tracks und/oder selbstverfasste Gedichte zum Thema. Schauspielerin Katja Riemann, Schauspieler Birol Ünel, Hip Hop-Artist Clueso sowie die Brothers Keepers Torch, Denyo und Germ wählen aus den Kategorien „Hip Hop“ und „Lyrik“ jeweils die Sieger. Neben exklusiven Sachpreisen winkt nicht nur ein Meet & Greet mit den Brothers Keepers Aktivisten und Künstlern, sondern auch eine Veröffentlichung. Teilnehmen kann jeder ab 12 Jahren. Einsendeschluss ist der 15. Februar 2007.

Mehr Infos und Teilnahmebedingungen unter www.brothers-keepers.de

Kontakt:
Angela Kamara
Brothers Keepers e.V., Postfach 29 04 25, 50525 Köln
E-Mail: verein@brothers-keepers.de, Web: www.brothers-keepers.de

 

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